Borussia Dortmund

Marco Reus staubt ab – BVB zittert sich zum Heimsieg gegen Stuttgart

Borussia Dortmund erlebt gegen Stuttgart ein Spiel mit Licht und Schatten. Das Ergebnis stimmt, die Leistung beim 2:1 nur bedingt. Dennoch sind die Bayern für den BVB plötzlich wieder in Reichweite.
Erleichterung bei BVB-Kapitän Marco Reus und seinen Teamkollegen nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart. © dpa

Youssoufa Moukoko hatte schon vor dem Anpfiff gute Laune – obwohl er wegen einer Augenentzündung nicht im Kader stand. Gefeiert wurde er trotzdem. 57.900 Zuschauer im Signal Iduna Park stimmten „Happy Birthday“ für den BVB-Stürmer an, der seinen 17. Geburtstag feierte. 90 Minuten später hatte er noch mehr Grund zur Freude. Seine Mitspieler auf dem Rasen nutzten die Steilvorlage des FC Bayern München und gewannen mit 2:1 gegen den VfB Stuttgart.

BVB-Kapitän Marco Reus hat den Führungstreffer auf dem Fuß

Mit Spielbeginn wurde es aber von Minute zu Minute stiller im Signal Iduna Park. Dabei spielte der BVB anfangs eigentlich recht gefällig, ließ den Ball gut zirkulieren, auch das Gegenpressing stimmte. Aber der letzte Funke, der fehlte. Nur beim Freistoß von BVB-Kapitän Marco Reus (7.), der nur Millimeter am linken Pfosten vorbeisegelte, und einem Kopfball von Donyell Malen (13.) ging ein kurzes Raunen durch das Stadion.

Borussia Dortmund kontrollierte das Spiel zwar in allen Belangen, doch der so häufig zitierte „letzte Pass“, er saß nur selten. Julian Brandt, Reus und auch Malen spitzelten den Ball regelmäßig in die Füße des Gegners. Es machte sich Unmut breit. Bei den Spielern – und den Fans.

Defensiv schleichen sich beim BVB immer wieder Fehler ein

Der harte Kern auf der Südtribüne, der sang natürlich weiter und weiter. Aber von Lied zu Lied wurden es weniger, die mit einstimmten. Und auch auf dem Rasen war ein ähnliches Bild zu erkennen. Während sich in den Anfangsminuten noch alle Spieler am Gegenpressing beteiligten, waren es gegen Ende des ersten Durchgangs eigentlich nur Jude Bellingham und Thorgan Hazard, die die Stuttgarter unaufhaltsam anliefen – teilweise mit Erfolg. Nur nachgerückt war dann niemand.

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Bundesliga, 12. Spieltag: BVB – VfB Stuttgart 2:1 (0:0)

Und so kam das, was man schon so häufig beim BVB gesehen hat, wenn er eine Partie prinzipiell im Griff hat, sie aber irgendwie doch nur so vor sich hindümpelt: Defensiv schlichen sich Fehler ein. Plötzlich stand man nicht mehr so nah am Gegner, die Lücken wurden ein wenig größer und im Zweikampf fehlte ein Tick Härte. Was wiederum dazu führte, dass zur Halbzeit nicht nur das Torschussverhältnis fast ausgeglichen war, sondern die Gäste auch noch die beste Chance besaßen.

BVB-Torhüter Kobel mit mehr Ballkontakten als Malen

Nach einem langen Ball fehlte die Abstimmung zwischen Akanji und Hummels, die Kopfballverlängerung von Orel Mangala landete beim völlig freistehenden Tanguy Coulibaly. Zum Glück für die Dortmunder schloss der VfB-Angreifer viel zu überhastet ab, zudem reagierte der Ex-Stuttgarter Gregor Kobel stark (39.). Apropos Kobel: Der Schweizer hatte in Hälfte eins mehr Ballkontakte vorzuweisen als Donyell Malen.

Aber wie unwichtig manchmal solche Zahlen sind, zeigte sich in der 57. Spielminute. Fünf weitere Ballkontakte hatte Malen bis dahin gerade mal gesammelt, als der Ball im Netz zappelte. Sein Schuss aus 18 Meter fälschte Endo entscheidend ab. Das erste Bundesliga-Tor für den schon oft als „Fehleinkauf“ betitelten Niederländer. Und plötzlich wurde es wieder laut im Stadion. BVB-Wechselgesänge zwischen den Tribünen, die durch einen satten Schuss von Waldemar Anton ein jähes Ende fanden. Der Ball flog aber knapp über den Dortmunder Kasten.

BVB-Abwehrchef Hummels lässt sich vor dem 1:1 düpieren

Noch stiller wurde es wenige Augenblicke später. Guerreiro, der nach fast zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback gab, rutschte bei einem Gäste-Konter aus, Roberto Massimo hatte nur noch Mats Hummels vor sich, den er mit einer einfachen Körpertäuschung düpierte und ebenso lässig an Kobel vorbei zum 1:1 einschob.

Die Borussen versuchten, eine direkte Antwort zu geben. Aber es war wie im ersten Durchgang – in letzter Konsequenz bekamen es die Schwarzgelben nicht zu Ende gespielt. Zu oft quer statt vertikal. Also mussten andere Mittel her. Ein Fernschuss von Manuel Akanji beispielsweise, den Florian Müller noch so eben an die Latte lenkte. Viel mehr fiel dem BVB dann aber auch nicht ein.

Der BVB rangiert nur noch einen Punkt hinter den Bayern

Die Stuttgarter begaben sich nur noch selten mit mehreren Spielern in Richtung BVB-Tor. Bei einem Eckball witterten sie jedoch ihre Chance – und bekamen in Form eines mustergültigen Konters die kalte Dusche. Der eingewechselte Steffen Tigges schickte Reus, der Kapitän trieb den Ball weit in die gegnerische Hälfte und setzte Hazard in Szene. Dessen Schuss konnte Müller zwar noch abwehren, doch der durchgelaufene Reus spitzelte den Ball über die Linie (85.). Der Siegtreffer, der Borussia Dortmund bis auf einen Punkt an den FC Bayern heranrücken und das Stadion wieder laut werden lässt.

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