PR für die Großen im Showgeschäft

Mit Karel Gott und Nina Hagen auf Du und Du

Die Namen lesen sich wie das „Who is Who“ der Musikszene, reichen von Guns n‘ Roses bis zur Spider Murphy Gang, von Florian Silbereisen bis Howard Carpendale. Stephan Kahé aus Recklinghausen kennt sie alle - persönlich.
Eine jahrlange Freundschaft bis zum Tod des tschechischen Sängers: Stephan Kahé (l.) und Karel Gott. © Privat

Rechts – links – Täuschung – Schuss – Tor. Lässig lehnt Florian Silbereisen am Kicker-Automaten im Arbeitszimmer von Stephan Kahé am Starnberger See und hat alles im Griff, erzählt im lockeren Plauderton. Bevor es um die Inhalte der großen Jahrestournee des Moderators, Sängers und Musikers geht, ist Ablenkung angesagt.

Florian Silbereisen am Kicker von Stephan Kahé. © Privat © Privat

Kleider für Demi Moore vor Augen

Szenenwechsel: Fotoshooting in einem Pariser Atelier. An einer Stange hängen Haut-Couture-Kleider im Dutzend. Das vordere ist für Hollywoodstar Demi Moore bestimmt. Knappe Ansagen der Fotografin, andere Blende, Blitzlicht, Positionswechsel. Die Tür öffnet sich. Der Modeschöpfer Jean Paul Gautier erfüllt den Raum. In dem Moment scheint die Welt der Anwesenden still zu stehen. Mit dabei: Stephan Kahé. Anschließend geht es für ihn mit dem Modeschöpfer zu weiteren Interviews auf die Seine.

Achim Hagemann ist der Patenonkel des Sohnes

Wo liegt die Verbindung der Stars und dem Kreis Recklinghausen? Sie hat einen Namen: Stephan Kahé. Der gebürtige Recklinghäuser, dessen Sohn Achim Hagemann als Patenonkel hat, kennt die ganz großen Namen der Musik- und Künstlerszene – und das nicht nur vom Sehen. Der 57-Jährige war und ist für die PR-Arbeit verantwortlich. Ob Wencke Myhre, Priscilla Presley, Nina Hagen, Slash, Karel Gott – sie alle bauen auf den studierten Musiker, der in den 1980er-Jahren in Münster zudem Publizistik studierte. Der Weg führte über die damalige Intercord zu Universal Music und damit zu Electrola. Mittlerweile arbeitet Kahé als freier Berater und genießt die größere Unabhängigkeit.

Bekennender Schalke-Fan

Seine Eltern leben nach wie vor in der Festspielstadt, in der „Roten Burg“ (dort wohnen mittlerweile Freunde) ist er aufgewachsen. „Ich liebe Recklinghausen, bin bekennender Schalke-Fan und immer gerne in der Heimat“, sagt der verheiratete Vater von zwei Kindern während einer der regelmäßigen Besuche im Vest.

Und erzählen kann Stephan Kahé wahrlich viele Geschichten. Wie zum Beispiel vom Dinner mit Daliah Lavi, die während des Essens über ihre Audienz bei der Queen, Dreharbeiten mit Woody Allen sowie über ihre Liebschaft mit Alain Delon fabulierte. Derweil klimperte der Pianist im Hintergrund alle Lavi-Hits der vergangenen Jahrzehnte – da war selbst die rothaarige Diva berührt.

„Eines der größten Musik-Medienereignisse war für mich war aber sicherlich die Abschiedstournee von Howard Carpendale – oder auch sein Comeback, ganz wie man will“, erinnert sich Kahé.

Neues Zuhause am Starnberger See

Doch die Zeiten haben sich verändert. „War man früher mit Künstlern unterwegs, läuft jetzt wegen Corona viel über Zoom“, sagt Stephan Kahé, auch wenn in seinem neuen Heimatdorf am Starnberger See in direkter Nachbarschaft zu Peter Maffay und dem thailändischen König alles etwas gemächlicher zugeht.

Und was bleibt nach den Treffen mit den Stars, nach den Touren durch die große weite Welt der Musik? „Eine Menge. Ich bin im weitesten Sinne mit Stefan Zauner von der Münchener Freiheit befreundet und auch mit Thomas Spitzer von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung.“

Freundschaft mit Karel Gott

Wehmütig wird der Recklinghäuser, wenn die Sprache auf Karel Gott kommt. „Mit ihm habe ich viel gearbeitet, war mehrmals bei ihm zu Hause in Prag. Dort ging es unter anderem einmal um eine Fotogeschichte zur Geburt seiner ersten Tochter. Daraus ist eine echte Freundschaft entstanden“, erzählt Stephan Kahé sichtlich berührt und erinnert sich noch an die Beerdigung des tschechischen Sängers, zu der er eingeladen und vor Ort war. „In seiner Heimat war Karel Gott ein Superstar, bei fast jedem Staatsempfang als Freund des ehemaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel dabei. Wir verbinden mit Karel Gott eigentlich nur die Biene Maja, dabei galt er in Prag als echter Rockmusiker.“

Bei so vielen großen Namen geht die eigene Musik fast unter. Stephan Kahé ist auch selbst Musiker, spielt Gitarre und Klavier, hat im Kreis Recklinghausen mit Achim Hagemann eine eigene Band „Gesundfutter“ gehabt. Und sein selbst komponierter Song „Wenn ich tot bin…“ wurde rund 1,3 Millionen Mal im Netz gestreamt.

Ein Traum bleibt…

Die Liste der ihm bekannten Stars ließe sich noch schier unendlich weiterführen, ob mit Herman van Veen, Helmut Lotti, Semino Rossi, Münchener Freiheit oder Johnny Logan, Joan Baez sowie Ennio Morricone. Und dennoch – ein Traum oder ein Wunsch bleibt für den Recklinghäuser: „Da ich seit meiner Jugend sehr auf harte Sounds stehe, würde ich mal gerne für Green Day oder AC/DC arbeiten.“ Es gibt also noch viel zu tun…