Johanna von Koczian spielt die »Mörderin des hohen C« im Marler Theater.
Ab 20 Uhr geht es um Florence Foster Jenkins, die in die Geschichte eingegangen ist: Die Millionärstochter, die von ihrem Vater um eine Gesangsausbildung gebracht worden war, mietete sich 1944 die berühmte Carnegie Hall, um einen Gesangsabend zu geben, zu dem sie die gesamte New Yorker High Society einlud. Heraus kam ein Konzert, das schon seit vielen Jahrzehnten Kultstatus genießt – wegen den wohl schrägsten und falschesten Tönen, die je in einem Konzertsaal erklungen und auf Platte festgehalten wurden.
Absolut ansteckend
Die „Künstlerin“ selbst hingegen dürfte nicht gemerkt haben, wie schlimm sie sang, sie hielt die Lachtränen ihres Publikums für Rührung. Doch Kritik und Zweifel fochten diese exzentrische, willensstarke und mit sich selbst völlig zufriedene Frau nicht an. Unbeirrt ließ sie die Welt partizipieren an den Segnungen ihrer Musikalität. So ist sie für ihre Freunde „Die Königin der Nacht“ für die anderen „Die Mörderin des hohen C“…
Für die ausgebildete Sängerin von Koczian scheint es schwierig zu sein, so schief zu singen, doch in ihrer Rolle als vollkommen talentfreie, aber von sich überzeugte Sängerin Florence Foster Jenkins quietscht sie sich vergnügt durch den Theaterabend. Höhepunkt und Finale des Abends ist dabei die Mozart-Arie der Königin der Nacht.
„Glorious“ ist eine grandiose Komödie und eine anrührende Hommage an diese Frau, deren Lebensfreude und Erfülltsein von der Musik absolut ansteckend sind.








