Denia hatte einen Erstickungsanfall, sie wird von Dr. Oxana Harabadjiu untersucht. Das kleine Mädchen hat Krebs und das Down-Syndrom. Foto: Heinz Sünder
Die Ärzte haben die Krise bewältigt, Denia atmete bald wieder normal und ließ sich mit ihrem Lieblingsspielzeug besänftigen: Ein Telefon, mit dem man zwar nicht telefonieren kann, das aber bei Eingabe einer bestimmten fünfstelligen Zahlenkombination klingelt. Wenn sie das schafft, wenn das Telefon klingelt, dann ist sie glücklich und lächelt. Glücklich – das ist sie nicht oft. Sie hat auch keinen Grund dazu.
Denias Familie lebt in Transnistrien, einem abtrünnigen Landesteil in Moldawien. Als Denias Mutter im sechsten Monat schwanger war, hat sie Transnistrien und den Vater von Denia verlassen und ist nach Moldawien gegangen. Kein Problem, denn nach moldawischem Recht ist sie ja Moldawierin. Das Kind kam zur Welt – und die Mutter war zuerst entsetzt: Denia hat das Down-Syndrom. Zwar nur in einer leichten Form, aber sie hat es. Als das Mädchen knapp ein Jahr alt war, wurde bei einer Untersuchung eine Anomalität im Blut festgestellt, es war ein Tumor.
Wie so oft bei Problemkindern: Denia wird besonders geliebt. Von der Mutter, den Ärztinnen, den Schwestern und den anderen kranken Kindern. Sie ist sehr anlehnungsbedürftig und wenn sie nicht im Bett liegen muss, dann sucht sie die Kinder oder eine Schwester und dann will sie schmusen.
Ihr Schicksal ist noch sehr ungewiss. Selbst wenn die Therapien anschlagen und sie gesund wird – eine Behinderung wie das Down-Syndrom ist in Moldawien ein schwerer Schlag. Das Vorsorge- und Betreuungssystem ist darauf nicht vorbereitet. Spezielle Betreuung gibt es kaum, und wenn, dann ist sie sehr teuer. Das aber wird sich Denias Mutter nie leisten können.
Aber daran denken sie auf der Krebsstation in Chisinau jetzt erst mal nicht. Im Vordergrund steht: Das Kind soll vom Krebs befreit werden. Ihre Ärztin Oxana Harabadjiu erklärt: „Wir tun unser Bestes. Aber es ist so schwer, weil wir uns mit der Kleinen kaum verständigen können. Was danach kommt, das wissen wir nicht.“
Es gibt keine Schwestern oder Ärzte, die speziell für solche Problemfälle ausgebildet sind. Wenn Denia es schafft, dann wird es schon irgendwie weitergehen. In Moldawien geht es immer irgendwie weiter.
Was wir da tun können? Wir können mit Ihrer Hilfe dafür sorgen, dass dieses „irgendwie“ besser wird. Dass Kinder wie Denia besser versorgt und betreut werden können. Dass dieses Menschlein in ein Leben kommt, in dem es sich mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten zurecht findet und in dem es in Würde leben kann. Dafür bitten wir Sie um ihre Mithilfe.


