Im eigenen Lande verkannt

30. Januar 2012 15:09

Leserbrief von Antonius Wehmeyer, Ost, zur Stellungnahme "Infame Unterstellungen" von CDU-Ratsherr Thomas Bernemann vom 25. Januar

Thomas Bernemann hat mich eventuell meiner Illusionen beraubt. Gerade in unserer modernen Zeit des Spezialistentums, des eng begrenzten Fachwissens: Wie glücklich fühlte ich mich, endlich wieder ein Universalgenie unter uns zu wissen, denn vor gut 50 Jahren ward uns Dr. Dr. Seeger geboren. Um Jahrhunderte fühlte ich mich zurückversetzt, in die Zeit, als es Kapazitäten wie Erasmus von Rotterdam oder Gottfried Wilhelm Leibniz zu bestaunen gab. Oder sollte man an Nikolaus von Cues denken, der als päpstlicher Legat auf den Reichstagen von Mainz, Frankfurt und Nürnberg die Interessen Roms vertrat? Vielleicht teilt Dr. Dr. Seeger das Schicksal so mancher Genies, die im eigenen Lande verkannt werden. Dass ein Multitalent über ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein verfügt, wer will ihm das verübeln? Er hatte sich zugetraut, in Duisburg eines der höchsten Verwaltungsämter zu übernehmen. Abgelehnt hat man ihn. Zurückgewiesen wurde er ebenso, als er für den Landtag kandidieren wollte. Selbst als Regent der „Alten Gilde“ musste er die Bitterkeit der Renitenz erfahren, als sein eigener Schützenvorstand sich in einer Stellungnahme in der RZ von ihm distanziert. Ist es Neid, dass man ihn immer wieder so behandelt? Muss es unbedingt ein Zeichen von Eitelkeit, dass er schon mal, ebenfalls in der RZ, tabellarisch veröffentlicht hat, was er alles geschafft hat? Dahinter steckt womöglich kein Narzissmus. Könnte er nicht von seltsamen Freunden dazu gedrängt worden sein? Ich schwanke in meiner Einschätzung: Enzyklopädist oder einfach nur jemand, der sich gewaltig überschätzt? Sicher können das Leute, die ihm näher sind, besser beurteilen.

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