Borussia Dortmund

BVB-Profi Thomas Meunier über Terzic: „Ich nehme Edin das nicht übel“

Thomas Meunier spricht in einem Interview über sein Verhältnis zu BVB-Trainer Edin Terzic, über seine persönliche Entwicklung und was für Spieler Borussia Dortmund braucht, um Erfolg zu haben.
BVB-Profi Thomas Meunier geht beim BVB in seine dritte Saison. © Guido Kirchner

Die erste Saison genügte weder seinen eigenen Ansprüchen noch denen der BVB-Verantwortlichen, die zweite war schon deutlich besser, war aufgrund einer Verletzung für ihn jedoch vorzeitig beendet. Jetzt geht Thomas Meunier bei Borussia Dortmund in seine dritte Spielzeit und will endlich richtig ankommen. Und das, obwohl mit Edin Terzic ein Trainer an der Seitenlinie steht, der ihn in seiner ersten Amtszeit fast komplett außen vor ließ.

BVB-Profi Thomas Meunier übt sich in schonungsloser Selbstkritik

„Ich nehme ihm nicht übel, dass ich nur unregelmäßig gespielt habe“, sagte der Belgier nun in einem Interview mit dem Kicker. „Edin war in einer Situation, in der er alles versuchen musste, um diesen Klub zu retten. Wir waren in einer sehr schwierigen Situation. Er hat damals seinen Job gemacht und uns stabilisiert. Er hatte das Team im Blick und das Maximum rausgeholt.“ Meunier übt sich vielmehr in Selbstkritik. „So ehrlich muss ich mit mir selbst sein, ich war damals auch schlicht nicht gut genug. Jetzt geht es wieder bei null los – und ich werde alles geben, ins Team zu kommen. Ob das gelingt? Das liegt allein an mir.“

Dass er allerdings in seiner Premierensaison für Borussia Dortmund weit entfernt war von seinem maximalen Leistungsvermögen, habe auch mit anderen Umständen zu tun gehabt. „Ich spiele Fußball, weil ich Fußball liebe. Aber ich hatte, als ich 2020 nach Dortmund kam, keine leichten Monate hinter mir“, sagt der 30-Jährige im Kicker-Interview. „In Paris war ich vom damaligen Sportdirektor kaltgestellt worden, weil ich meinen Vertrag nicht verlängern wollte. Alles lief ohne mich, bis hin zum Champions-League-Finale – obwohl ich es verdient gehabt hätte, dabei zu sein. Und privat war es auch nicht ganz einfach, Paris zu verlassen. Meine Frau, meine Kinder, ich – wir alle haben die Stadt geliebt. Das aufzugeben war hart. Aber mit der Zeit ist uns die Umstellung als Familie gelungen. Und ich denke, das hat man auch auf dem Platz gesehen.“

Thomas Meunier sieht „viel Qualität“ im BVB-Kader

Das hat man durchaus. Bis zu seiner Verletzung im Playoff-Rückspiel der Europa League gegen die Glasgow Rangers, die gleichzeitig das Saisonaus für Meunier bedeutete, zählte er unter Ex-Trainer Marco Rose zu den Stammkräften. Zuspruch gab es von seiner Familie, besonders seiner Frau. „Sie hat auch Ahnung, ihr Vater war selbst Profi. Ich weiß noch, wie sie mir das erste Mal gesagt hat, dass ich gut gespielt hatte – das war ein besonderer Moment für mich.“

An die Leistungen aus der Vorsaison möchte der Rechtsverteidiger nun anknüpfen und mit dem BVB um Titel spielen. Trotz der schweren Erkrankung seines Mitspielers Sébastien Haller hofft er auf eine erfolgreiche Saison von Borussia Dortmund. „Natürlich war der Tumorfund bei unserem neuen Mitspieler Sébastien Haller vor einer Woche ein Schock für uns alle und auch ein Dämpfer. Aber wenn ich auf unser Training schaue, dann sehe ich viel Qualität“, sagte der belgische Fußball-Nationalspieler.

Thomas Meunier: „Wir brauchen keine Weltstars“

Meunier fand lobende Worte für die Personalpolitik der Vereinsführung, die mit den Verpflichtungen von Haller (Amsterdam), Salih Özcan (Köln), Niklas Süle (München), Nico Schlotterbeck (Freiburg), Karim Adeyemi (Salzburg) und Torhüter Alexander Meyer (Regensburg) den Abstand zum Serienmeister FC Bayern verkürzen will: „Unsere Neuen passen sehr gut zu uns. Weil sie fußballerisch was draufhaben. Aber auch, weil sie Kämpfer sind. Genau das brauchen wir: Spieler, die bereit sind, alles für den Sieg zu geben. Wir brauchen keine Weltstars, wir brauchen Spieler, die ihr Herz am rechten Fleck tragen.“

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