Bürgerantrag ist Thema im Sozial-Ausschuss

Gründung eines Seniorenbeirats in Herten rückt näher

Anfang 2020 stellte Georg Rüth einen Bürgerantrag zur Gründung eines Seniorenbeirats. Gut eineinhalb Jahre später stand das Thema jetzt auf der Tagesordnung des Sozialausschusses.
Rathaus Herten. 13102017 © Sind im Hertener Rathaus demnächst auch die Mitglieder des Seniorenbeirats aktiv?

Ein wenig überrascht wirkte Georg Rüth dann doch, als ihm bei der Sitzung, die aufgrund der weiterhin erforderlichen Coronaschutzmaßnahmen als Videokonferenz durchgeführt wurde, das Wort erteilt wurde. „Damit hatte ich nicht gerechnet und habe jetzt auch keinen ausgefeilten Redebeitrag vorbereitet. Dazu etwas sagen kann ich aber dennoch.“

Beiräte gibt es unter anderem schon in Marl und Recklinghausen

Zunächst aber zeigte Christiane Rhode, die bei der Stadt Herten unter anderem für den Bereich Senioren zuständig ist, in einem kurzen Vortrag auf, wie sich die Beteiligung von Senioren in den umliegenden Städten darstellt – und wie diese momentan in Herten möglich ist. Klassische Seniorenbeiräte gibt es zum Beispiel in Recklinghausen und in Marl. In Herten wiederum gibt es bisher eine sogenannte Seniorenkonferenz. Diese besteht aus ehrenamtlichen Leitungskräften aller Seniorentreffs in Herten und ist laut Homepage der Stadt Herten seit 2004 anstelle eines gewählten Seniorenbeirates eingerichtet.

Seniorenkonferenz nicht das richtige Gremium

„Diese Konferenzen haben aber nicht funktioniert“, erklärte Georg Rüth dann zu Beginn seiner Ausführungen. Seiner Meinung nach könne man sich dort eben nicht so für die Belange der Senioren einsetzen, wie er sich das vorstellt. Genau deshalb habe er den Antrag für die Bildung eines Seniorenbeirats eingereicht.

Rüth selbst war noch im März 2019 ins Sprecherteam der Seniorenkonferenz gewählt worden und ist Mitglied der ZWAR-Gruppe Herten-Mitte.

ZWAR-Gruppen (Zwischen Arbeit und Ruhestand) richten sich an Menschen ab ungefähr 50 Jahren, die berufstätig oder im (Vor-)Ruhestand sind und ihre Freizeit in Zukunft mit anderen aktiv gestalten wollen.

Parteien stimmen für Gründung

Rüth ließ in seinen Ausführungen anklingen, dass es neben ihm noch weitere Interessierte gebe, die es sich vorstellen können, für einen Platz im Seniorenbeirat zu kandidieren. „Meiner Meinung nach muss aber vorher klar sein, dass sowohl alle Parteien als auch die Verwaltung einen solchen Beirat auch möchten.“

Im Anschluss erklärten praktisch alle im Sozialausschuss vertretenen Parteien, dass sie die Gründung eines Seniorenbeirats befürworten. Einig waren sie sich dann auch bezüglich des Zeitrahmens.

Entscheidung im September?

Hatte Hermann Pieper als zuständiger Beigeordneter noch vorgeschlagen, eine entsprechende Ratsvorlage Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres auf die Tagesordnung zu bringen, waren die Partei-Vertreter anderer Meinung. Da es nun bereits seit Anfang 2020 einen Bürgerantrag gebe und auch ein Antrag der TOP-Partei zur selben Thematik bereits auf dem Weg sei, wurde der Verwaltung mit auf den Weg gegeben, eine Vorlage für die Gründung eines Seniorenbeirats für die kommende Sitzungsvorlage zu erarbeiten. Die findet nach den Sommerferien im September statt.

Ein Seniorenbeirat hat eine beratende Funktion – wie der Name schon verdeutlicht. Er vertritt die Interessen der älteren Einwohnerinnen und Einwohner gegenüber den politischen Gremien, den Verbänden und der Verwaltung. Er berät den Rat, seine Ausschüsse und die Verwaltung in allen örtlichen Angelegenheiten, die die Interessen der Seniorinnen und Senioren berühren. Der Beirat muss gewählt werden.

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