Borussia Dortmund

BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko: „Das war sehr schwer für mich“

Youssoufa Moukoko ist zurück – zumindest beim BVB. In einem Interview spricht er jetzt über den Hype um seine Person, seine Verletzungen und Vorbild Erling Haaland.
Hinter BVB-Profi Youssoufa Moukoko liegen keine einfachen Monate. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Hinter Youssoufa Moukoko liegen schwere Monate. Erstmals in seiner Karriere ging es für das Nachwuchstalent nicht ausnahmslos bergauf. Verletzungen haben ihn immer wieder ausgebremst. Doch der 16-Jährige will mit einer „Jetzt-erst-Recht-Mentalität“ noch stärker zurückkommen.

Die ersten Schritte sind gemacht, in Leipzig gab der BVB-Stürmer nach Muskelverletzung sein Comeback. Vor den Spielen gegen Polen und San Marino der deutschen U21-Nationalmannschaft, die er wegen einer Augenentzündung verpassen wird, hat der BVB-Profi Youssoufa Moukoko nun im Interview mit „ran“ über Ex-BVB-Trainer Edin Terzic, seine Verletzungen, den Hype um seine Person und Vorbild Erling Haaland gesprochen.

Das sagt BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko über…

…den Hype um seine Person: „Ich finde, dass der Hype mittlerweile ein bisschen abgenommen hat. Zumindest ist er lange nicht mehr so extrem wie früher. Und das ist auch gut so, ich bin wirklich froh darüber. Man merkt einfach, dass ich beim BVB jetzt bei den Profis bin und dadurch nicht mehr so sehr im Fokus stehe. So kann ich mich in Ruhe weiterentwickeln. Momentan genieße ich das.“

seine Verletzungen: „Das war sehr schwer für mich. Denn vor allem im März, als ich mich in diesem Jahr zum ersten Mal verletzt habe, war ich richtig gut drauf und habe unter dem damaligen BVB-Coach Edin Terzic viel Spielzeit bekommen. Ich war auf einem guten Weg, dann kam die Verletzung. Das hat mich wirklich sehr geärgert, weil ich im Endspurt der Saison damals sicherlich auch noch Spielzeit bekommen hätte. Aber Verletzungen gehören im Fußball dazu. Man muss nur richtig mit solchen Rückschlägen umgehen, eine ‚Jetzt-erst-Recht-Mentalität‘ entwickeln und bestenfalls noch stärker zurückkommen.“

…Ex-BVB-Trainer Edin Terzic: „Stark geprägt hat mich Edin Terzic. Er war zwar im Training in Dortmund immer sehr streng mit mir, hat mich auf jeden noch so kleinen Fehler hingewiesen und ist mir kaum von der Seite gewichen (lacht). Aber er hat mich nicht nur sehr gefordert, sondern auch gefördert. Das war einfach überragend von ihm. Terzic hat einmal zu mir gesagt: ‚Du bist gut, aber ich will dich noch besser machen‘. Dieser Satz hat mir unglaublich viel Auftrieb gegeben. Er meinte immer, dass, wenn ich ins Spiel komme, ich einfach mein Ding machen soll, weil er mir komplett vertraut. Das hat etwas mit mir als junger Spieler gemacht. Ich wusste, ich konnte mir auch Fehler auf dem Rasen erlauben und trotzdem hatte ich seine Rückendeckung. Trotzdem war und ist mir natürlich bewusst, dass du als junger Spieler immer mehr machen musst als die erfahrenen Profis. Denn du willst dir ja deine Spielzeit im Training verdienen. Wenn du glaubst, Talent allein reicht aus, wirst du im Profifußball keine Chance haben. Ohne harte Arbeit, keine Ergebnisse.“

…den Druck, der auf ihm lastet: „Ich versuche das gar nicht so sehr an mich heranzulassen. Es gibt auch noch viele andere große Talente, nicht nur mich. Und ich glaube, für uns alle ist es wichtig, sich nicht verrückt zu machen. Sonst kannst du dich nicht mehr konzentrieren und verlierst deine Ziele aus den Augen. Du musst bestenfalls so bleiben, wie du bist und einfach dein Spiel spielen. So wie auf der Straße. Nur halt mit Schiedsrichtern (lacht).“

…seinen Marktwert von 18 Millionen Euro: „Ich beschäftige mich nicht damit. In anderen Ländern gibt es auch Talente, deren Marktwert rasant steigt. Kein Mensch ist meiner Meinung nach so viel Geld wert. Aber das gehört zum Fußball dazu. Wenn du deine Leistung bringst, wird dein Marktwert automatisch steigen. Mir persönlich ist das aber nicht so wichtig.“

…BVB-Stürmer Erling Haaland: „Erling und ich fahren immer zusammen zum Training und reden dann auch viel miteinander. Auf dem Rasen bin ich ein anderer Spielertyp als er, trotzdem kann ich natürlich noch viel von ihm lernen. Erling läuft immer sehr viel, ich bin eher ein mitspielender Stürmer, der den Ball am Fuß braucht. Aber seine tiefen Läufe mit dieser unglaublichen Wucht und dem unbändigen Willen, unbedingt das Tor machen zu wollen, das ist schon stark. Ich habe diesen Willen zwar auch, aber Erling ist auf seine Art und Weise einzigartig. Es gibt in meinen Augen nur wenige Spieler, bei denen das so ausgeprägt ist, wie bei Erling. Diesen Willen will ich auch bei mir entwickeln. Dann ist die Chance, dass du Tore erzielst, um einiges höher.“

…seine persönlichen Ziele bei der U21 und dem BVB: „Erstmal will ich mit der deutschen U21 sechs Punkte holen, im Verein endlich verletzungsfrei bleiben und wieder Spielzeit bekommen. Im Moment muss ich mich beim BVB wieder ins Team kämpfen, um endlich wieder mehr auf dem Rasen zu stehen. Ich will diese Herausforderung auf jeden Fall annehmen.“

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