Privater Wachschutz: Rathaus geht auf Nummer sicher

Von Michael Dittrich am 12. Juni 2010 08:17

OER-ERKENSCHWICK. Man sieht und hört nicht viel von ihnen. Aber die privaten Wachmänner patroullieren nachts noch durch die Stadt. Schon im dritten Jahr. Zum 1. April hat die Stadt den Vertrag mit dem Westfälischen Wachschutz (WWS) sogar um zwölf Monate verlängert. Im Ausschuss oder im Rat stand das gar nicht zur Debatte.

Für 70 000 Euro pro Jahr leistet sich die Stadt den Luxus, um auch ohne 24-Stunden-Polizeiwache das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu beruhigen. Von „schwarzen Sheriffs“ will Ordnungsamtsleiter Michael Grzeskowiak aber nichts wissen: „Die WWS-Mitarbeiter tragen dunkelblaue Uniformen, sind nicht bewaffnet und haben auch keinerlei ordnungsamtlichen Befugnisse.“ Von der Notwendigkeit des zusätzlichen Sicherheitsdienstes ist Grzeskowiak aber überzeugt. Obwohl die Stadt das Thema nach den heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bürgermeister und Polizeipräsidentin über die Sicherheit in OE lieber etwas unter der Decke hält. „Dabei wollen wir der Polizei doch nicht das Wasser abgraben.“ Messbar sei Sicherheit zwar nicht, aber die Oer-Erkenschwicker Lösung würde durchaus Früchte tragen. „Die Vandalismusschäden an städtischen Gebäuden sind spürbar zurückgegangen“, sagt der Ordnungsamtschef. Ganz vermeiden könne man sie nicht, dafür sei das Personal zu knapp. Zweieinhalb Stunden pro Nacht kontrolliert ein WWS-Duo Schulhöfe und öffentliche Plätze. „Effektiv sind die Sicherheitsleute noch viel länger in der Stadt unterwegs, weil sie auch noch Überwachungsaufträge für private Firmen in Oer-Erkenschwick erfüllen“, sagt Grzeskowiak. Am Wochenende seien die WWS-Männer die komplette Nacht auf Streife, bis zum frühen Morgen.

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