Flutkatastrophe

Schwester Josefa sammelt Geldspenden für die Hochwasseropfer

Schwester Josefa und Schwester Andrea vom Kloster St. Dominikus haben jetzt mit Unterstützung der katholischen Kirchengemeinde einen Spendenaufruf für die Menschen in Ahrweiler gestartet.
Schwester Josefa steht vor der Kirche St. Dominikus und zeigt den Aufruf "Hilfe zum Wiederaufbau!", der im Aushang der Gemeinde zu sehen ist, Foto: Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

„Wir haben die Bilder der Flutkatastrophe längst in unseren Alltag genommen – die Menschen in und um Ahrweiler haben längst keinen Alltag mehr – und das für lange Zeit“, so Schwester Josefa.

Schwester Josefas Neffe wohnt in Ahrweiler

Die katholische Ordensfrau weiß, wovon sie spricht: Ihr Neffe wohnt mit seiner Familie in Ahrweiler. Und seitdem das Wasser über den Ort hereingebrochen ist, ist dort nichts mehr so, wie es einmal war. Schwester Josefa erinnert sich noch genau an die Nacht der Flutkatastrophe und den Tag danach. „Ich konnte meinen Neffen erstmal nicht erreichen“, berichtet sie von sorgenvollen Stunden. Das Handynetz war zusammengebrochen, Strom und Wasserversorgung vor Ort gab es nicht. Einige Zeit später gelang es ihr, Kontakt herzustellen. Und sie erhielt die gute Nachricht, dass niemand von der Familie ihres Neffen in den Wassermassen umgekommen war oder verletzt wurde. Auch das Haus seiner Familie, das auf einer Anhöhe liegt, hat keinen Schaden genommen. Und gleichwohl hat die Flut auch ihr Leben auf den Kopf gestellt. „Sie haben eine Familie mit drei Kindern, deren Zuhause zerstört wurde, bei sich aufgenommen“, berichtet Schwester Josefa. Die Schwiegereltern ihres Neffen hätten ein kleines Hotel in Ahrweiler betrieben, ob sie es jemals wieder öffnen können, steht heute noch in den Sternen. Und die Hälfte der befreundeten Familien dort sei von der Flut schwer getroffen worden. „Diese Familien haben zum Teil alles verloren, die einzelnen Schicksale sind erschütternd“.

Es fehlt an Geld für den Wiederaufbau

Die Dattelner Ordensfrau hat regelmäßig Kontakt zu ihrem Neffen. In diesen Tagen dreht sich in Ahrweiler alles ums Aufräumen und den Wiederaufbau, weiß sie. Sachspenden seien mittlerweile zum Glück genug vorhanden. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln sei sichergestellt. Strom und Wasser gebe es dort, wo ihr Neffe wohnt, bereits wieder. „Aber es fehlt an Geld. Geld, um Häuser und Wohnungen instand zu setzen und ein normales Leben wieder aufbauen zu können“, erklärt Schwester Josefa. Deshalb ruft sie zu Geldspenden für die Menschen in Ahrweiler auf, hat ein Spendenkonto eingerichtet und einen Opferstock im Kloster dafür gekennzeichnet. „Bitte helfen Sie den Menschen in und um Ahrweiler. Jede Spende kommt an. Jeder Euro hilft“, so die beiden Ordensfrauen. In den ersten Tagen nach der Flut habe sie natürlich überlegt, zu ihren Neffen nach Ahrweiler zu fahren, direkt vor Ort zu helfen. Doch dort hin zu gelangen, gestaltete sich schwierig. Viele Straßen und Zuwege wurden ja beschädigt, oder von Verkehr, Helfern und Hilfstransporten verstopft. „Ich kenne da keine Schleichwege“, sagt Schwester Josefa. Deshalb konzentriert sie sich jetzt erst einmal darauf, von Datteln aus zu helfen.

Spendenbereitschaft der Dattelner ist groß

Seit die Spendenaktion an den Start gegangen ist, hätten schon viele Dattelner einen Beitrag geleistet. „Die Spendenbereitschaft ist groß, das ist beeindruckend“, sagt Schwester Josefa. Diese Solidarität und die große Bereitschaft der Menschen zu helfen, sei es auch, die die Bürger in Ahrweiler aufrechterhalte. Die sie nicht aufgeben und immer weiter machen lasse. Im Moment seien es für ihren Neffen und seine Familie lange, harte Tage. Eine einzige Maloche zwischen ausräumen und Schlamm wegschippen. Bei allem Elend seien sie am Ende jedes Tages trotzdem froh, dass sie niemanden in den Fluten verloren haben und sie alle gesund sind.

Wer Geld spenden möchte, kann dies folgendermaßen tun:

Spendenkonto: Kloster St. Dominikus Datteln

IBAN: DE41 4265 0150 1000 7297 88

Verwendungszweck: Flutkatastrophe Ahrweiler

Bürger können zudem die markierte Geldkassette in der Klosterkirche nutzen.

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