Kommentar

Süder Markt: Bohei um sechs Bäume und ein paar Bänke

Gut Ding will Weile haben? Ja, aber über fünf Jahre Planungszeit für die Gestaltung des Platzes am Süder Markt sind zu viel. Die Stadt soll Gas geben, findet Redakteurin Carola Wagner.
Carola Wagner, stell. Redaktionsleiterin © Jörg Gutzeit

Der Süder Markt war lange die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Während zum Beispiel in Langenbochum und Scherlebeck viele nette Läden die Segel strichen, lohnte sich hier immer noch eine kleine Shopping-Runde. Besonders ältere Anwohner, die weder mobil noch mit dem Internet per Du sind, fanden hier, was man zum Leben braucht und mit dem Eiscafé ein Plätzchen zum Verweilen.

Doch das ist bald vorbei: Mit Monja-Moden geht ein attraktives Geschäft, Dorka schließt sein Reisebüro, die Eisdiele La Bauta und die Schneiderin sind schon weg. Was kommt, ist keine Bereicherung – die Apotheke zieht ja nur um.

Immobilien-Eigentümer Rolf Schettler ist zufrieden: All seine Ladenlokale sind nun langfristig vermietet. Aus unternehmerischer Sicht verständlich, doch für die Mischung des Angebots schlecht. Man bekommt das Lebensnotwendige – mehr nicht.

Die Sache mit dem Platz, dessen Umgestaltung seit über fünf Jahren auf sich warten lässt, ist ein Armutszeugnis für die Stadt. Hier hat die Verwaltung geschlafen. Es geht um sechs Bäume und ein paar Bänke. Wie kann es sein, dass darum so ein Bohei gemacht wird? Noch so eine olle Kamelle, derer sich die neue Stadtbaurätin Janine Feldmann annehmen darf. Hoffentlich mit einer raschen, pragmatischen Lösung. Der Platz ist durch den Netto-Umbau gestalterisch verhunzt. So, wie es ist, darf es nicht bleiben.

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