Umgehungsstraße

Anders als in Waltrop: CDU und SPD in Datteln halten an B474n fest

Die kritischen Stimmen von SPD und CDU aus Waltrop zur Umgehungsstraße B474n sind auch bis Datteln durchgedrungen. Die Partei-Kollegen in der Kanalstadt halten weiter am Bauvorhaben fest.
Die Stabbogenbrücke am Dattelner Meer wurde bereits Ende 2020 über den Kanal geschoben. Von dort aus wird die Anbindung zur Münsterstraße hergestellt. © Tobias Weckenbrock

Besonders die Dattelner SPD dürfte etwas erstaunt über die Diskussionen im Stadtentwicklungsausschuss in der Nachbarstadt Waltrop gewesen sein. Wie der Dattelner SPD-Chef Pascal Joswig noch Anfang der Woche bestätigte, sei man weiterhin sicher, dass die Waltroper Sozialdemokraten an den B474n-Plänen festhalten werden. Diese Information erhielt er quasi aus erster Hand. Waltrops Bürgermeister und SPD-Stadtverbandsvorsitzender Marcel Mittelbach habe diese Position der Genossen auf dem Dattelner SPD-Stadtparteitag zuletzt abermals bekräftigt. Und der Waltroper SPD-Ratsherr Detlev Dick hatte seine Stellungnahme zur B474n zwar mit den Worten begonnen, seine Partei sei im Prinzip weiter für eine Ortsumgehung, danach folgten aber allerhand kritische Fragen, die in die Waltroper Stellungnahme einfließen sollen.

Diese soll nach der Ratssitzung in der Nachbarstadt am Donnerstag, 9. September, an die Bezirksregierung Münster geschickt werden. „Die Pläne weisen große Abweichungen zu denen von 2016 auf“, beendete Dick sein Statement.

Die Dattelner SPD ging darauf am Mittwochabend bei der Stadtratssitzung im Berufskolleg Ostvest überhaupt nicht ein. Fraktionschef Joachim Lehmann stellte heraus, dass auch ein kleiner Rückgang des Verkehrs eine Entlastung für die Anwohner darstelle. Insbesondere Lkw würden die Ortsumgehung nutzen und aus dem Bereich der B235 in Datteln verschwinden.

SPD und CDU in Datteln sind weiter pro Umgehungsstraße

Unstrittig war bis dato eigentlich die Haltung der CDU, schließlich stand die Partei – so schien es jedenfalls – vor ein paar Tagen noch hinter NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der beim Ortsbesuch für die Umgehungsstraße geworben hatte. Doch CDU-Vertreter Theodor Hemmerde übte deutliche Kritik an den aktuellen Straßenplanungen. Fraktionskollege Mirko Ruschmeyer betonte, dass die Union in Waltrop eigentlich weiterhin für eine Ortsumgehung sei, aber nicht so wie sie aktuell geplant sei. Bei den Dattelner Kollegen sind diese kritischen Stimmen bis zur Ratssitzung am Mittwochabend im Berufskolleg Ostvest nicht wirklich angekommen. Auf Nachfrage erklärte Dattelns CDU-Chef Patrick-Benjamin Bök, den Kontakt zu den Parteikollegen in der Nachbarstadt suchen zu wollen. CDU-Geschäftsführer André Tost stellte heraus, dass gerade zu den Stoßzeiten viele Autos mit Coesfelder Kennzeichen über die Dattelner Straßen rollen. „Und um die geht es doch. Die werden die Ortsumgehung doch vollends nutzen“, sagte Tost.

Der Rat stimmte letztendlich der Stellungnahme der Stadt an die Bezirksregierung zu. Gegenstimmen gab es von den Grünen, die ihre Kritik ausführlich dargelegt haben, sowie von den Linken und „die Partei“.

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