Baufortschritt

Fischtreppe und bis zu 190 Parkplätze entstehen am neuen „Emscherland“

Das Emscherland ist ein gigantisches Bauprojekt. Und wie meist bei riesigen Baustellen, dauert es länger als geplant. So ist der aktuelle Baufortschritt zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher.
So sah es am Anfang des Herbstes im Emscherland aus: Der Zufluss der Emscher, der Suderwicher Bach mitsamt Fischtreppe, ist schon gut zu erkennen. © Rupert Oberhäuser/EGLV

Das Emscherland nimmt Fahrt auf, so heißt es in einer Pressemitteilung der Emschergenossenschaft. Das Wasserwirtschaftsunternehmen ist zuständig für die Renaturierung des ehemaligen Abwasserbachs und zuständig für das Bauprojekt Emscherland: Auf einer Fläche von 37 Hektar entsteht an der Stadtgrenze von Castrop-Rauxel zu Recklinghausen ein Natur- und Wasser-Erlebnis-Park. Das Landschaftsbauprojekt wird als Zukunftsgarten ein Teil der Internationalen Gartenausstellung IGA 2027 sein.

Eigentlich hieß das Bauvorhaben mal „Emscherland 2020“. So schnell hat es mit der Realisierung aber nicht geklappt. Nun soll es bis Ende 2022 fertig gestellt sein, teilt die Emschergenossenschaft mit. Dann könnten Besucher zum ersten Mal eine der Attraktionen erleben: Neben der renaturierten Emscher und dem Suderwicher Bach mit neuen Auengebieten entsteht ein Gewässer-Lernort mit Spielgeräten für Kinder. Auch Schulklassen sollen im und am neuen Biotop lernen können: in einem „Blauen Klassenzimmer“.

Mehr Freiraum für die Emscher

Ein Teil der Emscher wird im Rahmen des Emscherland-Projektes verlegt. Der bisher begradigte Fluss bekommt mehr Freiraum, um sich an der Stadtgrenze entlang zu „schlängeln“. Tiere und Pflanzen sollen sich dort wieder ansiedeln.

„Es lässt sich mittlerweile erkennen, was dort entsteht“, gibt Projektleiterin Silke Wienforth Einblicke in den aktuellen Stand der Baustelle, die sich zum einen Teil in Henrichenburg und zum anderen Teil in Recklinghausen-Suderwich befindet. „Man sieht schon einiges an Pflanzen, die Teil der Parklandschaft sind.“ Die Auenlandschaft und die Emscher-Terrassen nähmen Form an.

Im südostlichen Teil des Baugebiets werden die Terrassen später noch durch die Bepflanzung mit Weinreben ergänzt – ähnlich wie am Dortmunder Phoenix See, ebenfalls Teil des großen Emscher-Umbaus. Die ersten Reben wachsen vermutlich ab 2023. Dann bekommt Castrop-Rauxel seinen eigenen Emscher-Wein. Die Dortmunder Variante sei heiß begehrt, so die Emschergenossenschaft.

Tageskapazität von bis zu 2000 Personen

Südlich vom Emscherland wird an der Brücke „Sprung über die Emscher“ gebaut, einem Prestigeprojekt. Es entsteht die längste Brücke der Region. Außerdem wird es eine Fischtreppe von der Emscher in den Suderwicher Bach geben. Zuvor stürzte der Suderwicher Bach über ein Betonbauwerk metertief in die Emscher.

Durch zwei Eingänge können Besucher das Emscherland nach der Eröffnung betreten. Am Eingang Ost steht eine Fläche für kleine bis mittlere Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen pro Tag bereit. Insgesamt fasst der gesamte Parkbereich mitsamt der Emscher-Terrassen am Tag etwa 2000 Personen. An der Suderwicher Straße im Norden entsteht ein Parkplatz mit 100 ständig nutzbaren Parkflächen sowie drei großen Flächen für Reisebusse. Für Veranstaltungen könnten angrenzende Schotterflächen mit 90 weiteren Parkplätzen genutzt werden.

Aktuell arbeitet die Emschergenossenschaft darüber hinaus noch an den Versorgungsleitungen für Strom und Wasser sowie an den Hochbauteilen, zum Beispiel am künftigen Gärtner- und Bienenhäuschen.

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