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Games: Deshalb ist MAFIA III eines der besten Spiele des Jahres

Ein Eintrag von Stephan Rathgeber

Vietnamkrieg, Rock’n’Roll, Diskriminierung: Die 60er waren wohl eines der prägendsten Jahrzehnte für die USA – klar, dass dieses Zeitalter genug Stoff für eine fesselnde Story birgt. Genau das dürften sich auch die Macher von MAFIA III gedacht haben. Sie haben eines der besten Spiele des Jahres veröffentlicht.

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  • Schwierigkeiten mit der Polizei

    Schikane von miesen Cops ist in «Mafia III» leider an der Tagesordnung. Screenshot: 2K Games Foto: 2K Games

  • Vergeltung auf Italienisch

    Rache a la Italia: In Mafia III» detoniert eine Autobombe. Screenshot: 2K Games Foto: 2K Games

  • «Mafia III»

    Etwas Film Noir und viel südliches Flair. «Mafia III» spielt in New Bordeaux, einer Interpretation New Orleans' der späten 1960er Jahre. Screenshot: 2K Foto: 2K

Und nein, nicht nur die Geschichte der Klassiker-Fortsetzung ist gelungen (dazu gleich mehr), bereits beim ersten Start wird deutlich, dass die Entwickler von Hangar 13 und 2K das Gaming auf eine komplett neue Stufe heben wollen. Die Grafik in den Videos ist so gelungen, dass man sich fragt, ob gerade animierte Figuren oder reale Kameraaufnahmen zu sehen sind. Zwischendurch springt die Anzeige immer wieder auf ein 4:3-Bild um, um dem Zeitgeist der 60er-Jahre noch deutlicher zu entsprechen. Hier fühlt man sich stark an eine Netflix-Serie erinnert, die den Zuschauer in den Bann ziehen soll – und genau das gelingt. Zudem dürfen sich Gamer freuen, die keine Lust auf großes Untertitel-Lesen haben: Anders als bei GTA und Co. ist MAFIA III komplett in deutscher Sprache gehalten.



Doch natürlich soll man auch selbst aktiv werden. Dafür schlüpft der Spieler in die Rolle des Lincoln Clay, ein schwarzer Vietnamveteran (ja, die Hautfarbe spielt in der Story immer wieder eine Rolle), der nach vier Jahren aus dem Krieg wiedergekommen ist und zu seinen alten Gangsterfreunden zurückkehrt. Da diese Verbrecher Lincoln als Kind großgezogen hatten, sind sie für ihn eine Familie – doch dummerweise löscht die italienische Mafia diese kurz nach Spielstart aus. Lincoln persönlich schwört Rache und beginnt einen gnadenlosen Feldzug gegen das Kartell.

Open World lädt zum Verlassen des Pfades ein

Dafür setzt MAFIA III auf eine Open World-Simulation, in der man mit allen Möglichkeiten der Brutalität auf Mafiosi-Jagd geht. Hauptspielort ist New Bordeaux, ein sehr gelungenes Remake der Stadt New Orleans. Natürlich lässt sich in dieser Welt allerhand anstellen. Wer sich nicht nur an die Story halten möchte, kann auch selbst die Gegend erkunden und vieles ausprobieren. Manchmal möchte man als Spieler auch einfach ausprobieren, was passiert, wenn man etwas falsch macht – das fördert den Spaß am Spiel umso mehr.

Und je länger man spielt, desto freier wird man auch in seinen eigenen Entscheidungen: Möchte man gegnerische Unternehmen zerstören oder übernehmen? Wie verhält man sich gegenüber anderen Charakteren? Man merkt: Sehr viele Faktoren beeinflussen die Entwicklung der durchaus gelungenen Geschichte.

Fesselnde Detailtreue

Was das Spiel aber erst richtig gut macht, ist die große Detailtreue zur 60er-Ära: Autos, Plakate, Zeitungen, Waffen… einfach alles aus der turbulenten Zeit wird beim Spielen originalgetreu wieder zum Leben erweckt. Sogar in den Stimmen der Weggefährten lassen sich bestimmte Akzente heraushören.

Darüber hinaus ist es einfach die umwerfende Geschichte, die den Gamer voll in seinen Bann reißt. Zum einen, weil die MAFIA-Macher ganz unverfroren mit der damaligen Diskriminierung der Afroamerikaner umgehen und die Hauptfigur immer wieder damit konfrontiert wird. Zum anderen, weil die unterschiedlichen Charaktere perfekt aufeinander abgestimmt sind und sich so zu einem Gesamtbild zusammenfügen, das MAFIA III zu einem der besten Spiele im Jahr 2016 macht.
 
Getestet: MAFIA III
Erschienen am: 7. Oktober 2016
Erhältlich auf: Playstation 4, Xbox One, PC
Getestet auf: Playstation 4 (Rezensionsexemplare wurden gestellt)
Preis:  ab 39,99 Euro auf Amazon
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Stephan Rathgeber
Stephan Rathgeber
Online-Redaktion

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    11. Oktober 2016, 16:56 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Mai 2017, 12:54 Uhr