Lari läuft...: ... ins Glück

Sport ist seit einer Weile zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden, doch bei einem richtigen Lauf habe ich noch nie teilgenommen. Das wollte ich jetzt ändern. Doch wollte ich mich dieser Herausforderung stellen? Schaffe ich es überhaupt, sieben Kilometer am Stück zu joggen? Diese Gedanken beschäftigten mich nun ca. drei Wochen vor dem angesetzten Lauf.

  • Joggerin

    Eigentlich ist Joggen ganz easy: Zu Hause Sportsachen anziehen, Tür aufmachen und los laufen. Foto: Caroline Seidel (dpa)

Da ich allerdings ein großer Freund von Plänen bin, da sie mir das Gefühl von Kontrolle geben, hab‘ ich zusammen mit einer Trainerin im Fitnessstudio einen Plan ausgetüftelt, um in kurzer Zeit so fit wie möglich zu werden. Mein Trainingsplan bestand hauptsächlich aus Cardio-Einheiten. Abends drehte ich kleine Runden, um ein Gefühl von Tempo, den unterschiedlichen Böden und Steigungen zu bekommen. Und so viel Aufwand ist das ja nicht: einfach Sportschuhe an, Tür auf, loslaufen.

Eine App hilft dabei, das Tempo zu steigern

Eines Morgens wagte ich mich an die Sieben-Kilometer-Strecke. Um eine Bilanz meines Tempos in Bezug auf die zurückgelegten Kilometer ziehen zu können, habe ich mir auf meinem Handy die kostenlose „Nike Run Club“- App geholt. Die App zeigt mir nicht nur die Distanz an, die ich geschafft habe und das Tempo, sie zeigt mir nach einer Einheit per GPS die genaue Strecke an – mit Farben unterlegt. Grün steht für ein gutes Tempo und Rot für „Schneckenrennen“.

Es ist spannend, wenn man sich mit der eigenen Kondition und dem Laufen beschäftigt. Ich hab‘ zum Beispiel festgestellt, dass ich auf Schotter immer ausgebremst wurde und somit Zeit verloren habe. Aber dadurch konnte ich an mir arbeiten. Zusätzlich zu meinen Laufeinheiten bin ich weiter ins Fitnessstudio gegangen. Ich hab’ weiter mit meinem Cardiotraining gemacht, besonders das Laufband und ich haben uns angefreundet. Um meinen Beinen etwas Gutes zu tun, hab‘ ich mich die wenigen Wochen mit Kraftaufbau beschäftigt und nicht zu vergessen: mit richtigem Dehnen. Dehnen ist bei solchen Einheiten wichtig.

Und dann kam der Tag. Ich war so nervös, wie schon lange nicht mehr. Mit vielen anderen machte ich mich bereit und wartete auf den Startschuss – und dann: Loooos! Während ich mich von rechts nach links an den Läufern vorbeischlängelte, vergingen die Kilometer wie im Flug.

Beim fünften Kilometer merkte ich, dass ich einen Gang zurückschalten musste, wenn ich auf der Zielgeraden noch mal Gas geben wollte. Obwohl ich konzentriert war, nahm ich die Musik wahr, die immer lauter wurde. Das Ziel konnte nicht mehr weit sein. Dann sah ich die ersten Menschen, die mir am Rand zujubelten. Es war so ein unglaubliches Gefühl – das werde ich nicht mehr vergessen.
Als am Abend dann noch die einzelnen Laufzeiten online gestellt wurden, konnte ich meinen Augen nicht trauen! Ich hab‘ es bei meinem ersten Lauf mit einer Zeit von 39.58 Minuten auf Platz 153 von über 1.700 Läuferinnen und Läufern geschafft.
Ich wusste zwar, dass ich mich sportlich weiterentwickelt habe, doch das war für mich der Lauf in einen neuen Abschnitt. Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen!


AUTOR
Lari Goldstein
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. November 2018, 14:47 Uhr
    Aktualisiert:
    5. November 2018, 15:20 Uhr