Kilometerlang erstreckt sich die Küstenstraße in La Manga, doch wo man auch hinsieht, überall sind die Rollläden geschlossen, die Lichter aus und die Bürgersteige hochgeklappt. Der ganze Ort, der im Sommer vor Touristen platzen muss, wirkt wie eine ausgestorbene Geisterstadt, die seit Jahren niemand mehr betreten hat. Wenn dann doch mal ein Licht in einem der unzähligen Hotel-Hochbauten brennt, hat wohl einfach jemand bei der Abreise vergessen, das Licht auszuschalten.
Tiefer Winterschlaf
Ab 23 Uhr könnte man sich hier derzeit mitten auf die Straße legen und in Ruhe ein Schläfchen halten, ohne Gefahr zu laufen, überfahren zu werden. Zumindest dann, wenn nicht ein paar hungrige deutsche Journalisten aus Dortmund vor Ort wären, die verzweifelt nach etwas Essbaren suchen. Denn auch die Restaurants und Strandbars in La Manga befinden sich derzeit im tiefen Winterschlaf.
Am heutigen Freitag ist Dreikönigstag, ein großer Feiertag im streng katholischen Spanien. Die offenbar einzigen beiden Restaurants des Ortes, die auch im Januar geöffnet sind und uns an den ersten beiden Tagen nach langer Suche über Wasser gehalten haben, werden heute ebenfalls den Herd ausgeschaltet lassen.
Gut vorgesorgt
Spätestens, wenn man dann vor den geschlossenen Türen des örtlichen Supermarkts steht, versteht man, weshalb sich die rüstigen Engländer beim Frühstück am Morgen eine Extraportion schleimiges Porrage auf den ohnehin gut gefüllten Teller geschaufelt haben. Gut, dass wir vorgesorgt und gestern schon ein kleines Lebensmittelgeschäft geplündert haben. Das dachte sich sicher auch die freundliche Dame hinter der Kasse, die binnen fünf Minuten ihren gewöhnlichen Januar-Umsatz schlagartig verdoppelt hatte.











