Spenden

„Kleinvieh macht auch Mist“

Kleine Cent-Spenden können eine große Wirkung haben - wenn viele mitmachen. Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind hier schon seit 15 Jahren aktiv.
Bei verschiedenen Aktionen geht es um das Spenden von Cent-Beiträgen. © dpa

Die Redewendung „Kleinvieh macht auch Mist“ trifft hier voll zu: Mitarbeiter der Recklinghäuser Kreisverwaltung verzichten bei ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung auf die Cents hinter dem Komma – also auf einen Betrag zwischen einem und 99 Cent. In der Summe ergibt sich dadurch am Ende des Jahres ein Batzen von etwa 4000 Euro. Das Geld wird dann an gemeinnützige Organisationen aus der Region weitergegeben.

Fast 40 Prozent der Mitarbeiter machen mit

Die Cent-Spende gibt es bei der Kreisverwaltung bereits seit 2006. Die Idee entstand beim Personalrat – nach der verheerenden Tsunami-Katstrophe im Dezember 2004 in Südasien. „Inzwischen machen 843 von insgesamt 2167 Beschäftigten der Kreisverwaltung bei der Aktion mit, das sind fast 40 Prozent der Mitarbeiter“, berichtet Kreis-Sprecherin Lena Heimers.

Die Vergabe der Spenden von 2020 wird nachgeholt

Normalerweise wird das Geld am Ende des Jahres vergeben – häufig an vier Projekte, die Vorschläge kommen immer von Mitarbeitern. „Aber 2020 fand wegen Corona eine Diskussion und Abstimmung über die Empfänger in der Personalversammlung nicht statt. Das wird natürlich nachgeholt, das Geld wird später ausgeschüttet. Es ist dann etwas mehr und geht auch an mehr Projekte“, erläutert Lena Heimers.

Um möglichst vielen Projekten helfen zu können, wird bei der Aktion der Kreisverwaltung jede Organisation nur einmal unterstützt. Die bisherige Palette der Empfänger ist bunt: Sie reicht zum Beispiel von den Ausbildungspaten bis zum Franziskus-Hospiz, von der Frauenberatung bis zu Kinderfreizeiten, vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst bis zum Lea-Drüppel-Theater.

Natürlich freut man sich bei der Kreisverwaltung weiterhin über jeden Neuzugang bei der Cent-Spende, für die auch dezent geworben wird. „Bei der Einstellung erhalten die neuen Mitarbeiter ein Infoblatt, auf dem die Möglichkeit der Spende erklärt wird“, berichtet Lena Heimers.

Es gibt viele Formen der Cent-Spende

Ein kleiner Beitrag von vielen – eine große Wirkung: Es gibt viele unterschiedliche Spendenaktionen, die auf Cent-Beträge setzen. Zwei Beispiele: Das Gasthaus an der Gastkirche in Recklinghausen führt seit vielen Jahren die Aktion „Urlaubs-Cent“ durch. Für jeden zurückgelegten Urlaubs-Kilometer wird ein Cent gespendet. In diesem Jahr geht der Erlös nach Indien, das sehr stark von Corona gebeutelt ist. Seit 2012 heißt es in verschiedenen Geschäften „Deutschland rundet auf“. Hier kann man den Einkaufs-Betrag auf die nächste Zehn-Cent-Stelle aufrunden lassen. Mit dieser bundesweiten Aktion wurden in den letzten neun Jahren für Projekte, die sich um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Deutschland kümmern, insgesamt fast 11 Millionen Euro gesammelt.

Es stimmt eindeutig: „Kleinvieh macht auch Mist.“

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