Der Kabarettist Wolfgang Krebs, bekannt als Stoiber-Imitator, hat in München sein neues Programm präsentiert. Foto: Andreas Gebert/Archiv
«Drei Mann in einem Dings» heißt das neue Programm des Stoiber-Imitators Krebs. Am Donnerstagmorgen war er noch beim Schlosser, damit das Bühnenbild stabiler steht. Am Abend erscheint der Künstler dann als Kapitän Horst Seehofer auf der Bühne, auf «Wahlfang für die CSU/CSU», mit breitem Lachen: «Danke für den Applaus, ich weiß mich wirklich zu schätzen.»
Bundespräsident Christian Wulff dagegen bekommt sein Fett weg. «Wir in Bayern haben die Amigos erfunden. Alles andere ist ein Plagiat», empört er sich als bayerischer Ministerpräsident Seehofer. Und nach fliegendem Perückenwechsel doziert er als Seehofer-Vor-Vorgänger Edmund Stoiber: «Wulff entwickelt sich immer mehr vom Problem- zum Schadpräsidenten.»
Doch Wolfgang Krebs' neues Programm ist weniger politisch als früher, wie er selbst sagt. «Ich hab auch einfach Unterhaltungsteile drin, damit jeder was davon hat.» Dafür hat er neue Figuren wie den schwäbischen Alleinunterhalter Meggy Montana eingebaut, einen Schönling mit blonder Mähne und dem Motto «Fröhlicher Klang aus Nesselwang». Krebs erklärt: «Figuren, die mir das Überleben sichern. Mein Ziel ist es, der bayerische Hape Kerkeling zu werden.»
Beim Münchner Publikum findet Meggy Montana begeisterten Anklang. Die Zuschauer können sich vor Lachen kaum halten, als der Sänger sein erstes Album «1000 Takte Tinnitus» anpreist und seinen völkerverbindenden, aber leider noch erfolglosen Hit zum Besten gibt: «Wenn die Bouzuki spielt am Montepulciano».
Originell sind auch die Werbespots, die der frühere Radiomann und TV-Marketingexperte Krebs zwischen den einzelnen Auftritten einstreut - witzige Parodien der Reklameblöcke, die jeder täglich im Rundfunk hören kann. «Entlarvend, das tut schon fast weh», sagt Schauspiellehrer Kraetke. Auch ihm gefällt Krebs' neues Programm ausgezeichnet: «Absolut fantastisch ist sein Stoiber.»
