Villa ten Hompel

Kreis Recklinghausen: Polizei diskutiert über Wertesystem

60 neueingestellte Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Recklinghausen besuchen die Ausstellung „Geschichte - Gewalt - Gewissen“ in Münster. Es geht um die deutsche Geschichte und eigenen Werte.
Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Recklinghausen vor der Villa ten Hompel in Münster. © Polizei

Mit etwa 60 Neuzugängen des Polizeipräsidiums Recklinghausen hat Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen jetzt in coronakonformen Kleingruppen die geschichtsträchtige Villa ten Hompel in Münster besucht. Dabei stand die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und dem eigenen Wertesystem im Mittelpunkt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im September 2020 nach ihrer Ausbildung ihren Dienst im Polizeipräsidium Recklinghausen angetreten haben, besichtigten die Dauerausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“. Hier geht es um Gräueltaten, die Polizisten im Zweiten Weltkrieg begangen haben. Die uniformierte Ordnungspolizei war damals an Verbrechen gegen Juden, Sinti und Roma in Osteuropa beteiligt. Polizisten haben Menschen gequält und ermordet. Auch das Polizeipräsidium Recklinghausen war mit einem Bataillon daran beteiligt.

„Diese Fahrt zur Villa ten Hompel findet seit 2016 jedes Jahr statt“, sagt Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber. „Es geht hier um die Diskussion über Werte, für die man einsteht. Das Maß aller Dinge sind dabei natürlich die Grundwerte unserer Verfassung, wie Menschenrechte und die Würde des Menschen. Aber auch eigene Werte, die eventuell auf den Prüfstand gestellt werden, spielen eine Rolle.“

Die Ausstellung biete dabei Raum für die Auseinandersetzung mit Geschichte und aktuellen Themen. Die ehemalige Fabrikantenvilla in Münster war Sitz der Ordnungspolizei in der NS-Zeit, Ort der Entnazifizierung und Dezernat für Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland.

Andreas Wilming-Weber weist darauf hin, dass die Auseinandersetzung mit Geschichte und Wertesystem immer wieder Thema bei der Recklinghäuser Polizei ist – zum Beispiel über Veranstaltungen mit dem Holocaust-Überlebenden Rolf Abrahamsohn.

Info

Ausstellung ist wieder geöffnet

Nach coronabedingter Schließung hat der Geschichtsort Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28 in Münster, für Einzelbesucher wieder seine Türen geöffnet. Der Besuch der Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ ist in begrenzter Personenanzahl möglich. Öffnungszeiten: Mi, Do: 18 bis 21 Uhr, Fr bis So: 14 bis 17 Uhr. Infos: 0251/4 92-71 01

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