Meinung

Mit Klimaprojekten kann die Stadt Haltern nicht punkten

Die Stadt kann ihre finanziellen Aufwendungen für den Klimaschutz in den vergangenen zehn Jahren nicht genau beziffern. Zu hoch werden die Ausgaben wohl nicht gewesen sein.
Stichwort Dachbegrünung: Bund und Land bieten Fördermöglichkeiten an, die Kommunen müssen sie nur abrufen. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Mit einer Klimaplakette ehrt die Stadt jedes Jahr herausragende Projekte anderer. Mit eigenen Projekten dagegen sieht es mau aus.

Der Klimawandel ist in vollem Gange. Maßnahmen zu Klimaschutz und -anpassung sind dringend erforderlich. Mit der Starkregen-Gefahrenkarte hat Haltern einen ersten Schritt getan. Von extremen Niederschlägen wurden die Bürger schon mehrmals heimgesucht. Das Problembewusstsein ist also vorhanden.

Viel zu oft aber wird noch auf die Eigeninitiative der Bürger vertraut. Die Stadt punktet bestenfalls punktuell mit kleinen Förderprogrammen und beschränkt sich ansonsten auf Beratungsangebote. Dabei braucht es unbedingt größer angelegter und von der Stadt initiierter Projekte, mit denen die Menschen bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz auch finanziell unterstützt werden. Beratung allein reicht eben nicht.

Land und Bund stellen in vielerlei Hinsicht Fördergelder zur Verfügung. Die Kommunen müssen sie nur abrufen. Haltern habe dafür kein Personal, kontert die Stadt. Höchste Zeit also, die geplante Klimaschutzstelle schnell zu besetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Bürger im Klimawandel mit ins Boot zu holen. Auch die städtische Zusage, bei klimarelevanten Entscheidungen beispielsweise im Bereich Städtebau künftig die Auswirkungen auf das Klima besser zu berücksichtigen, sollte sofort mit Leben gefüllt werden. Die Zeit drängt – die Klima-Krise wartet nicht.

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