Pandemie-Newsblog

Kreis Recklinghausen: Inzidenzwert steigt auf 13,7

Die Zahlen zu den Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir regelmäßig. Wir halten Sie im Newsblog auf dem Laufenden. Am Freitag, 30. Juli, steigt die Inzidenz erneut an, und zwar von 13,2 auf nunmehr 13,7.
Das Impfzentrum des Kreises RE am Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen. © Meike Holz

Update 30. Juli, 8.30 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Kreis Recklinghausen wiederum angestiegen. Am Freitag liegt der Wert bei 13,7 – nach 13,2 am Vortag. Zum Vergleich: Am Donnerstag, 8. Juli, hatte die Inzidenz mit 3,6 ihren vorläufigen Tiefstwert erreicht. Im Kreis Recklinghausen gelten inzwischen wieder die regionalen Regeln der Inzidenzstufe 1. Bei den verschärften Regeln der Inzidenzstufe 1 gibt es unter anderem wieder mehr Kontaktbeschränkungen (siehe ganz unten den Absatz: „Das sind die Regeln der Inzidenzstufe 1“).

Grundlage für den Wechsel von Inzidenzstufe 0 auf Inzidenzstufe 1 ist laut Coronaschutzverordnung des Landes NRW, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an acht aufeinanderfolgenden Tagen über 10 liegt. Bei den genannten Zahlen handelt es sich um die Werte, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden und die entscheidend sind für die Anordnung staatlicher Maßnahmen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen wieder.

Da die Zahl in den letzten Tagen landesweit kontinuierlich gestiegen ist und ebenfalls über dem Wert 10 verharrt (aktuell: 21,6), gilt seit Montag (26. Juli) die Landesinzidenzstufe 1.

Die Landesinzidenzstufe 1 heißt unter anderem: generelle Maskenpflicht in Innenräumen, also nicht nur in Arztpraxen, Bussen und Bahnen, sondern beispielsweise auch wieder in Gaststätten, Museen, Zoos und Gottesdiensten. Für den Einzelhandel kehrt die Flächenbegrenzung von einem Kunden je zehn Quadratmeter zurück. Volks- und Schützenfeste, Tagungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sowie der Betrieb von Diskotheken und Clubs in Innenräumen sind bis zum 27. August untersagt.

Freie Terminkapazitäten in den Impfzentren

Auch im Kreis Recklinghausen dominiert nach Angaben des Gesundheitsamtes die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus das Geschehen. Experten des Robert-Koch-Instituts gehen davon aus, dass bereits bis zu 75 Prozent aller Neuinfektionen auf die erstmals in Indien aufgetauchte Mutation zurückzuführen sind. Eine vollständige Impfung gilt als bester Schutz vor Delta – vor allem auch gegen schwere Verläufe der Erkrankung. Die Impfzentren in der Region verfügen im Moment über freie Terminkapazitäten und jede Menge Impfstoff, in Recklinghausen geht es sogar seit Freitag, 9. Juli, ganz flexibel ohne Termin. Verimpft werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Auch Kinder ab 12 Jahren werden im Impfzentrum geimpft

Jetzt können auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren im Recklinghäuser Impfzentrum immunisiert werden. Der Startschuss erfolgte am 28. Juli. Geimpft wird immer am Mittwoch und am Samstag zwischen 14 und 18.30 Uhr. „In dieser Zeit werden wir dann auch die entsprechenden Mediziner vor Ort haben, die die Gespräche mit den jungen Menschen und ihren Eltern führen“, erklärt Dr. Hermann Geldmann, medizinischer Leiter des Impfzentrums. Damit das eigene Kind geimpft werden kann, muss die Einwilligung aller sorgeberechtigen Personen vorliegen. Für das Aufklärungsgespräch sollte etwas mehr Zeit mitgebracht werden.

Die Impfung der Kinder und Jugendlichen ist – wie die Impfung aller – ohne vorherige Terminvereinbarung an den entsprechenden beiden Nachmittagen möglich. Mitgebracht werden sollten der Personalausweis und falls vorhanden Impfpass und Gesundheitskarte.

Frühere Impfung nach Infektion möglich

Das Land NRW hat seine Vorgaben auch in anderer Hinsicht aktualisiert: Wer mit dem Corona-Virus infiziert war, aber keine Beschwerden und somit einen asymptomatischen Krankheitsverlauf hatte, kann bereits vier Wochen nach der Labordiagnose geimpft werden – statt nach sechs Monaten. Das teilte die Kreisverwaltung mit. In Einzelfällen könne eine frühere Impfung auch bei Krankheitsverläufen mit Symptomen sinnvoll sein, hieß es. Dann sollte die Genesung wiederum, nicht das Testergebnis, mindestens vier Wochen zurückliegen. Als Nachweis müssen Genesene ihr positives PCR-Testergebnis bzw. einen Nachweis über die Genesung vorlegen. Ebenfalls kürzere Abstände sind ab sofort bei Impfungen mit dem Impfstoff Biontech möglich. Das Impfintervall soll auf den Mindestabstand von drei Wochen reduziert werden (statt bisher sechs Wochen).

Regierungsbezirk: Kreis Borken hat die höchsten Zahlen

Im Regierungsbezirk Münster ist der Inzidenzwert laut RKI im Kreis Borken am höchsten und im Kreis Coesfeld am niedrigsten. Außer im Kreis Warendorf und im Kreis Coesfeld sind die Inzidenzzahlen überall angestiegen. Hier die Übersicht über die Inzidenzwerte aller Städte und Kreise im Regierungsbezirk (Stand 30. Juli, 3.21 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Kreis Borken 21,8 (19,4)

– Kreis Steinfurt 18,7 (17,8)

Stadt Gelsenkirchen 16,6 (15,0)

– Kreis Recklinghausen 13,7 (13,2)

– Kreis Coesfeld 11,8 (13,1)

– Kreis Warendorf 12,2 (12,6)

– Stadt Bottrop 11,9 (10,2)

– Stadt Münster 20,3 (8,9)

Den höchsten Inzidenzwert hat weiterhin Gladbeck

Der vom Kreis Recklinghausen erhobene Inzidenzwert ist wiederum gestiegen: Er beträgt am Freitag 14,3 (Vortag: 13,4). Den höchsten Inzidenzwert hat weiterhin Gladbeck mit 34,4. Fünf Städte im Kreis haben noch einen Wert unter 10, am niedrigsten ist er in Datteln mit 0,0. Hier die Situation in den kreisangehörigen Städten (Stand 30. Juli, 6 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Datteln 0,0 (8,76)

– Waltrop 3,4 (3,4)

– Oer-Erkenschwick 6,4 (6,4)

– Herten 6,5 (4,9)

Recklinghausen 9,9 (10,8)

– Haltern 10,6 (7,9)

– Dorsten 12,0 (14,7)

– Marl 15,5 (16,7)

– Castrop-Rauxel 24,5 (21,8)

– Gladbeck 34,4 (22,5)

Gesamt 14,3 (13,4)


Insgesamt gelten am Freitag 150 Menschen im Kreis Recklinghausen als infiziert, 3 mehr als am Vortag. Dem Kreis wurden 17 bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Verstorbenen liegt bei 984. Neun Covid-19-Patienten befinden sich – Stand 30. Juli – in den Kliniken im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. Zwei werden auf der Intensivstation behandelt. Laut Divi-Intensivregister sind im Kreis RE 46 von 194 Intensivbetten nicht belegt.

Geimpft wurden bisher im Kreis 371.678 Personen. Davon haben 58.824 nur die Erstimpfung und 312.854 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Seit dem 27.12.2020 wurden in den zehn Städten insgesamt 664.627 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 52,8 Prozent. Detaillierte Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen

Die detaillierten Corona-Zahlen aus den Städten vom 30. Juli (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 3905; 3793; 88; 24

Datteln: 1844; 1750; 86; 8

Dorsten: 2930; 2839; 74; 17

Gladbeck: 4932; 4744; 151; 37

Haltern am See: 1010; 992; 13; 5

Herten: 3578; 3450; 120; 8

Marl: 4444; 4298; 124; 22

Oer-Erkenschwick: 1766; 1695; 68; 3

Recklinghausen: 6231; 5982; 225; 24

Waltrop: 1323; 1286; 35; 2

Gesamt: 31.963; 30.829; 984; 150

Das sind die Regeln in der Inzidenzstufe 1

Seit Dienstag (27. Juli) gelten im Kreis Recklinghausen die regionalen Regeln der Inzidenzstufe 1.

  • In der Inzidenzstufe 1 werden die Kontaktbeschränkungen verschärft: Erlaubt sind dann Zusammentreffen von Personen aus bis zu fünf Haushalten ohne Personenbegrenzung, an dem auch immunisierte Personen aus weiteren Hausständen teilnehmen dürfen. In der Inzidenzstufe 0 gab es kein Limit.
  • Außerdem zulässig sind unabhängig von der Anzahl der Haushalte Zusammentreffen von bis zu 100 Personen, die alle über einen Negativtestnachweis verfügen, wobei immunisierte Personen zusätzlich teilnehmen dürfen und Kinder bis zum Schuleintritt von dem Testerfordernis ausgenommen sind.
  • Generell werden die Öffnungen in einigen Bereichen wieder vermehrt an negative Testergebnisse gebunden. So sind beispielsweise Kultur-Veranstaltungen außen und innen mit maximal 1000 Personen möglich, wenn die Besucherinnen und Besucher über ein negatives Testergebnis verfügen.
  • Partys und ähnliche Feiern sind im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen und innen mit bis zu 50 Gästen möglich, wenn ein negativer Testnachweis vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.
  • Ein Freibadbesuch bleibt allerdings auch in der Stufe 1 ohne Test möglich, ebenso wie ein Besuch im Innenbereich eines Restaurants.
  • Vollständig Geimpfte und Genesene werden in NRW negativ Getesteten gleichgesetzt.

Bundesweit steigen die Inzidenzwerte

Sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: So liegt Nordrhein-Westfalen laut RKI am Freitag bei 21,6 (Vortag: 20,4).

Bundesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz seit ein paar Wochen an. Nach den jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt sie nun bei 17,0 – am Vortag betrug der Wert 16,5, beim Tiefststand vom 6. Juli 4,9.

Lesen Sie jetzt