Nach Nazi-Überfall: Langes Warten auf die Polizei

Von Peter Bandermann am 28. August 2010 10:00

DORTMND. Von Neonazis attackierte Kneipengäste mussten lange auf die Hilfe durch die Polizei warten: 10 Minuten vergingen, bis das erste Blaulicht um die Ecke kam.

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Vor der "Hirsch-Q"-Bar sind 50 Gäste von Neonazis überfallen worden.

Der Angriff von 20 Neonazis auf 50 Besucher der Gaststätte „Hirsch Q“ auf der Brückstraße ist nicht nur ein weiterer Beleg für die Gewaltbereitschaft der Rechtsextremisten in Dortmund – der Vorfall in der Nacht zu Donnerstag (26.8.2010) stellt auch die Reaktionszeit der Polizei in Frage.

Nächste Wache nur 400 Meter entfernt

Um 0.43 Uhr alarmierte der Inhaber der Gaststätte in der Innenstadt über den Notruf 110 die Polizei, weil die Angreifer mit Flaschen und Steinen auf die Kneipenbesucher zielten – und erst zehn Minuten später trafen die ersten Streifenwagen der Polizei ein. Die nächste Wache ist nur 400 Meter entfernt.

Zwar waren Zivilkräfte der Polizei deutlich schneller vor Ort als die Streifenwagen, doch die griffen nicht in das Geschehen ein. Sie konzentrierten sich auf die Verfolgung der Täter in Richtung Hauptbahnhof, konnten so die Festnahme von fünf Neonazis durch die Bundespolizei vorbereiten und übermittelten wichtige Erstinformationen an die Leitstelle.

35 Streifenwagen am Tatort

Schließlich hatte die Polizei 35 Streifenwagen am Einsatzort Brückstraße, zusammengezogen aus der gesamten Stadt. Schneller habe man nicht reagieren können, weil sämtliche Fahrzeuge in anderen Einsätzen gebunden waren, begründete ein Polizeisprecher den Zeitverzug.

Wie berichtet, waren die 20 Angreifer der Übermacht von 50 „Hirsch Q“-Gästen nicht gewachsen – sie mussten flüchten, als Steine und Flaschen zurückgeworfen wurden.



Brückstraße Hirsch Q Polizei auf einer größeren Karte anzeigen 

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