Jeden Tag Sport: Geht das?

Die Scenario-Redaktion mich an und fragte, ob ich im Selbstversuch eine Woche lang jeden Tag Sport treiben – und meine Erfahrungen, ob gute oder schlechte – hier dann teilen will. Okay, Challenge accepted, ich nehme die Herausforderung an.

  • Sport Jenny Kuhn

    Sie ist gar kein Sport-Fan, aber ein bisschen Hanteltraining geht immer. Oder, Jenny? Foto: Privat

Tag 1
An sich bin ich nicht der Mensch, der Sport über alles liebt und der seinen Tagesablauf nur ums Training herumbastelt. Doch jetzt beginnt mein Sieben-Tage-Selbstversuch. Ich starte meine Sportwoche in meinem Fitnessstudio, in dem es heute zum Glück recht leer ist. Als Erstes habe ich mir vorgenommen, 30 Minuten aufs Laufband zu gehen. Puh, nach zehn Minuten joggen auf dem Laufband bin ich dann auch schon etwas außer Atem – eine ganze Woche Sport treiben kommt mir gerade recht utopisch vor. Doch ich halte durch. Nach dem Cardio-Training gehe ich an die Geräte, die Muskeln sind dran. Was mir das Sportprogramm etwas erträglicher macht, ist Musik. Geschafft, aber happy fahre ich nach Hause.

Tag 2
Zwar bin ich noch motiviert – es ist ja auch erst der zweite Tag –, aber irgendwie will und brauche ich ein anderes Training als gestern. Ich suche mir eine Trainerin, der ich erkläre, was ich vorhabe und was mein Ziel ist: sportlicher und insgesamt fitter zu sein. Sportübungen für die Beine, Gewichte heben, den Rücken trainieren – das ist okay, aber ein Muskelpaket will ich jetzt nicht werden.

Die Trainerin zeigt mir auch Übungen für den Bauch – vier verschiedene Sit-ups-Einheiten, die ich abwechselnd in den nächsten Tagen machen kann. Als ich ihr vorführe, wie ich meine gewohnten Übungen für die Arme und Beine mache, korrigiert sie mich direkt. Ich sitze falsch und führe die Bewegungen ungünstig aus. Alleine schon aus diesem Grund ist es gut, sich eine Person zum Training zu suchen, die Ahnung von Sport und den Geräten hat. Volle zwei Stunden verbringe ich in dem Fitnessstudio – unter Beobachtung meiner Fitnesstrainerin. „Gut, sehen wir uns dann morgen?“, fragte sie mich. „Natürlich“, lächle ich und denke: „Puh, diese Woche wird hart!“

„Bitte? 30 Kilo an der Beinpresse?! 25, okay?“

Tag 3
Ich habe keine Lust mehr, denn ich habe höllischen Muskelkater! Und jetzt auch noch Beintraining? Na, das wird ein Spaß! Aber okay, Jammern hilft nicht. Ich bin um 13 Uhr mit Sina, so heißt die Trainerin aus meinem Fitnessstudio, verabredet. Mit der Motivation eines Koalabären fahre ich mit meinem Auto zum Fitnessstudio. Sina wartet schon an der Beinpresse auf mich. „Wir beginnen mit 30 Kilo“, eröffnet sie mir. „Bitte? 30 Kilo? 25, okay?“ Sina lächelte: „Okay, aber Ende der Woche dann 30!“ „Kann ich gehen?“, denke ich mir.
Ich habe aber noch eine Stunde und 45 Minuten vor mir. Nach der Tortur an der Beinpresse nimmt mich die Trainerin mit in die Cardio-Abteilung. Ich jogge 30 Minuten auf dem Laufband und gehe im Anschluss daran noch 20 Minuten aufs Fahrrad. Ich mache soweit alles richtig, Sina findet es gut, dass ich auf Cardio achte. Viele machen wohl meistens nur Krafttraining und vergessen, wie wichtig auch Ausdauersport ist. Nach zwei Stunden Training verabschiede ich mich von Sina. Mein Trainingsplan steht, juhu!

Tag 4
Nach einem harten Arbeitstag würde ich am liebsten mit meinen Freunden eine Pizza essen gehen. Aber ich habe ihnen von der Herausforderung erzählt – und somit fällt das chillige Date flach. Immerhin: Mein bester Freund leistet mir heute im Fitnessstudio Gesellschaft. Heute ist es dort so voll! Manchmal muss ich zehn Minuten auf ein Gerät warten, bis es frei wird. Nervt! Mit meinem Kraftsport und meinem Cardio-Training höre ich nach einer Stunde und 20 Minuten auf – die Geräte sind dauernd belegt. Und so richtig Lust habe ich auch nicht mehr – aber hey, ich habe es schon vier Tage lang durchgezogen. Hm, irgendwie bin ich stolz auf mich. Ich nehme mir vor, dass ich morgen vor der Arbeit ins Fitnessstudio gehe, vielleicht ist es dann nicht ganz so voll.

Tag 5
Um Punkt 6.30 Uhr liege ich tatsächlich auf der Sportmatte und fange mit meinen Sit-ups an. Hoffentlich schlafe ich währenddessen nicht ein. Beinpresse, Arm- und Rückentraining – das sind meine Kraftübungen für heute. Nach und nach werde ich immer wacher und fühle mich fitter. Zum Schluss eine Stunde Cardio – uff, ich bin echt fertig und würde am liebsten doch wieder ins Bett gehen.
Auch die Kollegen sind irgendwie geschockt
Mit einer kalten Dusche nach dem Training geht es dann wieder. Im Büro angekommen, fragen mich meine Kollegen, wie meine Sportwoche so aussieht und ob ich sie immer noch durchziehe. Als ich ihnen erzähle, dass ich aus dem Gym komme, sind sie geschockt. Ich bin’s auch irgendwie.

Tag 6
Noch mal so früh morgens aufstehen? Nee. Heute entscheide ich mich dafür, mal sehr spät ins Fitnessstudio zu gehen. Gegen 21 Uhr bin ich dort mit meiner Freundin verabredet. Ich fahre also nach der Arbeit erst nach Hause. Die Versuchung, auf der Couch sitzen zu bleiben, ist groß, doch meine Freundin wartet. Gemeinsam starten wir diesmal das Sportprogramm auf einer Vibrationsplatte. Sie soll bei Muskelaufbau und Gewichtsreduktion helfen. Wir sind alleine in dem Raum und machen einen Kurs mit. Er ist echt anstrengend, aber auch eine willkommene Abwechslung zu meinem gewohnten Training. Der Kurs geht „nur“ 20 Minuten – hat es aber in sich! Noch zehn Minuten Sit-ups – und wir sind vollkommen erledigt. Wir fahren noch zu mir und schauen uns ein YouTube-Video von Pamela Reif an. Sie ist Fitness-YouTuberin und hat Millionen Abonnenten. Unser Plan: Wir gehen morgen nicht ins Fitnessstudio, sondern machen ein Home-Workout mit ihren YouTube-Videos.

Tag 7
Letzter Tag – und ich bleibe zu Hause, sportlich natürlich. 19 Uhr ist Start bei mir im Wohnzimmer. Meine Freundin ist da und wir rufen uns die Fitness-Videos auf meinem Laptop auf. Unsere Matten liegen vor mir. Die erste Übung beginnt. Als ich meinen Bauch anspanne, merke ich, dass ich echt Muskelkater habe. Darauf erst mal noch ein paar Sit-ups. Das Workout von Pamela Reif macht Spaß, wenn wir es regelmäßig durchziehen, sehen wir im Sommer 2019 so aus wie sie, haha. Aber eine ganze Woche treibe ich nicht noch einmal Sport. Dreimal reicht doch auch, oder?


AUTOR
Jenny Kuhn
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. Dezember 2018, 15:57 Uhr
    Aktualisiert:
    21. Dezember 2018, 16:02 Uhr