Corona-Pandemie

„Lolli“-Tests an Hertener Schulen: So lief der erste Tag

Von der Fachwelt wird die Einführung der sogenannten „Lolli“-Tests an Grund- und Förderschulen in NRW begrüßt. Die ersten Erfahrungen an Hertener Schulen sind auch positiv.
An Grund- und Förderschulen sind seit Montag sogenannte „Lolli“-Test im Einsatz. © dpa

Seit Montag müssen Schülerinnen und Schüler zur Eindämmung der Corona-Pandemie sogenannte „Lolli“-Tests absolvieren. Sie sind nicht nur sicherer im Ergebnis, sondern auch deutlich schneller durchgeführt.

Die „Lolli“-Tests sind PCR-Tests und liefern daher ein deutlich akkurateres Ergebnis als die Schnelltests, die bisher im Einsatz waren. Und sie sind schneller umzusetzen, wie sich sofort beim Start am Montag (10.5.) zeigte. „Die Tests sind für Schülerinnen und Schüler auf jeden Fall leichter zu händeln“, sagt Jana Daldrup, Schulleiterin der Goetheschule. Sie hat den Test selbst mit einer Klasse durchgeführt. Die Kinder müssen 30 Sekunden an einem Tupfer lutschen. „Das ist auch sicherer, denn man muss die Maske dabei nicht ganz abnehmen“, sagt Tobias Gahlen, Schulleiter der Achtenbeckschule. Bei den Schnelltests mussten Abstriche genommen werden, was auch mehr Zeit in Anspruch nahm. Dann musste man auch noch 15 Minute auf das Ergebnis warten.

Ergebnisse kommen morgens per App

Jetzt sei hingegen in wenigen Minuten alles erledigt. Wenn die Schulmitarbeiter alles dokumentiert haben, werden die Tupfer der Gruppe zusammen in ein Röhrchen gesteckt und gehen ans Labor.

Das wiederum übermittelt bis zum nächsten Morgen ein positives oder ein negatives Ergebnis des sogenannten Pool-Tests. An der Achtenbeckschule etwa funktioniert das über eine App. Ist das Ergebnis positiv, müssen die Eltern mit den Kids sofort einen zusätzlichen PCR-Test machen. „Die Kinder haben am ersten Präsenztag einen Einzeltest mitbekommen“, sagt Jana Daldrup.

Ist der Pooltest einer Gruppe positiv, wirke sich der aktuelle Wechselunterricht positiv aus, sagt Tobias Gahlen. „Durch den ist gewährleistet, dass die Gruppe am nächsten Tag nicht in der Schule ist.“

DRK bringt Pooltest ins Labor nach Münster

Auch die Organisation laufe hervorragend, sagt Gahlen. Das Deutsche Rote Kreuz bringt die Tests zu einem Labor nach Münster. Um 9 Uhr muss der Fahrer an der ersten Schule sein und die Tests abholen. Auf der Route liegen alle Grund- und Förderschulen in Herten und auch eine in Recklinghausen. Bevor es losging, wurde vergangenen Freitag eine Testfahrt absolviert. Die Aktion läuft im Rahmen des Medizinischen Transportdienstes (MTD) des DRK Herten unter der Leitung von Max-Philipp Metzemacher.

Die ersten Erfahrungen mit den „Lolli“-Tests sind also positiv. Es gab und gibt aber auch kritische Stimmen, etwa die von Anne Knoche. Die Elternpflegschaftsvorsitzende des Süder Grundschulverbundes begrüßt die „Lollis“, hat aber auch Kritik. So ist sie etwa skeptisch, dass die Labore bei ihrer hohen Belastung die Ergebnisse immer am nächsten Morgen liefern. „Und wer sagt denn, dass die Eltern den PCR-Test richtig durchführen können?“

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