Meinung

Die Stadt muss mehr für die Prävention tun

Die Entscheidung, die kommunalen Ordnungskräfte mit Mehrzweckstöcken auszustatten, löst langfristig nicht das Problem der eskalierenden Gewalt auf den Straßen, findet Tina Brambrink.
Redakteurin Tina Brambrink © Kristina Schröder

Kommentar zum Text „Schlagstöcke für Ordnungsdienst: Mitarbeiterin berichtet von steigender Gewalt“

Die Zahl der Gegner ist groß, zum Einsatz kommen die neuen ausziehbaren Mehrzweckeinsatzstöcke nach jetzigem Diskussionsstand aber wohl doch.

Dass der Ton auf den Straßen immer rauer wird, ist traurig genug. Dass selbst die Menschen, die für Sicherheit und Ordnung in unserer Stadt sorgen und Bürgernähe schaffen sollen, dafür auch in einer deeskalierenden Ansprache geschult sind, sich inzwischen immer häufiger nicht mehr sicher fühlen, ist mehr als bedrückend.

Wir sind die einzige Stadt im Kreisgebiet, die es nicht bei Reizgas oder Handschellen für den Kommunalen Ordnungsdienst belässt. Mehr noch: Mit der Ausrüstung seiner kommunalen Ordnungskräfte mit ausziehbaren Einsatzmehrzweckstöcken reiht sich das beschauliche Herten in eine Riege von Großstädten wie Düsseldorf, Bonn oder Wuppertal ein. Und diese Entwicklung muss alle Alarmglocken schrillen lassen.

Das Thema muss dringend bei der Wurzel gepackt werden. Stichwort: Prävention. Problematische kleine Bezirke mit hohem Gewaltpotenzial dauerhaft zu entschärfen und attraktiver zu machen, ist auch das Ziel des interdisziplinären NRW-Modellprojektes „Mikus“ (Mikrosegmentanalysen als Impuls für urbane Sicherheit), an dem Herten gemeinsam mit Köln und Hamm teilnimmt. Hoffentlich bleibt es nicht beim theoretischen Konstrukt. Die Zeit drängt für Herten!

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