Ampel-Regelung bleibt: Getretene Polizistin ist weiterhin krankgeschrieben

HERTEN Die umstrittene Verkehrsregelung in der Baustelle auf der Herner Straße bleibt unverändert – trotz der eskalierten Polizei-Kontrolle am Samstag und der weiterhin zahlreichen Verkehrsverstöße.

  • Polizeilogo

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Calina Herzog aus der Pressestelle der Stadt Herten mit: „Wir bedauern den Vorfall am Wochenende und hoffen sehr, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt. An der Baustellensituation können wir jedoch weiterhin nichts ändern.“

Wie berichtet, saniert die Stadt noch bis in den Juli hinein die Kanalisation in der Herner Straße. Wegen der Baugrube steht auf 110 Metern Länge nur eine Fahrspur zur Verfügung. Es gilt eine Einbahnstraßen-Regelung: Autos dürfen nur in Richtung Hochlarmark/Herne fahren. Für die Gegenrichtung gilt eine Umleitung um die Halden herum, im Berufsverkehr sind das bis zu 45 Minuten Umweg. Einzige Ausnahme: Linienbusse können per Anforderungskontakt eine Ampel freischalten und entgegen der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraße gelangen.

Doch jeden Tag sind zahlreiche Autofahrer zu beobachten, die unerlaubt falsch durch die Einbahnstraße fahren. Ständig kommt es zu gefährlichen Situationen. Am Samstag alarmierte eine Autofahrerin die Polizei. Die Frau hatte mehrere Falschfahrer und Beinahe-Unfälle beobachtet. Eine Streifenwagen-Besatzung stoppte daraufhin einen 38-jährigen Herner, der gegen die Einbahnstraßenregelung verstoßen hatte. Der Mann wollte das Verwarngeld nicht akzeptieren, beleidigte die Polizistin, schlug und trat dann unvermittelt auf die Beamtin und ihren Kollegen ein. Erst mit Pfefferspray konnten die Beamten den Herner überwältigen und festnehmen.

Polizei kündigt weitere Kontrollen an

Die Polizistin erlitt Verletzungen durch gravierende Tritte in den Bauch. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden und ist weiterhin krankgeschrieben, teilte Polizei-Sprecherin Ramona Hörst auf Anfrage mit. Der Kollege kam mit leichten Verletzungen davon.

Trotz dieser Eskalation sieht die Stadt Herten keine Möglichkeit, die Verkehrsführung zu verändern. Eine Ampelschaltung, die den Verkehr abwechselnd in beide Richtungen rollen lässt, wurde
geprüft und verworfen. Der Rückstau in Richtung Herten-Mitte/Süd wäre zu groß.

Die Polizei kündigt an, immer wieder vor Ort die Einhaltung der Verkehrsregeln zu kontrollieren. Das Ordnungsamt überprüft regelmäßig die Beschilderung.
4 KOMMENTARE
19.04.17 17:36

Autokorrektur

... hoch frequenten Verkehrszeit...

19.04.17 17:35

Was nutzen Gesetze...

wenn sie bei solchen Idioten nicht konsequent angewendet werden.

Ich möchte heutzutage auch kein Polizist mehr sein.

Vielleicht sollte man von Seiten der Stadt mal darüber nachdenken, zumindest in der nicht so hoch Frequenzen Verkehrszeit eine Ampelregelung für beide Fahrrichtungen freizugeben.

In der Hauptverkehrszeit kommt es möglicherweise zu Rückstaus, aber doch nicht Abends um 19:00 Uhr.

Ein bisschen mehr Flexibilität kann man ja wohl erwarten, schließlich geht das an anderer Stelle ja auch (z. B. ab 22:00 Uhr 80 statt 100 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Rennstrecke von Herne in Richtung Zeche Ewald.

Also, keine Ausreden - machen!

19.04.17 11:08

Gestern

habe ich gelesen, daß nicht einmal ein Gummiknüppel benutzt werden darf, weil Pfefferspray als Vorstufe genommen werden muß.

?

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