Borussia Dortmund

Setzt Rose auf Youngster Bynoe-Gittens? So könnte der BVB gegen Bochum starten

Marco Rose steht vor seinem 100. Bundesliga-Spiel als Cheftrainer. Gegen Bochum will der BVB Platz zwei endgültig klarmachen. Youngster Bynoe-Gittens steht vor seinem Startelf-Debüt.
Die BVB-Youngster Jamie Bynoe-Gittens (r.) und Tom Rothe nach dem Abschlusstraining am Freitagnachmittag. © Groeger

Es sind ganz offensichtlich ein paar graue Haare mehr hinzugekommen, dafür hat nicht zuletzt seine erste Saison beim BVB gesorgt, „und sie sind nicht nur grau, sondern auch weniger geworden. Das sieht man von oben.“ Marco Rose (45) steht vor seinem 100. Bundesliga-Spiel als Cheftrainer, und bei allem Stress, den dieser „privilegierte Job“ mit sich bringe, „überwiegt die Dankbarkeit, auch wenn es manchmal schwierig ist“. Roses Begeisterung für seinen Beruf ist alles andere als verblasst. Tage wie am Samstag liefern Energienachschub.

BVB gegen Bochum – das Fußballherz schlägt im Ruhrpott schneller

Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Bochum (15.30 Uhr, live auf Sky), 81.365 Fans im Signal Iduna Park, eine emotional aufgeladene Stimmung, Schwarzgelb gegen Blau und Weiß, das Fußballherz schlägt im Ruhrpott einen Tick schneller als sonst. „Für mich als Trainer ist es das erste Spiel vor einer solchen Kulisse“, sagt Roses Kollege Thomas Reis. „Da an der Seitenlinie stehen zu dürfen, ist etwas Besonderes. Ein Derby im Ruhrgebiet ist an sich einzigartig.“

Selbst wenn die Aufregung auch Reis manch ein graues Haare beschert hat: Der VfL hat als Aufsteiger eine bemerkenswerte Saison hingelegt. Rechnerisch ist der Relegationsrang mit acht Punkten Vorsprung drei Runden vor Schluss zwar noch nicht ganz aus dem Blickfeld geraten. Den Verbleib in der Bundesliga könnten die Bochumer aber schon am Samstag fixieren, was mehr als einen Achtungserfolg bedeuten würde. „Ich kenne Reisi sehr gut, weil wir zusammen den Fußballlehrer gemacht haben. Er hat den Verein wieder zum Leben erweckt“, sagt Rose.

BVB-Trainer Marco Rose: „ … dann werde ich einspringen“

Das bekamen die Borussen im Hinspiel (1:1) zu spüren, einem packenden und intensiven B1-Duell, in dem der BVB drückend überlegen war und der VfL um Torhüter Manuel Riemann leidenschaftlich und gekonnt sein Tor verteidigte.

Wie lebendig Borussia Dortmund die Saison zu Ende spielt, welchen „nicht unwichtigen letzten Eindruck“ die Elf hinterlässt, darüber hat Rose intern viel gesprochen. Bislang, meint er, „habe ich nicht das Gefühl, dass die Luft raus ist. Wir haben vor vollem Haus wieder einen Nachweis zu erbringen und unsere Fans glücklich zu machen. Falls wir irgendwie nachlassen, werde ich einspringen.“

Große Euphorie rund um BVB-Gegner VfL Bochum

Das Minimalziel, die Qualifikation für die Champions League, ist gesichert, für die sechste Vizemeisterschaft in zehn Jahren fehlt nur noch ein Punkt. Ein Grund zum Feiern sei das trotz der vorzeigbaren Bundesliga-Bilanz nicht, weiß auch Rose: „Um bei der Konkurrenz Zweiter zu werden, da musst du diese Punkte erst mal einfahren“, bis zu 72 könnten es werden, aber das Ziel sei natürlich ein anderes: „Wir wollen uns so ausrichten, dass wir nach und nach die Chance haben, ganz oben anzugreifen.“

So nahe die Standorte beieinanderliegen, so weit klaffen die Ansprüche auseinander. Während der Vizemeister in spe mit der Gegenwart unzufrieden und sehr mit der Zukunft beschäftigt ist, könnte 18 Kilometer weiter westlich die Stimmungslage – trotz zweier Niederlagen am Stück und drei Partien ohne eigenen Treffer – kaum besser sein. Die Euphorie rund um den VfL erinnert manche Beobachter an längst vergangene und glorreiche Europapokalabende, nach langen Spannen mit den Attributen „unabsteigbar“ und „unaufsteigbar“ will sich Bochum etablieren. Auch in Dortmund.

BVB-Youngster Jamie Bynoe-Gittens steht vor Startelf-Debüt

Bei Kontern sei der BVB anfällig, ließ Reis verlauten, er fordert: „Der Gegner muss in jedem Zweikampf spüren, dass wir unbedingt den Ball haben wollen.“ Klingt nach Derbyzeit. Und dem ein oder anderen grauen Haar bei den Trainern.

Muss weiterhin pausieren: BVB-Innenverteidiger Mats Hummels. © Groeger

Personell gehen die Schwarzgelben weiterhin auf dem Zahnfleisch. „Wir haben Möglichkeiten, Kleinigkeiten zu verändern. Aber letztlich stellt sich die Mannschaft aktuell fast von selbst auf“, sagt Rose. Neben den Langzeitverletzten (Morey, Meunier, Tigges, Reyna) fehlen auch Mahmoud Dahoud, Mats Hummels, Donyell Malen, Thorgan Hazard und Gregor Kobel. Emre Can sitzt seine Gelbsperre ab, dafür kehrt Axel Witsel zurück. Vor seinem Startelf-Debüt steht Youngster Jamie Bynoe-Gittens.

So könnte der BVB gegen den VfL Bochum spielen:

Hitz – Wolf, Akanji, Zagadou, Guerreiro – Witsel, Bellingham – Brandt, Reus, Bynoe-Gittens – Haaland

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