Vestische Kinder- und Jugendklinik

Licht und Schatten in der Kinderklinik: SPD-Politiker zu Besuch

Der SPD-Landesfraktionschef Thomas Kutschaty besuchte mit Bundestagskandidat Brian Nickholz die Dattelner Kinderklinik. Sie bekamen auch die Schattenseiten des Krankenhauses zu Gesicht.
SPD-Bundestagskandidat Brian Nickholz (2. v. li.) und Thomas Kutschaty, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, ließen sich von (v.li) Dr. Michael Meyer (Medizinischer Direktor), Thomas Pliquett (Kaufmännischer Direktor), Dr. Michael Paulussen (Ärztlicher Direktor) und Pia Zurmühlen (Pflegedirektorin) durch die Vestische Kinder- und Jugendklinik führen. © Hollenhorst

Zahlreiche Fragen an die Chefetage der Vestischen Kinder- und Jugendklinik brachten die beiden SPD-Vertreter Thomas Kutschaty und Brian Nickholz mit nach Datteln. Landes-Fraktionschef Kutschaty zeigte sich beeindruckt von der Vielfältigkeit der angebotenen Behandlungen. „Ich bin überrascht, wie breit sie aufgestellt sind“, sagte er im Gespräch mit den Verantwortlichen, „in der Erwachsenen-Medizin geht der Trend in eine andere Richtung.“

Großes Angebot zur Behandlung seltenerer Krankheiten ist wichtig

Wie wichtig aber gerade dieses breite Aufgabenfeld ist, bekam er vom Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Michael Paulussen erklärt: „Diese Klinik, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges besteht, gibt es nur deshalb noch, weil wir immer gesagt haben: Hier ist ein Patient, den wir nicht behandeln können – das müssen wir ändern.“ Und da in der Kinderklinik fast ausschließlich Patienten mit speziellen Erkrankungen eintreffen, also nicht mit der typischen Erkältung, sei es von großer Bedeutung, die komplette Behandlung unter einem Dach durchführen zu können und die Kinder nicht zu verschiedenen Anlaufstellen in andere Städte schicken zu müssen. „Es ergibt keinen Sinn, sich nur auf bestimmte, seltenere Erkrankungen zu spezialisieren. Davon kann keine Kinderklinik leben“, sagte Paulussen.

Weil im Landtag eine Kinderschutz-Kommission eingerichtet wurde, interessierte sich Kutschaty auch für die Kinderschutzambulanz an der Klinik und ließ sich von Paulussen den Ablauf, gerade im Bereich der Aufnahme der Patienten, erklären. „Es ist wichtig, ein Bewusstsein dafür bei der Untersuchung zu haben“, sagt der Ärztliche Direktor. Denn, wenn ein Kind blaue Flecke nach einer Misshandlung aufweist, würden das die Eltern natürlich nicht einfach zugeben. Umso wichtiger sei auch der Kontakt zu Erziehern, Lehrern und dem Jugendamt, denen solche Merkmale auffallen und zur Untersuchung an die Klinik weiterleiten. „Natürlich geht das nicht ohne die Erziehungsberechtigten, aber das Jugendamt kann dies auch veranlassen“, sagt Paulussen. Etwa 1000 Patienten behandelt die Kinderschutzambulanz jährlich. Nicht alle davon sind auch misshandelt worden, stellte Paulussen klar.

Rundgang durch die Klinik: SPD-Politiker sehen Licht und Schatten

Zum Abschluss wurden die beiden SPD-Politiker noch durch die Klinik geführt. Dabei bot sich Licht und Schatten. Denn zum einen ging es auf die gerade eben neugestaltete Aufnahme- und Kurzliegerstation, die hell und freundlich gestaltet ist. „So stellen wir uns eine moderne Station vor“, sagte Paulussen. Zum anderen ging es in die Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo die Politiker dunkle und engere Gänge sowie kleinere Zimmer zu Gesicht bekamen.

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