Sein erstes Pflichtspieltor gelang Chinedu Obasi für den FC Schalke 04 gegen Mainz 05. Dennoch war der Stürmer etwas traurig, weil sich die Königsblauen mit einem Unentschieden begnügen mussten. Foto: Stefan Korte
Was sich so lustig anhört, hatte durchaus einen seriösen Hintergrund. Denn mit dem Erfolg, der sich auf Schalke zuletzt durch fünf Siege in Folge manifestierte, wachsen natürlich auch die Erwartungen. Und die wurden am Samstag lange enttäuscht. Schalke wirkte auf dem Arena-Rasen zunächst wie schockgefroren gegen die quicklebendigen Mainzer, die völlig verdient durch den Ex-Dortmunder Zidan mit 1:0 in Führung gingen (15.).
Erst mit den Einwechslungen von Jurado und des lange verletzten Farfan (erster Einsatz seit Anfang November 2011) direkt nach dem Seitenwechsel kam die Struktur und Galligkeit ins Schalker Spiel, die das Publikum und auch Huub Stevens lange vermisst hatten. Obasi, nach Farfans Einwechslung von der rechten auf die linke Seite gewechselt, schaffte mit einem Schuss der Marke „Lothar Emmerich“ aus extrem spitzem Winkel dann noch das 1:1 (59.), das sich Schalke aufgrund der Leistungssteigerung nach dem Wechsel auch verdient hatte. Ein Punkt also, immerhin, Borussia Mönchengladbach zur gleichen Zeit in Wolfsburg und später den Bayern in Hamburg ging es auch nicht besser – Schalke hatte zwar überraschend Federn gelassen, bei genauer Betrachtung aber auch nicht viel an Boden verloren.
Und wäre Entspanntheit ein Schalker Markenzeichen, hätte spätestens der Blick nach unten für Gelassenheit sorgen können: Denn durch das 2:2 von Leverkusen gegen Stuttgart kommt hinter Platz vier lange, lange nichts. Schalke bleibt also klar auf Europa-Kurs – und die Meister-Frage ist noch nie am 20. Spieltag entschieden worden.
Aber irgendwie blieb da so ein schaler Nachgeschmack, der besonders Horst Heldt sauer aufgestoßen war. Dem Manager war offenbar aufgefallen, dass ein Teil des Publikums in der Arena während der Schalker Startschwierigkeiten recht schnell in den Missfallens-Modus umgeschaltet hatte und zeigte sich darüber „sehr irritiert“. Der langjährige Bundesliga-Profi (359 Erstliga-Spiele) gab zu bedenken, dass ein Spieler so etwas auf dem Platz sehr wohl registriert und dadurch nicht unbedingt stabiler in seiner Leistung wird. „Das weiß ich aus eigener Erfahrung“, hob Heldt mahnend den Finger und richtete deutliche Worte an die Früh-Pfeifer: „Ich denke, das war den hohen Erwartungen geschuldet. Da müssen wir höllisch aufpassen. Es kann nicht immer nur gut laufen.“ Die Nordkurve nahm Heldt aus seiner Mahnung ausdrücklich aus: „Von dort wurde die Mannschaft super unterstützt – wie immer.“
Schalke kämpft also längst nicht mehr nur gegen andere Fußball-Mannschaften, sondern auch mit durchaus verständlichen, aber halt hohen Erwartungen. Am Samstag spielen die Königsblauen bei Borussia Mönchengladbach. Der Vorteil: Diesmal wird Huub Stevens niemandem erklären müssen, dass das nicht der FC Huppeldepup ist.
Übrigens: Diesen Club gibt es nicht „wirklich“ – nur als Internet-Verein in einem Manager-Spiel.











