Meinung

Hohe Spritpreise: Bus und Bahn sind keine Alternativen zum Auto

Was tun, wenn die Spritpreise weiter in die Höhe schnellen? Weniger Autofahren und auf Bus und Bahn umsteigen. Aber die Bedingungen sind immer noch teils unzumutbar, findet unsere Autorin.
Der Spritpreis klettert immer weiter in die Höhe. © picture alliance/dpa

Ich fahre eigentlich gerne Auto, doch die Spritpreise ärgern mich diese Tage auch. Aber ich stehe ungern im Stau, was im Ruhrgebiet leider öfter vorkommt. Und ich lasse mich nicht gerne mit Lichthupe von der Überholspur drängeln. Außerdem gucke ich auf langen Strecken eigentlich lieber aus dem Fenster, als mich auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Dafür wäre eine Reise mit der Bahn eigentlich ideal.

Doch der Vorsatz scheitert schon auf dem Weg zur Arbeit. Ich wohne in Oer-Erkenschwick und brauche mit dem Auto nach Haltern etwa 20 Minuten. Würde ich mit den Öffentlichen fahren, müsste ich mit dem Bus nach Recklinghausen fahren und dann am Hauptbahnhof in die Regionalbahn nach Haltern. Erst in die Gegenrichtung fahren und dann wieder zurück. Dauer: mindestens 40 Minuten. Eine direkte Busverbindung gibt es nicht. Ich könnte mit dem Fahrrad fahren – müsste aber im Winter mitten durch den Wald beziehungsweise über die Recklinghäuser Straße. Nein danke.

Viele Halterner arbeiten aber noch weiter weg. Wer pendelt, hat es nicht leicht. Verpasste Anschlüsse, volle Züge, steigende Preise. Will man von Haltern nach Dortmund, muss man in Wanne-Eickel umsteigen, nach Bochum soll es im nächsten Jahr endlich eine Direktverbindung geben. Mit solchen Angeboten schaffen wir die Verkehrswende nie. Die Menschen werden weiter Auto fahren, auch wenn der Sprit 5 Euro pro Liter kostet.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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