„Verfassungsschutz-Bericht erwähnt DITIB mit keinem Wort“

14. Januar 2012 07:54

Auf die Stellungnahme von Klaus Mathwig ("Angebote für Frauen wären ein Zeichen gegen Parallelgesellschaft") reagiert Josef Oeinck vom Stadtverband der Partei "Die Linke"

„Wer auf dem rechten Auge so extrem blind ist wie die UBP, sollte für sich nicht in Anspruch nehmen dürfen, irgendetwas vorurteilsfrei im Auge behalten zu können. Der Verfassungsschutzbericht NRW erwähnt mit keinem Wort, dass DITIB überwacht wird. Im Gegenteil: Der NRW-Verfassungsschutz hat im November 2010 eine gemeinsame Veranstaltung mit DITIB in Duisburg mit dem Thema: Wir oder die Scharia? gemacht. Die Ergebnisse werden auf der Seite des Verfassungsschutzes NRW in der 2. Jahreshälfte 2012 veröffentlicht.

Der Verfassungsschutzbericht weist daraufhin, dass dieser Bericht „die Inhalte der Tagung widerspiegelt und Impulse setzen möchte, um islamfeindlichen Kampagnen durch kreative Aufklärung zu begegnen“. In Abwandlung zur während der Tagung gemachten Äußerung der Leiterin der DITIB-Begegnungsstätte Duisburg-Marxloh, sollten wir uns Folgendes vor Augen führen (bei Rechtsblindheit schwierig): „Es ist wichtig, von Anfang an Vielfalt als Selbstverständlichkeit zu zeigen, und es ist unsere Chance, ein Gefühl der Gemeinschaft zu vermitteln: Wir sind alle sind Oer-Erkenschwicker.“ In der von Mathwig kritisierten DITIB-Gemeinde findet natürlich auch offene Arbeit mit Mädchen statt. Würde die selektive „rechte“ Wahrnehmung dies nicht erschweren, hätte auch ein UBPler lesen können, dass vor nicht allzu langer Zeit u.a. Schulen und Parteien (auch die LINKE) zum Beispiel das dortige Projekt zur Selbstverteidigung von Mädchen durch Sachspenden unterstützten.

Das ausgesprochene Angebot an Jugendliche anderer Nationalitäten wird durch das „Spielen“ der UBP mit dumpfen Vorurteilen nicht befördert. Und: man mag ja die Ungleichheit von Mann und Frau bei anderen Nationalitäten kritisieren, dann sollte diese aber auch bei Deutschen thematisiert werden. Darüber findet man in allen Äußerungen der verschiedenen UBP-Ortsgruppen keinen einzigen kritischen Ton. Wer selber in einer Rechtsaußen-Parallelgesellschaft lebt, sollte seine Versuche die reale Welt begreifen zu wollen, vielleicht einfach für sich behalten – aber jeder blamiert sich so gut er kann. Dann kommt eben eine solche krude Mischung aus Halbwahrheiten, Unterstellungen und Phantasien heraus wie bei Herrn Mathwig, der sich seit Monaten bemüht, den rechten Rand in Oer-Erkenschwick zu organisieren.

Die UBP als Trittbrettfahrer des rechten Lagers trägt durch solche Äußerungen nur dazu bei Vorurteile aufzubauen. Leider hat die Stadtspitze die vorhandenen positiven Ansätze der Integrationskonferenz im Sande verlaufen lassen. Sie hat damit eine Chance für eine offensive Strategie gegen unterschwelligen Rassismus vertan. Ein Sumpf der immer wieder Fontainen schießt.“

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