Ruhrfestspiele: Kontinent Kleist im roten Meer

19. Mai 2010 13:27

Von: Sabrina Pelick, Janet Bartsch und Stefanie Kurat vom Leistungskurs Deutsch, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium RE Betr.: Der Prinz von Homburg bei den Ruhrfestspielen

16.05.2010, gegen 18.00 Uhr im Festspielhaus: Die Zuschauer blickten voller Erwartungen auf einen eisernen Vorhang. Als dieser sich öffnete, sah das Publikum rot und die Aufführung des Prinzen von Homburg begann. Prinz von Homburg, ein träumerischer Junge, der durch einen Scherz des Kurfürsten das Kriegsgesetz missachtet und somit seinen Tod besiegelt. Zwischen diesen Zeilen liegt seine Entwicklung vom Jungen zum Reifen Mann, wodurch er letztlich begnadigt wird. So heißt es in Kleists Drama von 1811. Die Umsetzung im gleichnamigen Theaterstück vom Regisseur Andreas Kriegenburg mit dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, ist zu oberflächlich für dieses tiefgehende Drama mit großer Symbolik umgesetzt worden. Direkt die komplett in rot gehaltene Schaubühne samt den Darstellern warf bereits zu Anfang Fragen auf, die durch die Bühnengestaltung wie zum Beispiel wassergefüllte Blechschalen noch vermehrt wurde. Positiv anzumerken ist jedoch die Symbolik der Wasserlache, durch welche sich die weiß geschminkten Darsteller reinwaschen konnten. So konnte die Entwicklung, zu mehr Menschlichkeit, der jeweiligen Darsteller verdeutlicht werden. Weiterhin positiv ist, dass die wichtigsten Passagen von Kleists Drama wortgenau übernommen wurden. Jedoch hatte man teils davon leider nicht viel verstanden, da die Schauspieler viel zu oft in einem so lauten Ton die Worte untergehen ließen, so wie durch die Schnelligkeit ihrer Dialoge. Dadurch fiel es unerfahrenen Zuschauern schwer, der Handlung zu folgen beziehungsweise konstruieren. Dies wurde auch durch die Darstellung unterstützt. Da Homburg in Kleists Drama eine bedeutende Entwicklung durchmacht, hätte diese in der Theateraufführung deutlich werden müssen, was jedoch nicht dargestellt wurde. Wenn man nun die Leistungen der Theateraufführung vom Prinzen von Homburg mit dem Drama Kleists vergleicht, wird man im Großen und Ganzen enttäuscht.