Zu Beginn meines heutigen Arbeitstages habe ich mich mit Julia Grunschel in der Diakoniestation getroffen. Es sollte ein neuer Ansatz zum Thema Palliativmedizin vorgestellt werden. Palliativmedizin- und pflege bedeuten, dass Menschen, die an einer schweren oder unheilbaren Krankheit leiden, ein möglichst würdevoller und schmerzfreier Lebensabend ermöglicht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es verschiedene Methoden und Möglichkeiten.
Neben der Verabreichung von Schmerzmitteln gehören auch seelsorgerische Betreuung und alternative Behandlungsansätze, wie z.B. die Aroma-Therapie, zum Spektrum des Möglichen. In einem etwa halbstündigen Vortrag wurde uns das Konzept der Diakonie vorgestellt. Bisher haben sechs Pflegerinnen eine entsprechende Weiterbildung absolviert und haben dadurch besondere Befugnisse im Umgang mit Schwerstkranken erworben. Ein sehr wichtiger Punkt hierbei ist die so genannte Symptomvorsorge. Schmerzmittel werden nicht mehr nur wie vom Arzt verordnet verabreicht, sondern können vom Pflegepersonal je nach Bedarf des Patienten gespritzt werden.
Die Leitung des ambulaten Pflegedienstes verspricht sich von diesem Ansatz eine patientenbezogenere Behandlung und letztlich eine Verbesserung der Lebensumstände.
Die ambulante Palliativpflege ist vor allem für Menschen wichtig, die ihr Leben in ihrer vertrauten Umgebung und nicht in einem Hospiz oder Krankenhaus abschließen möchten. Um diesem Wunsch gerecht werden zu können, ist aber nicht nur das Pflegeteam der Diakonie gefragt, sondern das soziale Umfeld des Sterbenden muss auch den Umständen angepasst und mit den Pflegerinnen und Pflegern entsprechend koordiniert werden. Ist diese wichtigste Voraussetzung nicht (mehr) gegeben, rät das Team der Diakonie meist zu einer Verlegung in ein Hospiz.
Den Vortrag zu dem Thema und das neue Konzept der Diakonie fand ich zwar interessant, allerdings hatte ich angenommen, dass es so ein Angebot in Marl schon gäbe. Aus meiner Zeit als Zivildienstleistender in Recklinghausen weiß ich noch, dass die Krankenhäuser eng mit genau solchen Palliativteams zusammengearbeitet haben und ich hatte angenommen, dass dieses Konzept auch in anderen Städten längst umgesetzt ist.
Als wir wieder im Verlagshaus ankamen, durfte ich erneut in der Online-Redaktion aushelfen. Heute ging es, auch wenn die Aufgabe der gestrigen sehr ähnlich war, deutlich schneller. Dadurch konnte ich auch früher wieder an meinen Platz in der Lokalredaktion zurückkehren und mich am nächsten 50-Jahre- Rückblick versuchen, was wieder viel Spaß gemacht hat.
Morgen feiere ich dann schon mein „Bergfest“ bei der MZ. Die Zeit hier vergeht wirklich wie im Fluge.









