Pandemie-Newsblog

Kreis Recklinghausen: Inzidenz steigt auf 83,8

Die Zahlen zu den Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir im Newsblog regelmäßig. Am Mittwoch, 27. Oktober, steigt der Inzidenzwert wiederum leicht an - von 82,6 auf 83,8.
© picture alliance/dpa

Update 27. Oktober, 8:00 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Recklinghausen ist aktuell wiederum leicht gestiegen. Der vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete Wert am Mittwoch, 27. Oktober, liegt nun bei 83,8, am Vortag betrug er noch 82,6.

Allerdings hat der Inzidenzwert als alleiniger Maßstab für Maßnahmen in der Corona-Pandemie ausgedient. Bei der Bewertung der Corona-Lage werden in Nordrhein-Westfalen jetzt beispielsweise auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Das sieht die am Freitag, 10. September, veröffentlichte Neufassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW vor, deren neue Regeln seit dem 1. Oktober und bis zum 29. Oktober gelten.

Der bisher als Grenzwert für bestimmte Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist gestrichen worden. NRW setzt damit vom Bundesrat beschlossene Änderungen im Infektionsschutzgesetz um.

Konkret ändern wird sich vorerst aber nichts. Die 3G-Regelung (geimpft, getestet oder genesen) für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen bleibe aufgrund des Infektionsgeschehens bis auf weiteres bestehen, betonte das Ministerium (die Regeln im Detail: siehe unten). Konkrete Grenzwerte für die neuen Indikatoren legt die Schutzverordnung nicht fest.

Neben den Krankenhausdaten und der Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) fließen auch die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, die Zahl der Todesfälle, die Altersstruktur der Infizierten sowie die Entwicklung des R-Wertes in die Beurteilung ein. Der R-Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter rechnerisch ansteckt.

Die bekannte Sieben-Tage-Inzidenz soll aber ein wichtiger Indikator bleiben. Denn: Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet.

Bottrop weist nun den niedrigsten Wert auf

Im Regierungsbezirk Münster ist der Inzidenzwert in Bottrop mit 36,6 derzeit am niedrigsten, die höchste Inzidenz hat aktuell der Kreis Warendorf mit 107,4. Überall ist der Inzidenzwert gestiegen, mit Ausnahme der Städte Gelsenkirchen und Bottrop. Nachfolgend die Übersicht über die Inzidenzwerte aller Städte und Kreise im Regierungsbezirk Münster, wie sie am Mittwoch vom RKI aufgeführt werden (Stand: 27. Oktober, 3.27 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Kreis Warendorf: 107,4 (98,8)

– Kreis Borken: 85,8 (75,3)

– Kreis Recklinghausen: 83,8 (82,6)

– Stadt Gelsenkirchen: 76,8 (79,1)

– Kreis Steinfurt: 68,1 (65,8)

– Stadt Münster: 61,0 (58,2)

– Kreis Coesfeld: 51,2 (46,7)

– Stadt Bottrop: 36,6 (48,6)

Marl hat die höchste Inzidenz im Kreis Recklinghausen

Der vom Kreis Recklinghausen selbst erhobene Inzidenzwert ist am Mittwoch (27. Oktober) gestiegen, er liegt bei 90,3 (Vortag: 84,6). Mit Dorsten liegt nur noch eine Stadt unter der 50er-Marke. Marl ist weiterhin Negativ-Spitzenreiter. In Datteln, Marl, Oer-Erkenschwick, Waltrop und Recklinghausen liegen die Inzidenzwerte über der Marke von 100. So sieht die Situation in den zehn kreisangehörigen Städten konkret aus (Stand: 27. Oktober, 7.30 Uhr; die Vortagswerte in Klammern):

– Marl: 128,1 (117,4)

– Oer-Erkenschwick: 117,3 (104,7)

– Waltrop: 108,6 (112,0)

– Recklinghausen: 103,9 (87,6)

– Datteln: 100,8 (112,3)

– Herten: 97,0 (97,0)

– Gladbeck: 83,4 (74,2)

– Castrop-Rauxel: 68,4 (62,9)

– Haltern: 50,2 (44,9)

– Dorsten: 47,0 (52,3)

Gesamt: 90,3 (84,6)

Zwei weitere Todesfälle

Der Kreis Recklinghausen hat am Mittwoch (27. Oktober) 120 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Vortag: 18). Insgesamt gelten hier jetzt 955 Menschen als infiziert (Vortag: 896). Zwei weitere Menschen sind im Kreis Recklinghausen im Zusammenhang mit Corona verstorben. Insgesamt sind es damit nun 1008 Tote.

44 Covid-19-Patienten befinden sich nach Angaben des Kreises mit Stand vom 27. Oktober in den Kliniken im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. 13 von ihnen werden laut Kreis intensivmedizinisch behandelt.

Laut Divi-Intensivregister – Stand Mittwoch, 27. Oktober, 7.15 Uhr – befinden sich im Kreis Recklinghausen 13 Corona-Patienten auf der Intensivstation, vier von ihnen werden künstlich beatmet. 38 von 193 Intensivbetten sind im Kreis Recklinghausen frei. Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt laut Divi-Intensivregister jetzt bei 6,74 Prozent (Vortag: 6,74 Prozent).

Die vom Kreis im Dashboard veröffentlichte Zahl der Impfungen ist nicht mehr aktuell. Die letzte Angabe stammt vom 17. Oktober. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden im Kreis 416.853 Personen geimpft. Davon haben 13.813 nur die Erstimpfung und 403.040 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Eine weitere Booster-Impfung haben 9.922 Menschen bekommen. Vom 27. Dezember 2020 bis zum 17. Oktober 2021 wurden in den zehn Städten insgesamt 804.031 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 69,6 Prozent, unvollständig weitere 3,9 Prozent der Menschen (Stand: 21. Oktober).

Detaillierte Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen:

Nachfolgend die detaillierten Corona-Zahlen aus den zehn Städten des Kreises Recklinghausen vom 27. Oktober (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 4404; 4230; 89; 87

Datteln: 2136; 1966; 88; 82

Dorsten: 3358; 3220; 77; 61

Gladbeck: 5935; 5659; 156; 120

Haltern am See: 1144; 1102; 13; 29

Herten: 4202; 3963; 124; 115

Marl: 5328; 5048; 125; 155

Oer-Erkenschwick: 2037; 1884; 72; 81

Recklinghausen: 7503; 7095; 228; 180

Waltrop: 1479; 1398; 36; 45

Gesamt: 37.528; 35.565; 1008; 955

Impfzentrum hat geschlossen
Nach knapp acht Monaten Laufzeit hat das Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz am Donnerstag, 30. September, seine Türen geschlossen.

Wer nun in den letzten Tagen eine erste Impfung im Impfzentrum erhalten hat, kann für die Zweitimpfung eine Arztpraxis aufsuchen.

Welche Ärzte die Zweitimpfung anbieten, hat die Kassenärztliche Vereinigung auf ihrer Internetseite unter www.corona-kvwl.de/zweitimpfung veröffentlicht. Im Impfzentrum gibt es für die Erstgeimpften eine entsprechende Liste direkt mit nach Hause.

Bundes-Inzidenz steigt weiter, wenn auch nur leicht

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am frühen Mittwochmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, erhöhte sich der Wert auf 118,0. Am Vortag hatte er bei 113,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,4.

Laut den jüngsten Angaben des RKI wurden binnen 24 Stunden 23.212 Neuinfektionen sowie 114 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 4.506.415, die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 95.359. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland gab das RKI am Mittwoch mit etwa 4.237.100 an.

Der Inzidenzwert, der die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen angibt, steigt seit anderthalb Wochen kontinuierlich an. Am vergangenen Freitag hatte die Inzidenz erstmals seit Mai wieder den Wert von 100 überschritten.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 114 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 92 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Dienstag mit 2,95 an (Montag: 2,77). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 237 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.359.

In Nordrhein-Westfalen liegt der Inzidenzwert am Mittwochmorgen bei 79,2 (Vortag: 72,9). Er ist damit leicht gestiegen, liegt aber weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Den Negativ-Rekord hält Thüringen mit 241,8, gefolgt von Sachsen mit 200,8.

Die aktuelle Verordnung in der Übersicht:

Die Kernaussage der neuen Corona-Schutzverordnung vom 11. September ist, dass vollständig geimpften und von Covid-19 genesenen sowie negativ getesteten Menschen grundsätzlich wieder alle Einrichtungen und Angebote offen stehen.

Die neue Corona-Schutzverordnung schreibt vor, dass bestimmte Angebote und Einrichtungen nur genutzt bzw. besucht werden dürfen, wenn eine vollständige Impfung, Genesung oder negative Testung vorgewiesen werden kann (3G = geimpft, genesen, getestet).

Die Landesregierung hat die Corona-Schutzverordnung an die aktuellen Entwicklungen des Infektions- und Pandemiegeschehens in Nordrhein-Westfalen angepasst. Danach gelten seit dem 1. Oktober 2021 unter anderem der Verzicht der Maskenpflicht im Freien, die Möglichkeit, einen PCR-Test durch kurzfristige Schnelltests zu ersetzten sowie Erleichterungen für Gastronomen und Veranstalter.

Die wichtigsten Neuregelungen im Überblick

Keine Maskenpflicht im Freien mehr

Die neue Corona-Schutzverordnung sieht unter anderem den Wegfall der Maskenpflicht im Freien vor. Bislang galt, dass in Warteschlangen und Anstellbereichen sowie unmittelbar an Verkaufsständen, Kassenbereichen und ähnlichen Dienstleistungsschaltern sowie bei Sport-, Kultur und sonstigen Veranstaltungen im Freien mit mehr als 2.500 Besucherinnen und Besuchern das Tragen einer Maske erforderlich war.

Diese Pflicht fällt weg. Trotzdem wird weiterhin auch im Freien das Tragen einer Maske dringend empfohlen, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, typischerweise ist das insbesondere in Warteschlangen und Anstellbereichen der Fall.

PCR-Test kann durch kurzfristigen Schnelltest ersetzt werden

Überall dort, wo bislang nicht immunisierte Personen einen PCR-Test als Zugangsvoraussetzung (z.B. Diskotheken) oder als Bedingung für den Entfall der Maskenpflicht (z.B. Chorproben) benötigt haben, kann ab 1. Oktober auch alternativ ein Schnelltest verwendet werden, wenn dieser höchstens sechs Stunden alt ist.

Mehr Zuschauer bei Großveranstaltungen

Bei Großveranstaltungen (Sportveranstaltungen, Konzerten, Musikfestivals und ähnlichem) entfällt die absolute Obergrenze von 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauern vollständig. Bei Großveranstaltungen im Freien wird darüber hinaus die relative Obergrenze von 50 Prozent der regulären Zuschauerkapazität gelockert. Hier können nun alle Sitzplätze voll belegt werden, wenn die Veranstalterin bzw. der Veranstalter sicherstellen, dass außerhalb der Plätze Masken getragen werden.

Keine besonderen Abstände/Trennwände in der Innengastronomie mehr vorgeschrieben

In der Innengastronomie sind keine besonderen Abstände oder Trennwände zwischen den Tischen mehr zwingend erforderlich. Vielmehr werden die Einhaltung des Abstands oder Trennwände lediglich empfohlen. Es bleibt aber bei der Maskenpflicht außerhalb des festen Sitz- oder Stehplatzes.

Das bedeutet die 3G-Regel

Die 3G-Regel gilt immer für den Besuch von:

– Krankenhäusern;

– Alten- und Pflegeheimen;

– besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe;

– Unterkünften für Geflüchtete;

– stationären Einrichtungen der Sozialhilfe.

Aufgrund der aktuellen Lage besteht für alle Personen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, bei bestimmten Aktivitäten eine Pflicht zum Nachweis eines negativen Antigen-Schnelltests oder eines negativen PCR-Tests.

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests (= POC-Test) gilt für:

– Veranstaltungen in Innenräumen;

– Sport in Innenräumen;

– Innengastronomie;

– körpernahe Dienstleistungen (hierunter fallen auch notwendige medizinische Dienstleistungen);

– Beherbergung;

– Großveranstaltungen im Freien (mit mehr als 2500 Personen).

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen PCR-Tests gilt für:

– Clubs;

– Diskotheken und ähnliche Einrichtungen;

– Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz (z.B. auch Hochzeitsfeiern);

– sexuelle Dienstleistungen.

Für genesene oder vollständig geimpfte Personen besteht keine Pflicht zum Nachweis eines negativen Testergebnisses.

Maskenpflicht und AHA-Regeln

Für alle Personen, also auch für Geimpfte und Genesene, besteht unabhängig von Inzidenzwerten die Pflicht zum Tragen (mindestens) einer medizinischen Maske – und zwar:

– im öffentlichen Personennahverkehr;

– im Handel;

– in Innenräumen mit Publikumsverkehr;

– in Warteschlangen;

– an Verkaufsständen;

– bei Großveranstaltungen im Freien (außer am Sitzplatz).

Darüber hinaus werden die bekannten und bewährten AHA-Verhaltensregeln weiterhin empfohlen: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und im Alltag eine Maske tragen. Und: Einrichtungen mit Besucher- oder Kundenverkehr sind verpflichtet, bestimmte Lüftungs- und Hygieneregeln umzusetzen.