Kommentar

Maximale Offenheit im Fall Reinhard Lettmann

Reinhard Lettmann, geboren in Datteln, Bischof von Münster, gestorben 2013 in Bethlehem. Ich habe ihn persönlich kennengelernt, vor vielen, vielen Jahren. Fand ihn sehr sympathisch. Aber nun?
Elke Jansen hofft auf eine offene Diskussion. © janfeld

Kirche kann ein Anker sein im Leben. Für mich ist das so. Nun bin ich zwar nicht katholisch, sondern evangelisch, aber eigentlich trennt uns so viel ja nicht.

Da trifft es hart, wenn Menschen, die Vorbild waren, ein anderes Gesicht zeigen.

Unsägliches geduldet, vertuscht, vielleicht sogar selbst getan haben.

So wie Reinhard Lettmann. Die Vorwürfe des Darüberhinwegsehens sind bewiesen, der jüngst aufgekommene Vorwurf aktiver Täterschaft steht im Raum. Der darf nicht klein geredet werden, muss dringendst ernst genommen werden. Aber auch in der sehr aufgeheizten Diskussion um Missbrauch in der katholischen Kirche gilt zunächst das Prinzip der Unschuldsvermutung. Auch für Reinhard Lettmann. Das ist die Crux: Das Opfer darf nicht als Lügner da stehen, niemals. Aber der vermeintliche Täter darf ebenso nicht vorverurteilt werden.

Nun kommt es darauf an, wie offen die Kirche agieren wird. Wie sehr sie teilhaben lässt an Recherchen und Ergebnissen derselben. Das ist den Opfern geschuldet – und den Menschen, die nach wie vor auf ihre Kirche vertrauen.

Pfarrer Heinrich Plaßmann von St. Amandus hat seine Fassungslosigkeit über die neuen Vorwürfe eingeräumt. Er sei – und das nehme ich ihm einfach ab – „erschüttert“. Ich bin gespannt, wie er und die Gemeinde weiter damit umgehen werden.

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