Städtepartnerschaft

Eintrag ins Goldene Buch von Genthin: Ehre für Rosemarie Schloßer

Im Mittelpunkt steht VHS-Leiterin Rosemarie Schloßer eigentlich nicht gerne. Nun wurde sie förmlich ins Rampenlicht gedrängt: Sie durfte sich in das Goldene Buch der Stadt Genthin eintragen.
Rosemarie Schloßer, Dattelns Bürgermeister André Dora, Genthins Bürgermeister Matthias Günther sowie die Genthiner Stadtratsmitglieder Horst Leiste und Gerd Mangelsdorf (v.li) im Rahmen der Ehrung der beiden Partnerschaftsbeauftragten. © Stadt Datteln

30 Jahre Wiedervereinigung bedeutete im Jahr 2020 auch 30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Datteln und der Stadt Genthin in Sachsen-Anhalt. Groß gefeiert werden konnte dieser runde Geburtstag coronabedingt nicht. Umso größer war die Freude nun über den eintägigen Besuch einer zehnköpfigen Delegation um Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) in der Kanalstadt. Auf der Agenda stand unter anderem der Besuch der Ratssitzung in Datteln. Und dieser hatte auch einen besonderen, feierlichen Grund: Für ihre besonderen Bemühungen, diese Partnerschaft mit Höhen und Tiefen in drei Jahrzehnten nicht abreißen zu lassen, durften sich Rosemarie Schloßer als Partnerschaftsbeauftragte sowie ihr Pendant Horst Leiste aus Genthin in das Goldene Buch der 17.000 Einwohner starken Gemeinde aus Ostdeutschland eintragen.

Wichtige Unterstützung aus Datteln nach der Wende

Als Vorsitzender des Genthiner Stadtrates betonte Gerd Mangelsdorf, dass gerade in den Anfangsjahren nach der Wende die Hilfe und Unterstützung aus Datteln enorm wichtig für die Entwicklung seiner Stadt gewesen sei. „Und das haben die Akteure der Anfangszeit auch bis heute nicht vergessen“, sagte er. Vier Ratsmitglieder der „ersten Stunde“ sitzen auch heute noch im Genthiner Stadtrat.

Bürgermeister Matthias Günther kennt Datteln nicht nur seit seinem Amtsantritt 2018 und dem Besuch des Rathausfestes im Licht, von dem er sich damals so angetan zeigte, dass er ein ähnliches Konzept auch unbedingt in seiner Stadt umsetzen will. Er war in seinem Beruf als Projektmanager sowohl im Altkraftwerk, als auch im Kraftwerk Datteln 4 tätig. Und während sein Vorgänger die Beziehungen in die Kanalstadt etwas einschlafen ließ, blüht die Partnerschaft, die Dattelns Bürgermeister André Dora auch als Freundschaft bezeichnet, wieder richtig auf. Beide Stadtoberhäupter würden sich oft austauschen.

Stadträte in Genthin sollten kopierte Satzungen aus Datteln unterschreiben

Hilfe aus Datteln gab es nach der Wiedervereinigung unter anderem politisch, aber auch verwaltungstechnisch. So schulten Dattelner Mitarbeiter die Genthiner Kollegen in westlicher Verwaltungsarbeit. Und so kam es auch zu einer Anekdote, die heute noch gerne erzählt wird. Kurz nach der Wiedervereinigung mussten die Stadträte in Genthin neue Satzungen unterschreiben. Und darin stand geschrieben, dass sich die Vertreter an die Gesetze des Landes Nordrhein-Westfalen zu halten haben. Schnell wurde daraus dann kurzerhand Sachsen-Anhalt gemacht. Die Satzung wurde damals einfach aus Datteln kopiert.

Heute steht Genthin auf eigenen Beinen. 850-jähriges Bestehen feiert die Stadt in diesem Jahr, ein Fest soll es aber erst im nächsten Jahr geben. Und weil es Datteln 2022 seit 875 Jahren gibt, wurden im Rahmen des Besuches Möglichkeiten besprochen, diese beiden Feierlichkeiten mit dem Nachholtermin zur 30-jährigen Städtepartnerschaft zu verknüpfen.

André Dora kam beim Kartoffelfest ins Schwitzen

Feiern in den jeweiligen Städten sind für beide Seiten keine Neuheit: Während im Jahr 2019 die Genthiner Delegation um Matthias Günther beim Rathausfest im Licht bei Bier, Bratwurst und weiteren Spezialitäten ein Lichtspektakel inklusive musikalischer Bühnenshow geboten bekam, kam André Dora auf dem Genthiner Kartoffelfest 2019 mächtig ins Schwitzen, als er zum Schäl-Wettbewerb angetreten war.

Die Ehre, sich ins Goldene Buch der Stadt Genthin eintragen zu dürfen, war für Rosemarie Schloßer übrigens eine große Überraschung. Die Vertreter aus beiden Partnerstädten haben dicht gehalten, sodass eine etwas überwältigte VHS-Leiterin nach ihrem Eintrag mit Blumenstrauß in der Hand zu ihrem Zuschauer-Platz zurückkehrte. Ihr Partnerschaftskollege Horst Leiste schloss die Ehrung aber noch mit einem Aufruf zu politischen Zusammenarbeit ab: „Eine Partei allein wird es in Zukunft nicht mehr schaffen. Wir müssen für die Bürger gemeinsam unsere Arbeit erledigen.“

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