Pandemie-Newsblog

Inzidenz: Jetzt rollt die Lawine auch im Kreis Recklinghausen

Die Zahlen zur Corona-Situation im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir im Newsblog regelmäßig. Am Samstag, 22. Januar, ist die Inzidenz hier weiter deutlich gestiegen - von 273,1 auf 382,2.
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Update 22. Januar, 8.30 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt jetzt auch im Kreis Recklinghausen deutlich an, die Infektionswelle ist aktuell offensichtlich nicht mehr zu stoppen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Samstagmorgen (22. Dezember) für den Kreis einen Inzidenzwert von 382,2. Am Vortag betrug er 273,1. Am Dienstag (18. Januar) hatte die Inzidenz mit 203,1 ihren Wochen-Tiefstwert markiert.

Der Kreis Recklinghausen ist in Nordrhein-Westfalen jetzt auch nicht mehr die Region mit der niedrigsten Inzidenz. Diese Position hat inzwischen der Kreis Paderborn (361,6) übernommen. Bonn liegt in NRW mit 1305,3 an der Spitze. Andere Vergleichsgrößen: In NRW liegt die Inzidenz bei 733,6, im Bund bei 772,7.

Der Kreis RE rechnet mit stark steigenden Inzidenzwerten

Das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen hatte am Freitag (21. Januar) mit 653 Neuinfektionen einen Rekordwert gemeldet und die Prognose geäußert, dass das erst ein Vorgeschmack ist auf das, was dem bevölkerungsreichsten Kreis Deutschlands noch bevorsteht. Die Verwaltung werde regelrecht überschwemmt mit positiven Labor-Meldungen. Man sei dabei, den Stau abzuarbeiten. Es sei in der neuen Woche mit stark steigenden Inzidenzwerten zu rechnen.

Der Inzidenzwert als alleiniger Maßstab für Maßnahmen in der Corona-Pandemie hat inzwischen allerdings ausgedient. Bei der Bewertung der Corona-Lage werden auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz wird jedoch nur landesweit ausgewiesen.

Regierungsbezirk Münster: Anstieg auf breiter Front

Im Regierungsbezirk Münster ist die Inzidenz am Samstag, 22. Januar, auf breiter Front gestiegen. Kein Landkreis, keine kreisfreie Stadt konnte sich dem Trend entziehen. Hohe Werte gibt es auch außerhalb des Regierungsbezirks in den direkten Nachbarregionen. Herne hat 1089,6, Bochum 586,6, Dortmund 973,0, der Kreis Unna 749,7, Essen 912,4 und der Kreis Wesel 807,6. Nachfolgend die Übersicht über den Regierungsbezirk, wie sie im Dashboard des RKI zu finden ist (Stand: 22. Januar, 3.22 Uhr; Vortageswerte in Klammern):

Kreis Borken: 1152,7 (1053,2)

Gelsenkirchen: 978,4 (883,0)

Bottrop: 838,2 (690,9)

Kreis Warend.: 799,5 (730,7)

Kreis Coesfeld: 751,7 (648,4)

Kreis Steinfurt: 585,0 (535,0)

Münster: 536,3 (509,8)

Kreis RE: 382,2 (273,1)

Der Kreis Recklinghausen aktualisiert seine Statistik am Wochenende nicht, die Daten werden am Montag nachgetragen. Die Verwaltung betont allerdings, dass die Bearbeitung der Corona-Fälle im Gesundheitsamt auch am Samstag und Sonntag ohne Einschränkungen fortgeführt wird. Das sind die Zahlen aus dem Dashboard des Kreises von Freitag (21. Dezember):

Im Kreis Recklinghausen steigt die Inzidenz in allen Städten

Der vom Kreis Recklinghausen selbst erhobene Inzidenzwert ist am Freitag, 21. Januar, ebenfalls kräftig gestiegen – von 284,7 auf 354,1. Gestiegen ist der jeweilige Wert in allen Städten. Recklinghausen hat kreisweit weiter die höchste, Haltern die niedrigste Inzidenz. Und so sieht die Situation in den zehn kreisangehörigen Städten konkret aus (Stand: 21. Januar, 7.30 Uhr; die Werte vom Vortag in Klammern):


Recklingh.: 426,4 (346,0)

Oer-Erkensch.: 405,9 (336,2)
Herten:
397,7 (345,9)

Cas.-Rauxel: 381,5 (335,0)
Waltrop:
352,9 (278,2)

Gladbeck: 339,0 (225,1)

Datteln: 319,8 (253,5)

Dorsten: 315,4 (240,2)
Marl:
300,1 (243,1)

Haltern: 235,2 (198,2)

Gesamt: 354,1 (284,7)

653 Neuinfektionen im Kreis Recklinghausen

Im Kreis Recklinghausen gelten am Freitag, 21. Januar, 2936 Menschen als infiziert (Vortag: 2996). Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei 653 (Vortag: 407). Die Gesamtzahl der Verstorbenen liegt weiterhin bei 1114.

47 Intensivbetten sind im Kreis RE frei

Laut Divi-Intensivregister – Stand: Samstag, 22. Januar, 8.15 Uhr – befinden sich im Kreis Recklinghausen 10 Corona-Patienten auf der Intensivstation (Vortag: 10), 4 von ihnen werden künstlich beatmet (Vortag: 4). Zurzeit sind 42 von insgesamt 197 Intensivbetten frei. Das sind 21,31 Prozent. Nach Angaben der Kreisverwaltung springt die Krankenhaus-Ampel auf Rot, wenn die Quote unter die Marke von zehn Prozent rutscht. Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt laut Divi im Kreis bei 5,08 (Vortag 5,05) Prozent.

Mehr als 287.000 Booster-Impfungen

Die vom Kreis im Dashboard veröffentlichte Zahl der Impfungen ist nicht ganz aktuell. Die letzte Angabe stammt vom 16. Januar. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden im Kreis 447.074 Personen geimpft. Davon haben 13.566 nur die Erstimpfung und 433.508 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Eine weitere Booster-Impfung haben 287.668 Menschen bekommen. Vom 27. Dezember 2020 bis zum 16. Januar 2022 wurden in den zehn Städten insgesamt 1.145.260 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 76,1 Prozent, unvollständig weitere 3,1 Prozent der Menschen (Stand: 19. Januar 2022).

Detaillierte Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen:

Nachfolgend die detaillierten Corona-Zahlen aus den zehn Städten des Kreises Recklinghausen vom Freitag, 21. Januar (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 6167; 5695; 106; 366

Datteln: 2893; 2660; 95; 138

Dorsten: 4931; 4468; 84; 379

Gladbeck: 8039; 7509; 172; 358

Haltern am See: 1919; 1811; 16; 92

Herten: 6078; 5541; 133; 404

Marl: 7247; 6753; 135; 359

Oer-Erkenschwick: 2900; 2628; 84; 188

Recklinghausen: 10.827; 10.049; 248; 530

Waltrop: 2095; 1932; 41; 122

Gesamt: 53.096; 49.046; 1114; 2936

Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen in stationären Impfzentren

Im Kreis Recklinghausen haben mehrere stationäre Impfzentren ihre Türen geöffnet. Möglich sind Erst- und Zweitimpfungen sowie Booster-Impfungen. Hier die aktuelle Übersicht:

Castrop-Rauxel

– Impfzentrum, Forumsgastronomie, zwischen Europa- und Stadthalle, Europaplatz 6, Öffnungszeiten: montags bis samstags, 11 bis 17 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.castrop-rauxel.de/impftermin

Datteln

– DRK-Haus, Ahsener Straße 43, Öffnungszeiten: freitags bis sonntags jeweils von 10 bis 14 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, offenes Impfangebot ohne Terminvergabe

– Vestische Kinder- und Jugendklinik, Kinderimpfzentrum fürs Ostvest, Buchungen über die Internetseite der Vestischen Kinder- und Jugendklinik (www.kinderklinik-datteln.de)

Dorsten

– Altstadttreff am Hauptbahnhof, Auf der Bovenhorst 9, Öffnungszeiten: montags bis sonntags, jeweils 10 bis 18 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.dorsten.de/impfzentrum oder Tel. 02362 664443 (Mi und Do 8 bis 12 Uhr)

Dienstag bis Sonntag (18. bis 23. Januar) Impftermine für alle Kinder von 5 bis 11 Jahren. Mit Buchung des ersten Impftermins wird automatisch auch ein Termin für die zweite Impfung gebucht. Anmeldung erforderlich: www.dorsten.de/impfzentrum

Gladbeck

– DRK-Zentrum, Bottroper Straße 6, Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags, jeweils von 10 bis 16 Uhr, sowie freitags von 12 bis 18 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Terminvereinbarung unter www.schnelltest-gladbeck.de

Haltern am See

– Kirche St. Laurentius, Augustusstraße, Öffnungszeiten: donnerstags 11 bis 16 Uhr, freitags und samstags 9 bis 16 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.haltern.de/impfstelle

Herten

– DRK-Zentrum, Gartenstraße 59, Öffnungszeiten: mittwochs, freitags und samstags von 14 bis 20 Uhr (von 14 bis 17.30 Uhr nur mit Termin, von 18 bis 20 Uhr ohne Terminvergabe), Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Terminvereinbarung unter www.impfung.drk-herten.de

Marl

– Paracelsus-Klinik (Kapelle), Öffnungszeiten: mittwochs und donnerstags, jeweils 16 bis 20 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.klinikum-vest.deoder Tel. 02361 5684917 (werktags von 8 bis 12 Uhr)

– Testzentrum im Marler Stern, Öffnungszeiten: montags, donnerstags, freitags und samstags, jeweils von 13 bis 19 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.impfen-marl.de

Oer-Erkenschwick

– DRK-Zentrum, Agnesstr. 5, Öffnungszeiten: mittwochs und freitags, 16 bis 19 Uhr, samstags und sonntags, 10 bis 14 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.schnelltest-drkoe.de

Recklinghausen

– DRK-Zentrum, Kölner Str. 20, Öffnungszeiten: freitags 15 bis 19 Uhr, samstags 13 bis 18 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen.

Impfmarken-Ausgabe: Für die Impftermine steht nur eine begrenzte Anzahl von Impfdosen zur Verfügung. Zur schnelleren Abwicklung werden jeweils 15 Minuten vor Impfbeginn nummerierte Impfmarken ausgegeben, so dass dann anhand der Nummer jede zu impfende Person einer Terminliste entnehmen kann, um welche ungefähre Uhrzeit sie wieder zur Impfung vor Ort sein muss. Es erfolgt also indirekt eine Terminvergabe, die Wartezeit muss nicht vor Ort verbracht werden.

– Vestlandhalle, Kurt-Oster-Straße 2, Öffnungszeiten: montags bis samstags, jeweils 11 bis 17.30 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen,

offenes Impfangebot ohne Terminvergabe

– Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen (Pflegeschule), Dorstener Straße 151, Öffnungszeiten: montags, dienstags, freitags und samstags jeweils 16 bis 20 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.klinikum-vest.deoder Tel. 02361 5684917 (werktags von 8 bis 12 Uhr).

Weitere stationäre Impfstellen des Kreises sind in Vorbereitung. Mehr Infos zu den Impfangeboten unter: www.kreis-re.de.

Neue Quarantäne-Regeln

Seit kurzem gelten die neuen Quarantäne-Regelungen von Bund und Land. Wer ein positives Testergebnis hat, muss sich direkt in Quarantäne begeben, unabhängig davon, ob es sich um einen PCR-Test oder einen qualifizierten Schnelltest von einer offiziellen Teststelle handelt. Beide sind nach Angaben der Kreisverwaltung Recklinghausen für die Nachweispflicht ausreichend und verbindlich. Das schriftliche Testergebnis gilt auch für den Nachweis der Quarantäne gegenüber dem Arbeitgeber. Für die Ausstellung des Befundes ist die Stelle zuständig, die den Test durchgeführt hat. Dieser Befund sollte aufbewahrt werden, da er auch für den Genesenennachweis benötigt wird.

Für Haushaltsangehörige von positiv Getesteten gilt ebenfalls automatische Quarantäne. Ausnahmen sind diejenigen die bereits eine Auffrischungsimpfung hatten, geimpfte Genesene, Genesene ab dem 28. Tag und bis zum 90. Tag nach dem positiven Test sowie Personen, deren zweite Impfung zwischen 15 und 90 Tage zurückliegt.

Vom Gesundheitsamt und den Ordnungsämtern werden im Kreis Recklinghausen nur noch in besonderen Fällen Quarantäneanordnungen ausgestellt. Dies kann beispielsweise bei einem Corona-Ausbruch in einer Kita der Fall sein.

Die Quarantäne gilt für zehn Tage. Sie kann durch ein negatives Testergebnis durch einen PCR-Test oder einen qualifizierten Schnelltest nach sieben Tagen verkürzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die infizierte Person seit mindestens 48 Stunden symptomfrei ist. Schülerinnen und Schüler, die als Kontaktpersonen in Quarantäne sind, können sich bereits nach fünf Tagen freitesten.

Eine umfangreiche Übersicht über die neuen, landesweiten Regelungen gibt es auf der Seite des Gesundheitsministeriums (https://bit.ly/3AisSdu).

Deutschland: 135.461 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 772,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 706,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 497,1 (Vormonat: 289,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 135.461 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 78.022 Ansteckungen.

Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 179 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 235 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.596.007 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 7.206.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.664.

In Nordrhein-Westfalen ist der Inzidenzwert am Samstag ebenfalls weiter gestiegen. Er liegt nun bei 733,6 (Vortag: 680,8). Mittlerweile gibt es vier Bundesländer mit einem Wert über 1000: Berlin (1473,1), Hamburg (1394,7), Bremen (1352,6) und Brandenburg (1023,9). Die niedrigsten Inzidenzwerte weisen Thüringen (286,2) und Sachsen (363,9) auf. Die für die Lagebewertung wichtige Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz in Nordrhein-Westfalen lag laut Landeszentrum Gesundheit (LZG) am Samstag bei 3,47 (Vortag: 3,20).

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