Ferienvergnügen

Maislabyrinth: „Das ist der Hit“

Idyllisch zwischen Lippramsdorf und Haltern gelegen ist das Maislabyrinth der Familie Terhardt. Sich im dichten Grün zu verlaufen hat hier ebenso Tradition wie das Toben auf dem riesigen Abenteuerspielplatz. Fazit: Eine Mordsgaudi.
Emma Przybilla (r.) und Papa Andre besuchen das Maislabyrinth jedes Jahr – einmal am Tag und einmal in der Spuknacht. So haben sie denn auch Tipps für Lilli (l.) parat, um die Stempelkarte voll zu kriegen. © Ina Fischer

Ein Lieblingssatz der Deutschen: „Da hinten wird‘s schon wieder hell.“ „Den haben wir heute oft gehört“, sagt Patrick Mertin schmunzelnd. Mit Kind und Kegel und Freunden ist er begeisterter Ersttäter im Maislabyrinth tief im Halterner Westen. Gerade hat ein heftiges Gewitter die Kinder aus dem üppigen Irrgarten getrieben, doch von schlechter Laune keine Spur: An der kleinen Holzhütte vor der trockenen Scheune haben sich alle einen Snack verdient. Gegrilltes, Waffeln, Kioskware, warme und kalte Getränke, aber auch Kartoffeln und Eier von Junghühnern werden hier vom geistigen Vater des Maislabyrinths, Martin Terhardt, angeboten. Nicht immer von ihm persönlich, auch seine Ehefrau und die Kinder helfen mit – ein echter Familienbetrieb, bei dem Hofhund Emma stets mitten drin herumwuselt und nicht weniger attraktiv ist als das fast drei Meter hoch und höllisch dicht gewachsene Süßgras.

Der Mais ist sehr gut gewachsen – das macht es kompliziert

Eigentlich, sagt Terhardt, habe er die Wege coronabedingt extra breit angelegt. Doch der Mais sei so gut gewachsen, dass die Aufgabe dieses Mal extrem schwierig zu bewältigen sei: Es gilt, sechs Stempel in den verworrenen Gängen zu finden und zu beweisen, dass man den letzten Winkel des riesigen Maisfeldes erkundet hat. Einen Ausfüllzettel mit den nötigen Anweisungen gibt es am Kassenhäuschen. Wer alle sechs Stempel – in diesem Jahr drehen sie sich in Anlehnung an die EM um Fußball – gefunden hat, darf an einem Gewinnspiel teilnehmen. Sogar die Erwachsenen. Das hat in den 19 Jahren, die Terhardts das Labyrinth betreiben, Tradition. Kinder nehmen an einer separaten Verlosung teil und können ein Gocart gewinnen, Erwachsene ein halbes Schwein. Selbst geschlachtet.

Die Rutsche liefert im Maislabyrinth wertvolle Orientierung. © Ina Fischer © Ina Fischer

Eine Rutsche in der Mitte bietet Orientierung

Die Aussicht auf ein Gocart findet Lilli (8) besser. Also auf ins Labyrinth, zumal der Regen Geschichte ist. Sonne pur jetzt und der hoch gewachsene Mais spendet kühlen Schatten. Hier und da sind noch ein paar Pfützen und abgeknickte Zweige im Weg, ansonsten nichts als Grün. Die Orientierung ist schnell dahin und so hilft man sich gegenseitig und mit System, etwa durch Kreuzchen auf dem Boden oder Markierungen mit Edding an den scharfkantigen Blättern.

Emma Przybilla (8) und Papa Andre sind Wiederholungstäter. Die Oberhausener kommen jedes Jahr einmal bei Tageslicht, um das Labyrinth mit eben jenem System zu erforschen, um dann in einer der Spuknächte im Oktober mit Stirnlampe und Handylicht bewaffnet wiederzukommen. „Das ist der Hit“, sagen sie und geben Tipps. Orientierung findet Lilli etwa an einer Rutsche mitten im Labyrinth. Und nach zwei Stunden ist die Stempelkarte voll. Fast. Es sind zwar alle Stationen entdeckt, aber ein Stempel ist abgerissen und verschwunden. „Für wenige ein toller Scherz, für viele aber eine herbe Enttäuschung“, sind sich die Kinder einig.

Lio Anton (3) testet die Gocart-Bahn mit den riesigen Pfützen neben dem Maislabyrinth. Patrick Mertin passt auf. © Ina Fischer © Ina Fischer

Großzügig angelegter Abenteuerspielplatz

Dennoch: Das Gefühl des Sieges bleibt. Und jetzt auf ins restliche Vergnügen, denn das Labyrinth ist nicht die einzige Attraktion. Über die Jahre ist zwischen Hofgebäude und Maisfeld ein großzügig angelegter Abenteuerspielplatz mit Riesenhüpfburgen, Riesenrutsche ohne Leiter, Wasserkissen, Trampolin, Bällebad, Strohberg und dem Pool mit nagelneuen Spielgeräten wie Halfpipe und Waterballs entstanden. Heller Sand, Palmen und Strandkörbe lassen Urlaubsgefühle aufkommen.

Und so möchte auch Lia Josefine Wolf, die in Begleitung von Patrick Mertin hier ist, nach dem kurzen Regenguss nicht zurück ins Labyrinth. Die Elfjährige schlüpft schnell in ihren Bikini und tollt dann im Wasser herum, während Bruder Lio Anton (3) die Gocart-Bahn mit ihren riesigen Pfützen erprobt. Getreu einem weiteren Lieblingssatz der Deutschen: Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur die falsche Kleidung.

Daten und Fakten

So sieht es mit der Test- und Maskenpflicht aus

  • Das Maislabyrinth Terhardt, Heidkantweg 90 in Haltern, ist Dienstag bis Sonntag von 14 (in den Ferien ab 11) bis 19 Uhr geöffnet, ab Oktober bis 18 Uhr. Die Hüpfburgen können bis 19 Uhr genutzt werden. Eintritt: 4,50 Euro.
  • Zutritt haben negativ getestete, vollständig geimpfte und genesene Personen ab 6 Jahren. Kinder bis zum Schuleintritt sind von der Testpflicht befreit. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Maskenpflicht gilt im Eingangs-, Sanitär- und Gastrobereich.
Lesen Sie jetzt