Unwettereinsatz nach Tief „Bernd“

Mit schwerem Gerät gegen die Wassermassen

Auch die ehrenamtlichen Mitglieder des Technischen Hilfswerks Herten gehörten zu den ersten Helfern der Flutkatastrophe. Einsätze in Remscheid, Hilden und Essen.
In einer überfluteten Tiefgarage in Essen sorgten die Ehrenamtlichen vom THW Herten für Elektroversorgung und Beleuchtung. © THW

Das Tiefdruckgebiet „Bernd“ beschäftigte auch das Technische Hilfswerk (THW) in Herten. Schon zu Beginn der letzten Woche wurden die THW-Ortsverbände in Nordrhein-Westfalen aufgrund der Wetter-Vorhersagen in eine erste Bereitschaftsstufe versetzt. Kurze Zeit später waren die ersten Helfer bereits im Einsatz, um Menschen und Tiere zu retten und Sachwerte zu schützen. Am Mittwochabend wurden auch die Hertener THW-ler mit der Fachgruppe N

(Notversorgung und Notinstandsetzung) alarmiert.

Der erste Einsatzauftrag führte die Gruppe am nächsten Morgen mit drei Großfahrzeugen nach Remscheid. Ein Pumpwerk und ein Einfamilienhaus mussten nach dem Unwetter vom Wasser befreit werden. Die Hertener rückten mit einem Gerätkraftwagen inklusive Ausstattung für verschiedenste Einsatzszenarien, mit einem Unimog und einem Beleuchtungswagen an. Bis zum Abend kämpften die Freiwilligen gegen die Wassermassen.

Tiefgarage stand komplett unter Wasser

Schon am Freitagmorgen wartete der nächste Einsatz im Stadtgebiet Hilden. Eine Tiefgarage war hier durch das Übertreten eines nahen gelegenen Bachs überschwemmt worden. Rund 20 Millionen Liter Schmutzwasser mussten abgepumpt werden. Zusammen mit Kollegen der Fachgruppe Wasserschaden/ Pumpen der THW-Ortsverbände Gladbeck/Dorsten und Detmold brachten die Hertener Helfer Groß- und Kleinpumpen in Stellung. „Insgesamt konnte eine

Gesamtförderleistung von 36.000 Liter pro Minute erreicht werden“, berichtete Daniel Halfmann, Zugführer des THW Herten.

Als der Einsatz am Samstagabend beendet war, ging es direkt weiter ins Stadtgebiet Essen, wo ebenfalls eine Tiefgarage sowie mehrere Mehrfamilienhäuser unter Wasser lagen. „Der Fokus unseres Ortsverbands lag hierbei auf der Elektroversorgung und der Beleuchtung der Einsatzstelle. Unterstützt haben dort auch die Ortsverbände Essen, Gladbeck/ Dorsten und Halver sowie die Feuerwehr Essen“, so Halfmann.

Erst am frühen Sonntagmorgen konnten die Hertener Einsatzkräfte ihre Heimreise zur Unterkunft nach Westerholt antreten.

Info: Das Technische Hilfswerk (THW) ist eine Bundesanstalt und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat unterstellt. Seit über 60 Jahren ist der THW Ortsverband im Stadtgebiet Herten vertreten.
– Aufgaben: Technische Hilfe im Rahmen des Zivilschutzes und der
Katastrophenhilfe des Bundes. Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen
Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die
Gefahrenabwehr zuständigen Stellen
– Der Ortsverband besteht zu 100 % aus ehrenamtlichen Einsatzkräften sowie einer
Jugendgruppe für Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren. Jeder hat hier die Möglichkeit, sich ab 18 Jahren zur Einsatzkraft ausbilden zu lassen. Hierfür ist eine Grundausbildung und eine aufbauende Fachausbildung zu absolvieren.
– Der Ortsverband Herten stellt sich zusammen aus einem Zugtrupp (Einsatzleitung) sowie einer Bergungsgruppe, einer Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung und einem Trupp für unbemannte Luftfahrtsysteme (Drohne). Ortsbeauftragter ist Kevin Hermann, Zugführer ist Daniel Halfmann.
Ortsverband Herten, Zum Bahnhof 14, 45701 Herten. Verstärkung ist willkommen. Kontakt: ov-herten@thw.de, telefonisch: 02 09/ 1 77 45 70.

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