Kinderbetreuung

Stadt setzt bei Kita-Plätze weiter auf „luxuriöse“ Übergangslösungen

Knapp 100 Plätze fehlen im Kita-Jahr 2022. Die Diskussionen im Rat drehten sich aber um das Projekt „Haus der Familie“. Bürgermeister André Dora (SPD) vertraut der Planung seiner Verwaltung.
An der ehemaligen Mosaikschule direkt neben der Gustav-Adolf-Schule an der Mozartstraße sollen auch in Zukunft Kindergarten-Kinder betreut werden. © Kalthoff (Archiv)

Dass im kommenden Jahr knapp 100 Kita-Plätze fehlen werden, das bestritt SPD-Chef Pascal Joswig in seinen Ausführungen zur Kita-Bedarfsplanung nicht. Seine Lösung: Die geplante Fünf-Gruppen-Kita des Hauses der Familie wird dringend benötigt. Doch mit dieser ist für das kommende Kita-Jahr definitiv nicht geplant. Weder Standort oder Konzept, noch Baubeginn stehen fest. Dennoch warb Joswig bei den weiteren Fraktionen im Rat um Unterstützung für das Projekt, das „dringend benötigt wird“. Kurzfristig setze Joswig auf die Übergangslösung an der Mozartstraße (ehemalige Mosaikschule) und eine geplante DRK-Waldkita, mit denen die Lücke geschlossen werden soll.

Bei den Fraktionen stieß Joswigs Appell auf Mithilfe beim Haus der Familie auf Verwunderung. Schließlich stünde man wie zuvor hinter dem Großprojekt, bestätigte CDU-Ratsherr Maximilian Nastula. Allerdings bedarf dies einen Mehraufwand an Planung, da neben der Kita auch Jugendamt und weitere soziale Einrichtungen untergebracht werden. Daher pocht seine Fraktion weiterhin auf eine zusätzliche, kurzfristigere Lösung, die schneller umsetzbar ist. Heißt: Eine „normale“ Kita ohne Familienhaus drum herum. Denn Kita-Plätze, das würde aus der Bedarfsplanung hervorgehen, werden bei erwartetem Familien-Zuzug in den ausgewiesenen Neubaugebieten in den kommenden Jahren benötigt werden.

„Luxuriöse“ Kita-Übergangslösungen in Datteln

Eine definitive Aussage darüber, dass das Haus der Familie für das Kita-Jahr 2023 fertig wird, wollte Bürgermeister André Dora (SPD) derweil auf Nachfrage von Grünen-Ratsvertreterin Veronika Diring nicht treffen. Aktuell sei es vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie schwierig, mit Bau-Projekten zu planen. Beigeordneter Dirk Franke erklärte derweil, dass der Fehlbedarf an Kita-Plätzen durch eine Tagespflege-Offensive und geplanten Anbauten kompensiert werden sollen. „Auch das Wort Übergangslösung ist gefallen“, sagte Franke. Er frage sich nur, ob Kita-Gruppen, wie es sie derzeit z.B. an der Berliner Straße gibt, als Übergangslösung bezeichnet werden sollten. „Das sind eigentlich Sachen, die hätte ich mir in meiner Kindergartenzeit gewünscht, solche luxuriösen Varianten“, sagte Franke.

Bürgermeister André Dora machte nochmals deutlich, dass er der Bedarfsplanung seiner Verwaltung vertraue, die in den vergangenen Jahren stets „fast immer genau eine Punktlandung“ gewesen sei. Einen Konter gab es dafür von Grünen-Fraktionschef Marco Zerwas. Er kritisierte, dass diese Punktlandung nur durch Übergangslösungen und die nicht Inanspruchnahme von Plätzen zustande gekommen sei, weil Eltern nicht für einen Kita-Platz durch ganz Datteln fahren wollen würden.

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