Ab Oktober

Kostenpflichtige Corona-Tests: Geht der Betrieb in Datteln weiter?

Ab Mitte Oktober werden die Corona-Tests in den Schnelltestzentren oder Arztpraxen nicht mehr kostenlos angeboten. Was bedeutet das für den Betrieb an den Stationen in Datteln?
Julia Böckly vom 24-Stunden-Corona-Drive-In-Testzentrum am Stadtbad testet gerade einen Autofahrer. © Martin Pyplatz

Ab 11. Oktober zahlt der Bund nicht mehr für die Schnelltests auf eine mögliche Corona-Infektion. Weil, so heißt es auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums, „mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann“. Der Steuerzahler soll so entlastet werden. Indirekt will die Bundesregierung hierdurch die Impfquote erhöhen. „Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen. Das Gleiche gilt auch für Schwangere“, heißt es aus Berlin.

Für die Anbieter stellt sich nun aber die Frage der Wirtschaftlichkeit. Mit steigender Impfquote blieben Termine immer häufiger unbesetzt. Wenn nun zusätzliche Kosten entstehen, könnte die Nachfrage noch weiter sinken. Die Bärenapotheke will ihr bestehendes Testzentrum in einem Leerstand der Stadtgalerie direkt am Lutherplatz auf Nachfrage aber definitiv über den 10. Oktober hinaus weiterbetreiben. „Wir haben uns das als Pflicht auf die Fahne geschrieben“, erklärt Silvia Gossilin, Filialleiterin der Bärenapotheke am Neumarkt, die für die Teststation in der direkten Nachbarschaft verantwortlich ist.

Bärenapotheke erwartet Andrang von Schulkindern

Sie gehe davon aus, dass mit Start der Herbstferien viele Schulkinder das Test-Angebot wahrnehmen könnten, da es für Minderjährige kostenfrei bleibt. „Wir bleiben dabei, aber wie es in der Zukunft ist, steht in den Sternen“, sagt Gossilin. Demnach hat das Testzentrum am Lutherplatz weiterhin montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet.

Ungewiss ist die Situation derzeit hingegen am Testzentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Ahsener Straße. Wie Mehdi Bathaeian vom Dattelner DRK sei eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen. Man warte derzeit noch auf eine generelle Empfehlung des DRK-Landesverbandes in Münster. „Wir wollen weiterhin für die Bürger da sein“, sagt Bathaeian, da das Angebot für Kinder oder Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, die nicht geimpft werden können, wichtig bleibe. „Aber wenn wir sehen, dass es kompliziert ist, können wir es vielleicht nicht weiter betreiben“, sagt er. Mittwochs und samstags werden derzeit an der Ahsener Straße Schnelltests angeboten.

Anders sieht es da in der Nachbarstadt Oer-Erkenschwick aus. Dort will das DRK das Test-Angebot auf jeden Fall fortsetzen, wie Leiter Ralf Farwick erklärt. Zwar habe auch dort der Andrang am Testzentrum um knapp ein Drittel abgenommen, es werde aber als Service für die Bürger der Stimbergstadt gesehen und soll daher weiterlaufen. Und die positiven Testergebnisse würden zurzeit wieder ansteigen, meldet Farwick.

Kinderklinik stellt Betrieb am Testzentrum zum Wochenende ein

An der Vestischen Kinder- und Jugendklinik wird der Betrieb im eigenen Testzentrum derweil definitiv stillgelegt – und zwar bereits zum Samstag, 25. September. Laut Sprecherin Hannah Iserloh sei die Nachfrage in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen, während das Klinik-Personal aber an diese Aufgabe gebunden war. „Wir haben die Schnelltests angeboten, weil auch für unsere Besucher, die nicht geimpft und genesen sind, eine Testpflicht besteht“, sagt Iserloh. Nun sei der Großteil aber bereits geimpft. Und weil es nun wieder voller in der Klinik werde und das Personal auch gebraucht wird, wird auf das Angebot an der Klinik verzichtet.

Eine praktische Test-Möglichkeit besteht in Datteln im Drive-In-Testzentrum am Stadtbad. Hier werden die Dattelner direkt im Auto getestet und erhalten ihr Ergebnis kurz darauf per E-Mail. Wie Angela Haack, Geschäftsführerin von Anbieter „Medtest“ auf schriftliche Nachfrage erklärt, plane das Düsseldorfer Unternehmen einen Weiterbetrieb über den 10. Oktober hinaus. Zu einem „späteren Zeitpunkt“ soll die Situation dann „gegebenenfalls neu bewertet werden.“

Die Vergütung für die Tests

  • Seit 1. Juli gibt es eine Änderung bei der Vergütung für die sogenannten PoC-Tests.
  • Die Sachkosten sind auf 4,50 Euro gedeckelt worden. Leistungserbringer, die nicht Arzt oder Zahnarzt sind, erhalten ab 1. Juli pro Test ein Honorar von acht Euro statt. Ursprünglich waren es zwölf Euro.
  • Die Vergütung bei überwachten Antigen-Tests zur Eigenanwendung beträgt je Testung fünf Euro.
  • Kein Honorar gibt es, wenn die testenden Personen ehrenamtlich arbeiten, etwa in Obdachlosenunterkünften. Die Vergütung für SARS-CoV-2-PCR-Tests bleibt unverändert, ebenso das Honorar für ins Labor eingesandte Antigentests.
  • Eine Übersicht der Test-Möglichkeiten finden Sie auf der Internetseite des Kreises Recklinghausen.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.