Streit zwischen Jugendlichen

Messer-Angriff im Bus: Polizei nennt Details zum ungewöhnlichen Hergang

In Westerholt ist es in einem Bus der Vestischen zu einem blutigen Streit gekommen. Ein Jugendlicher erlitt schwere Verletzungen. Jetzt äußert sich die Polizei zum Hergang. Der ist etwas kurios.
In diesem Bus der Linie 212 kam es am Donnerstagabend an der Haltestelle Lindenstraße in Herten-Westerholt zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung. © Frank Bergmannshoff

Update Freitag, 21.01., 11.05 Uhr:
Die Polizei nennt jetzt weitere Informationen zu dem blutigen Vorfall am Donnerstagabend in einem Bus der Vestischen in Westerholt. Wie berichtet, kam es etwa um 19 Uhr auf der Bahnhofstraße in einem Bus der Linie 212 (von GE-Buer über Hassel, Bertlich, Westerholt nach Herten-Mitte) zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 15-Jährigen und einem 17-Jährigen, beide aus Gelsenkirchen.

Schwer verletzt, aber nicht lebensgefährlich

Der zunächst verbale Streit eskalierte. Der 17-Jährige stach dem Jüngeren daraufhin mit einem Messer in den Bauch. Der 15-Jährige erlitt schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen.

Beteiligte informieren selbst den Busfahrer

Ungewöhnlich war, dass nicht etwa andere Fahrgäste den Busfahrer alarmierten. Sondern die beiden Kontrahenten selbst informierten den Fahrer und baten ihn, die Rettungskräfte anzufordern. Unklar bleibt, warum letztlich der Notruf bei der Feuerwehr-Leitstelle so ankam, dass diese einen Großeinsatz mit dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ auslöste.

Kriterien für U-Haft nicht erfüllt

Der 15-Jährige wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, der 17 Jährige hingegen mit zur Polizeiwache genommen. Später wurde er wieder entlassen.

Für das Verhängen von Untersuchungshaft müssen – erst recht bei Minderjährigen – strenge Kriterien erfüllt sein. Das sind vor allem Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr, die Gefahr weiterer Straftaten oder eine besondere Schwere der Tat (Mord, Totschlag). Diese Kriterien waren im aktuellen Fall nicht gegeben.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Das Messer und auch den Linienbus stellten die Beamten sicher.

Nach Abschluss des Rettungseinsatzes und der Ermittlungen der Polizei setzte der Bus der Vestischen seine Fahrt fort.
Nach Abschluss des Rettungseinsatzes und der Ermittlungen der Polizei setzte der Bus der Vestischen seine Fahrt fort. © Frank Bergmannshoff


Update Freitag, 21.01., 6.00 Uhr:

Bei den Beteiligten des Streits handelt es sich um zwei Jugendliche. Nach neuen Informationen der Polizei gerieten in dem Bus ein 15-Jähriger und ein 17-Jähriger in einen Streit. Dieser eskalierte, schließlich stach der Ältere dem Jüngeren mit einem Messer in den Bauch. Dieser erlitt schwere Verletzungen. Der 17-Jährige wurde vorläufig festgenommen, aber nach der Vernehmung wieder entlassen.

Unser erster Bericht von Donnerstag, 20.01., 22.35 Uhr:

Ein Bus der Linie 212 der Vestischen Straßenbahnen GmbH war am Donnerstagabend (20.1.) auf dem Weg über Westerholt nach Herten-Mitte. An der Bushaltestelle Lindenstraße in Höhe der früheren Christuskirche kam es dann um 19.04 Uhr in dem Bus zu einer Auseinandersetzung.

Einsatzstichwort „Massenanfall von Verletzten“

Die Situation wirkte offenbar in diesem Moment dramatisch und unübersichtlich. Jedenfalls ging bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr ein Notruf ein, der eine gravierende Gewalttat befürchten ließ. Die Leitstelle löste einen Großeinsatz mit dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten – bis zu fünf Verletzte“ aus. In einem solchen Fall werden automatisch alle verfügbaren Rettungsdienst-Einheiten in der Umgebung in Bewegung gesetzt.

Polizei sperrt die Bahnhofstraße

Da in Herten bereits andere Einsätze liefen, konnte die Hertener Berufsfeuerwehr nur einen Rettungswagen entsenden, außerdem den Einsatzleitwagen der Feuerwehr und einen Einsatzleiter. Aus Marl kamen zwei Notärzte und zwei weitere Rettungswagen. Aus Oer-Erkenschwick eilte ein Krankentransportwagen nach Herten. Darüber hinaus trafen mehrere Streifenwagen der Polizei ein. Die Beamten sperrten die Bahnhofstraße zwischen der Kreuzung Marler Straße und der Einmündung Lindenstraße.

Vor Ort stellte sich die Situation weniger dramatisch dar als zunächst befürchtet. Es war eine Person – nach bisherigen Informationen männlich – verletzt worden. Sie wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Zum Schweregrad der Verletzung konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Die übrigen Einsatzkräfte konnten bald wieder einrücken.

Zeuge spricht von „Messerstecherei“

Die Einzelheiten des Vorfalls sind noch weitgehend unklar. Nach ersten Auskünften der Polizei sind in dem Bus, als dieser sich gerade in Höhe der Haltestelle Lindenstraße befand, zwei Personen in einen Streit geraten. Die Auseinandersetzung war laut Polizei zunächst nur verbal. Dann kam es aber zu einem gewaltsamen Angriff, bei dem ein Beteiligter verletzt wurde.

Details zu den Gründen des Streits oder zu einer möglichen Tatwaffe wollte die Polizei vor Ort aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Ein Zeuge berichtete jedoch, dass es in dem Bus zu einer „Messerstecherei“ gekommen sei.

Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen

Beamte der Kriminalpolizei waren kurz nach dem Vorfall vor Ort und nahmen die Ermittlungen auf. Noch am späten Abend fanden im Präsidium in Recklinghausen erste Befragungen statt. Die Bahnhofstraße blieb für etwas mehr als zwei Stunden gesperrt.

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