Trinkwasserpreis

Alles wird teurer – jetzt auch das Trinkwasser in Haltern am See

Die Gelsenwasser AG erhöht den Preis für Trinkwasser in Haltern am See ab dem 1. Juli. Darüber kann das Unternehmen aber nicht allein bestimmten.
Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern wird teurer.
Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern wird teurer. © picture alliance / dpa

Ab 1. Juli 2022 gilt im Gelsenwasser-Versorgungsgebiet nach acht Jahren erstmals wieder ein neuer Trinkwasserpreis. Das hat die Schiedsstelle zur Preisfindung Mitte Juni beschlossen. „Der Mengenpreis für 1000 Liter Trinkwasser liegt dann bei 2,0737 Euro brutto, der monatliche Grundpreis für einen Hauswasserzähler beträgt unverändert 13,64 Euro brutto“, teilt der Wasserversorger mit.

„Eine Ablesung des Wasserzählers oder eine Anpassung des Abschlags ist nicht notwendig. Gelsenwasser berücksichtigt den neuen Preis automatisch bei der jährlichen Abrechnung und der zukünftigen Abschlagsberechnung im Herbst“, so der Unternehmen weiter.

Einnahmen deckten die Ausgaben nicht mehr

Ein Beispiel: Eine dreiköpfige Familie in einem Mehrfamilienhaus zahlt auf Basis des neuen Preises für den durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 147.000 Litern Wasser (402 Liter täglich) 345,75 Euro – dies sind 39,01 Euro (12,7%) mehr als bisher. In einem Mehrfamilienhaus wird der Grundpreis auf mehrere Parteien umgelegt. Im Beispiel sind vier Wohnungen angenommen. In einem Einfamilienhaus mit 3 Personen sind in Zukunft jährlich 468,51 Euro (+ 9,3 %) zu zahlen – hier trägt die Familie den Grundpreis allein.

Über solche Versicherungsbecken wird das Trinkwasser in  Haltern gefiltert.
Über solche Versicherungsbecken wird das Trinkwasser in Haltern gefiltert. © Jürgen Wolter

Jährlich erstellt ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen ein Gutachten über die Kosten, die tatsächlich bei Gelsenwasser für die Wasserversorgung entstehen. „Dieses Gutachten zeigte zuletzt aufgrund gestiegener Kosten im Tiefbau-, Material-, Personal- und Energiebereich eine deutliche Unterdeckung. Das hieß für uns: Wir mussten handeln, damit wir über die Einnahmen im Wasserbereich weiter nachhaltig in die Wasserinfrastruktur mit Werken und Rohrnetz sowie in die Qualitätssicherung investieren können“, erläutert der Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzende Henning R. Deters.

Zweite Preiserhöhung 2024 ist möglich

Ob über die aktuelle Preiserhöhung hinaus im Laufe des Jahres 2024 eine weitere Anpassung um bis zu 4,49 ct/m³ erfolgen wird, wird vom Inflationsverlauf und der wirtschaftlichen Entwicklung der kommenden Monate abhängig gemacht.

Im Januar hatte Gelsenwasser die Konzessionskommunen, in denen das Unternehmen die Bürgerinnen und Bürger mit Trinkwasser versorgt also auch die Stadt Haltern, über die Notwendigkeit einer Anpassung des Wasserpreises informiert.

Gelsenwasser legt den Wasserpreis für Tarifkunden nicht selbst fest. Traditionell entscheidet hierüber eine Schiedsstelle, die aus fünf Mitgliedern besteht: Das sind je zwei Sachkundige der Kommunen und von Gelsenwasser sowie ein(e) neutrale(r) Vorsitzende(r), die/der von beiden Seiten gewählt wird und die Befähigung zum Richteramt hat.

Wenn Gelsenwasser einen Antrag zur Preisanpassung stellt und von der kommunalen Seite widersprochen wird, entscheidet die Schiedsstelle nach entsprechenden Beratungen endgültig und bindend. Alle Informationen zum neuen Wasserpreis, zum Schiedsverfahren und zu den Leistungen rund um die tägliche Trinkwasserversorgung sowie zur Trinkwasserqualität gibt es unter: Unsere Leistungen für Ihr Trinkwasser | Gelsenwasser.

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