Meinung

EU-Pläne zum Antibiotika-Verbot: Haustiere dürfen nicht gefährdet werden

Die EU prüft derzeit ein weitreichendes Antibiotika-Verbot für die Behandlung von Tieren. Tierärzte sind in Sorge und stellen sich gegen die Pläne. Droht eine Gefahr für Hunde und Katzen?
Es sind neue Antibiotika-Regeln geplant. Bedeuten diese eine Gefahr für Haustiere? © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Der Verband der Tierärzte (bpt) schlägt Alarm. Die EU will lebensrettende Antibiotika verbieten, heißt es in einer Kampagne. Hintergrund sind Pläne, den massenhaften Einsatz und Missbrauch von Antibiotika einzudämmen.

Betroffen seien davon auch Hunde und Katzen mit schweren bakteriellen Erkrankungen, bei denen die nach der Verabschiedung des Gesetzes noch erlaubten Medikamente nicht wirken würden. Die Tiere wären somit dem Tode geweiht.

Doch müssen sich Hunde- und Katzenbesitzer wirklich Sorgen machen? Das ist fraglich. Die Süddeutsche Zeitung schreibt beispielsweise von „Panikmache“ und wirft dem Verband vor, mit „fragwürdigen Methoden“ vorzugehen.

In den Kreisen der Grünen/EFA im Europäischen Parlament spricht man von „unsachlichen Behauptungen“, die korrigiert werden müssten: „Mit der anstehenden Abstimmung wollen die Ausschussmehrheiten den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermast begrenzen, also in Ställen der Massentierhaltung. Es geht nicht um Tiere in Einzelhaltung“, schreibt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA. Haustiere seien von diesem Beschluss nicht betroffen.

Und dabei muss es bleiben. Der Ansatz der EU, die vorsorgliche Antibiotika-Gabe an gesunde Tiere in der Massentierhaltung zu verhindern, ist genau richtig. Doch Hund und Katz dürfen dabei nicht gefährdet werden.

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