81 Jahre alt war der „Urwalddoktor“ da schon, als Arzt, Theologe, Missionar, Musiker und Philosoph hatte er Weltruhm erlangt, gründete in Lambarene im Gabun ein Krankenhaus, wurde schließlich zu einem Symbol völkerverbindender und konfessionenüberwindender Mission.
Mit leicht zittriger Handschrift erfüllte Albert Schweitzer schließlich 1956 die Bitten der damaligen evangelischen Schule Rapen, sie nach ihm zu benennen.
Die katholische Schule in der Bauerschaft hatte es damals etwas leichter, sie wurde nach dem verstorbenen Namensgeber Clemens Höppe benannt. Bei noch lebenden Persönlichkeiten muss indes eine Zustimmung erfolgen. Hauptlehrer Dr. Siepmann hatte an den Nobelpreisträger seinen Wunsch schriftlich formuliert – zunächst gab es aber keine Antwort. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen der Schule erfolgte dann doch die Zustimmung – die Umbenennung konnte erfolgen.
Das einstige Oer-Erkenschwicker Reporter-Urgestein Rudolf Colneric, damals bei der Feierstunde vor Ort, beschrieb den Brief von Albert Schweitzer, wie folgt: „Er hat in seinen Zeilen nicht viel Worte verwendet. Man merkt seiner Schrift an, dass sein Augenlicht schon etwas schwach geworden ist. Doch die Güte seines Wesens, die Tausenden immer noch Hilfe und Hoffnung bedeutet, strahlt weiter ungebrochen aus seinen Grüßen.“
Noch heute ist es ein wertvolles Dokument für die Schule. Und wertvoll für ein Stadtarchiv allemal. Leiterin Bettina Lehnert nahm den Brief in Empfang und besitzt nun ein kleines, aber bedeutendes Stück Papier für die Stadtgeschichte.








