Sarah zieht aus: Ein Umzug ist gar nicht so leicht

Wohnen Im Internet kann man überall lesen, ein Umzug sollte gut vorbereitet sein. Doch wenn man noch nicht realisiert hat, dass man bald wirklich auszieht, bleibt man zunächst einmal ziemlich planlos. So ging es jedenfalls mir, als ich von Recklinghausen nach Köln umziehen wollte…

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  • Umzug Sarah

    Trotz Stress lächelt Sarah: Ihre Sachen hat sie schon in Kartons gepackt.

  • Umzug Sarah

    Das sieht ganz schön ordentlich aus für einen Umzug: Sarah hat sogar an ihre Blümchen gedacht, die auch mit von Recklinghausen nach Köln müssen.

  • Umzug Sarah

    Jetzt nur nicht den Überblick verlieren: In Sarahs Zimmer herrscht ein bisschen Umzugschaos.

Schon das Streichen, das ich mir eine Woche vorher mit meiner Mutter vornahm, funktionierte eher mittelprächtig und wir kamen ins Schwitzen, während wir auf elf Quadratmetern zwischen den alten Möbeln des Vermieters herumturnten und versuchten, die Wände weiß und den Rest am besten gar nicht zu streichen. So kostete uns das ganze Unterfangen entgegen den Berechnungen meines Vaters doch so an die drei Stunden und eine Menge Nerven.

Zurück zu Hause wurde mir dann bewusst, dass ich doch wirklich mal anfangen müsse, meine Sachen zusammenzupacken. Dabei flogen mir einige Dinge entgegen, die ich schon lange nicht mehr vermisste, wie zum Beispiel meine Schulsachen aus der Grundschule. Also sortierte ich aus, verteilte einiges an meine Familienmitglieder und sammelte mir auch einen Haufen von kleinen Schätzen an, von denen ich mich entgegen aller Vernunft nicht trennen wollte. Dazu gehörten vor allem Erinnerungen wie meine früheren Tagebücher oder Kuscheltiere.

Die letzte Nacht vor meinem Umzug schlief ich nicht mehr in meinem Zimmer, weil ich mein Bett bereits auseinander gebaut hatte. Das war ein ungewohntes Gefühl!

Wollen wir wieder umdrehen?

Am nächsten Tag klingelte der Wecker viel zu früh und der Umzugswagen stand auch schon schnell vor der Tür. Wir packten nach und nach alles in den Wagen und wurden dabei langsam wach. Ich schmierte als Dankeschön an meinen Vater und meine Schwester, die mir halfen, noch ein paar belegte Brote und dann ging es gegen halb zehn auch schon auf die Autobahn in Richtung Köln.
Auf der Fahrt kribbelte es in meinem Bauch und ich stellte mir meine Zukunft vor. Spaßeshalber fragte ich meinen Vater, ob wir nicht doch wieder umdrehen wollten.

An meiner Wohnung angekommen, parkten wir im Halteverbot, weil es keinen Parkplatz, sondern stattdessen nur eine enge Einbahnstraße und unser großes Auto gab. Wir bildeten eine Kette bis in den zweiten Stock und brachten so alle Sachen zügig in mein kleines Zimmer. Bei all der Anstrengung mussten wir uns nur immer wieder vor Augen führen, dass wir unsere Armmuskeln trainierten.

In meinem neuen Zimmer herrschte dann das reinste Chaos. Jetzt systematisch vorgehen! Wir beschlossen, mit dem Möbelaufbau zu beginnen. Wenn man handwerklich so unbegabt ist wie ich, kann man sich leider nur auf seinen Instinkt verlassen, doch der lag bei mir meistens auch falsch. Gut, dass mein Vater zur Stelle war!
Hin und wieder stand ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil ich befürchtete, dass ich mein gesamtes Bett kaputtgemacht hatte oder mein Kleiderschrank seinen Geist aufgab. Doch nachdem ich die anderen damit einige Minuten nervte, konnten sie mich beruhigen. Zur Not half immer noch ein Butterbrot.

Chaos löst sich langsam auf

So löste sich das Chaos langsam auf und ich fand ein schönes Zimmer mit einigen kleinen Macken vor. Als schließlich auch die Regale und Schränke mit meinen Sachen gefüllt waren, war ich glücklich und schickte einige Fotos an meine Freunde und Familie. Am Nachmittag fuhren wir hungrig und zufrieden in Richtung Heimat und somit direkt in einen zehn-Kilometer-Stau. Nur gut, dass wenigstens die Sonne schien.

Am nächsten Tag hatten wir alle Muskelkater und lagen faul auf dem Sofa. So ein Umzug ist eben anstrengend und bereits ein großer Schritt in die Zukunft. Doch es ist nichts gegen das tatsächliche Leben in der neuen Wohnung in einer fremden Stadt. Meine Tauglichkeit diesbezüglich wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.



AUTOR
Sarah Göritz
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    15. März 2017, 12:00 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Juli 2017, 03:34 Uhr
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