Ukraine-Krise

Große Ukraine-Hilfsaktion in Castrop-Rauxel startet – Geldspende möglich

Die Hilfsbereitschaft der Castrop-Rauxeler für Ukraine-Flüchtlinge ist seit Tagen riesig. Nun sollen die Menschen auch offiziell spenden können – vor allem Geld und Hygieneartikel
Der rote Punkt markiert die Stelle, an der Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler am Freitag, Samstag und Sonntag Spenden abgeben können. Links im Bild die Bahnhofstraße, rechts die B235. © Stadt Castrop-Rauxel

Die Stadt Castrop-Rauxel startet in Zusammenarbeit mit der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Verein Flüchtlingshilfe eine große Spenden-Aktion für Ukraine-Flüchtlinge. Das hat Bürgermeister Rajko Kravanja am Mittwoch (2.3.) bei einem Pressegespräch bekanntgegeben und unserer Redaktion anschließend in einem Video-Interview erläutert.

Kravanja sagte, die Stadtverwaltung arbeite bei der Hilfsaktion eng mit der Partnerstadt Nowa Ruda zusammen. Nowa Ruda liegt Hunderte Kilometer entfernt von der ukrainisch-polnischen Grenze in Südwest-Polen.

Stand Mittwoch seien dort aber bereits 14 Ukraine-Flüchtlinge in der Stadt mit ihren rund 22.000 Einwohnern angekommen; der Bürgermeister von Nowa Ruda rechne fest damit, dass es noch mehr werden.

Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler können bei der Aktion auf zwei unterschiedlichen Wegen helfen. Zum einen hat die Stadtverwaltung eigens ein Spendenkonto eingerichtet, auf das die Bürger überweisen können. Für eine Spende auf diesem Weg können auch Spendenquittungen ausgestellt werden. Bis zu einem Betrag von 299 Euro akzeptiert das Finanzamt auch den Überweisungsbeleg. Das Geld leitet die Stadt dann an Nowa Ruda weiter.

Das Spendenkonto der Stadt

Empfänger: Stadt Castrop-Rauxel

IBAN: DE69 4265 0150 1000 8636 29

BIC: WELADED1REK

Verwendungszweck: Ukrainehilfe

(alle Angaben stammen von der Stadtverwaltung)

Wer eine Spendenquittung benötigt (ab 300 Euro), muss mit der Überweisung Name und Adresse mitteilen

Zum anderen soll es die Möglichkeit geben, Sachspenden zu leisten. Kravanja bat aber dringend darum, nur Dinge zu spenden, die auf einer entsprechenden Liste stehen. Dazu zählen vor allem Hygieneartikel wie Duschgel, Deo, Zahnbürste, FFP2-Masken und freiverkäufliche Medikamente sowie Taschenlampen, Streichhölzer, Ladekabel für Handys, Schlafsäcke, Regenmäntel und nicht-verderbliche Lebensmittel wie Fertiggerichte, Nüsse und Konserven.

Diese Gegenstände werden als Spende akzeptiert

Hygieneartikel

Duschgel und Deos, Zahnbürsten und Zahnpasta, Binden und Windeln, Müllbeutel, FFP2-Masken und medizinische Masken, Desinfektionsmittel

Nicht verschreibungspflichtige medizinische Artikel

Vitamine, Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente, Husten- und Erkältungsmedikamente, Erste-Hilfe-Kästen

Lebensmittel

Instant-Fertiggerichte, Power-Riegel, Studentenfutter, Nüsse und Konserven

Weitere Artikel

Taschenlampen, Ladestationen, Streichhölzer, Kerzen, einfache Decken und Handtücher, Schlafsäcke, wasserdichte Unterlagen für Matratzen, Winterjacken und Regenmäntel

Die Spenden können am Freitag, Samstag und Sonntag an Containern neben dem Rathaus abgegeben werden. Mit dem Auto ist es laut Beschreibung der Stadt am einfachsten, die Stichstraße zu nutzen, die auch zum Corona-Testzentrum führt, und dort am Ende links zu fahren, wo man zum Testzentrum rechts abbiegen müsste. Am Freitag (4.3.) ist die Annahme von 14 bis 18 Uhr möglich, am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr.

Nichts spenden, was nicht auf der Liste steht

Kravanja bat dringend darum, auf die Spende von Gütern zu verzichten, die nicht auf der Liste stehen. „Die Hilfsorganisationen vor Ort sind völlig überlastet. Wichtig ist deshalb koordinierte Hilfe, deshalb waren wir bislang auch zurückhaltend“, sagte der Bürgermeister.

Die gespendeten Güter sollen in Kisten gepackt und Anfang der kommenden Woche nach Nowa Ruda gefahren werden. Kravanja bedankte sich ausdrücklich bei der Firma Opti-Run am Deininghauser Weg, die kostenlos alle Kartons zur Verfügung stellen werde.

Sollte es mehr Spenden geben, als in Nowa Ruda gebraucht würden, würden diese an andere Städte in der dortigen Region verteilt, sagte Kravanja: „Die Stadt ist für uns der Brückenkopf.“

Zusätzlich zu den Sachspenden sind bereits Geldspenden in fünfstelliger Höhe zugesagt.

Über die Spendenaktion hinaus sei es weiter möglich, per Mail an fluechtlingshilfe@castrop-rauxel.de Hilfe anzubieten. „Wir binden gerne jeden ein, der sich meldet.“ Mehrere Familien hätten beispielsweise Wohnraum angeboten. Mindestens eine ukrainische Familie sei bereits in Castrop-Rauxel untergekommen und habe sich gemeldet. Kravanja rechnet aber damit, dass es in den kommenden Tagen noch einige mehr werden.

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