Polizei gibt Tipps

Nach Vorfall in Scherlebeck: Wie man sich vor Betrugsversuchen schützt

Falsche Polizisten oder Handwerker sind nur zwei Maschen, mit denen Betrüger in Wohnungen gelangen wollen. Zuletzt gab es einen Vorfall mit einer vermeintlichen neuen Nachbarin.
Vorsicht vor dubiosen Handwerkern: Dahinter könnte sich eine Betrugsmasche verbergen. © Archiv: Anna Lisa Oehlmann

Wie unsere Redaktion erfuhr, soll dabei in Scherlebeck in einem Wohnhaus eine unbekannte Frau an der Tür einer 90-Jährigen geklingelt haben. Als die Seniorin öffnete, behauptete die Unbekannte in der Nachbarschaft eine Wohnung gekauft zu haben und wollte sich jetzt einfach mal vorstellen. Man könne doch mal einen Kaffee zusammen trinken.

Der 90-Jährigen kam dies aber seltsam vor, zumal sie sich sicher war, dass keine Wohnung in der Nachbarschaft zum Verkauf stehen würde. Letztlich verschwand die unbekannte Frau wieder. Vor dem Wohnhaus wartete bereits ein Mann, das Paar verschwand in unbekannte Richtung.

Muster ähnelt bekannten Betrugsmaschen

Ob es sich dabei um eine neue Masche von Betrügern handelt, um in Wohnungen zu gelangen, konnte die Polizei auf Rückfrage zwar nicht definitiv bestätigen, das Muster ähnele aber anderen bekannten Betrugsmaschen.

Wie die Polizei erklärt, seien Betrüger bei der Wahl ihrer Masche erfinderisch. Eine der häufigsten Betrugsvarianten sei der „Falsche-Polizisten-Trick“. Die Täter schildern beispielsweise die Festnahme von Einbruchsbanden, bei denen Listen möglicher Opfer gefunden wurden. Man solle deshalb Wertgegenstände und Bargeld „vorübergehend“ und nur zur Sicherheit an die vermeintlichen Polizisten übergeben. Dabei werden auch gefälschte Dienstausweise vorgezeigt, um sich Zutritt in die Wohnung zu verschaffen.

Beim „Betrug an der Haustür“ treten die Täter in ganz unterschiedlichen Rollen auf. Zum Beispiel auch als Handwerker, der die Bewohnerin oder den Bewohner auffordert, mal eben einen Wasserhahn aufzudrehen, um dann zumindest kurzfristig ungestört nach Diebesgut suchen zu können. Die Polizei gibt in diesem Zusammenhang folgende Tipps:

  • Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Spion oder durchs Fenster genau an.
  • Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
  • Verlangen Sie von Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig.
  • Rufen Sie im Zweifel vor dem Einlass die entsprechende Behörde an. Suchen Sie deren Telefonnummer selbst heraus.
  • Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.
  • Banken, Sparkassen, Polizei oder andere Behörden schicken nie „Geldwechsler“ oder „Falschgeld-Prüfer“ ins Haus. Wenn solche Personen an der Haustür auftauchen, sollte sofort die Polizei verständigt werden.

In solchen Fällen oder wenn man sich unsicher ist, kann man sich an die Polizeiwache in Herten unter Tel. 02366/8042299 wenden oder in akuten Notfällen die 110 wählen.

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