Aber was ist alles passiert in der Zwischenzeit! Die Kinder der Kollegen haben Gedichte gereimt, in denen der Mama mit auf den Weg gegeben wird, "keinen Mist" zu machen, sondern stattdessen zu bleiben "wie du bist" und in denen die Güte des mantelteilenden St. Martin auch noch mal gewürdigt wird.
Aber es wird auch gepetzt, wer in der Kirche eingenickt ist und welcher streitlustige Onkel unter dem lichterträchtigen Tannenbaum niederträchtige Giftpfeile gegen die Verwandtschaft abgeschossen hat.
Die Mutter eines Freundes hat sich beim Festtags-Braten-Schneiden in den Finger gesäbelt, eine Bekannte ist nach einem Weihnachtsbrunch bei Freundinnen plötzlich am Heiligabend kreidebleich geworden und musste dann ohne Geschenke, dafür mit Magen-Darm ins Bett.
In Rauch und Flammen aufgegangen sind in Bottrop im Depot der "Vestischen" 68 Busse und in Bad Segeberg das wollene Krippenspiel-Schafskostüm, in dem eine Siebenjährige steckte.
Es waren offenbar nicht überall fröhliche Weihnachten.
Hoffen wir, dass das Lämmchen-Mädchen einen Schutzengel hat, so wie sie einst in Bethlehem über den Feldern unterwegs waren. Hoffen wir, dass die Vestische gut versichert war, der Pfarrer die unaufmerksamen Gottesdienstbesucher gnädig übersehen hat und der zänkische Onkel sein Ziel verfehlt. Schnittwunden heilen sowieso, und Magen-Darm verhindert zumindest, dass man übereilt am 1. Januar diesen teuren Fitnessstudio-Vertrag abschließt.
Und die, die doch fröhliche Weihnachten hatte, die sind am besten jetzt doppelt dankbar.
Ich wäre indes dankbar, wenn Sie mir gewogen blieben und spätestens am 30. Januar wieder hier vorbeischauten. Bis dahin habe ich nämlich jetzt frei.
(Sagen Sie jetzt nichts. Nein, das ist kein Sabbatical. Es ist ehrlich erworbener Urlaub. Und ja, ich fahre weg. Schon wieder, ja! Ich stehe dazu.)








