Zeche Ewald

Start der Show-Saison: „Hurra, wir leben noch!“

Mit einer neuen Show soll im Revuepalast am 3. September die pandemiebedingte Zwangspause beendet werden. Dann werden Roxy und Ivaldo das Travestie-Team verstärken.
„Ein Hertener Nationalheld“: Tobi Hoffmann alias Roxy verstärkt das Travestie-Team im Revuepalast auf Zeche Ewald. Am 3. September startet dort das neue Programm. © Ina Fischer

„Vor zwölf Jahren hatte ich an dieser Stelle auch ein Mettbrötchen vor mir liegen – damals fingen wir hier gerade neu an“, erinnert sich Christian Stratmann. Damals eröffnete der Prinzipal auf Zeche Ewald den malerischen Revuepalast. Jetzt fühle er sich wieder ein bisschen so. Jetzt, das heißt auf einer Pressekonferenz, die den Neubeginn im Hertener Travestie-Tempel ankündigt, nachdem im März 2020 pandemiebedingt alle Lichter ausgingen. Bis heute. Das Motto der neuen Show sagt eigentlich alles: „Hurra, wir leben noch!“

Am 3. September geht es los, und Stratmann dankt seinem langjährigen Regisseur Ralf Kuta inständig, „dass es ihm gelungen ist, das Ensemble in dieser Zeit zusammenzuhalten“.

Der Ausstand musste ausfallen

Zumindest zum Großteil, denn Tänzer Donato und die asiatischen Schönheiten Suara Mas und Mao stehen künftig nicht mehr auf den Hertener Bühnenbrettern (wir berichteten). Ursprünglich wollten sie Ende vergangenen Jahres ihren Ausstand mit einer abgewandelten „Revue-Royal“-Show geben. Corona machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Künstler mussten still und leise ohne Abschied vom Publikum gehen.

Doch das siebenköpfige Travestie-Team bekommt neue Verstärkung. Und die ist so gar nicht leise. So wird der feurige Brasilianer Ivaldo mit seiner klassischen Ausbildung jetzt Tänzer Donato ablösen. Vor rund 25 Jahren startete Ivaldo, der sich nach seiner Ausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen als Solo- und Balletttänzer am Tanztheater Wuppertal bei Pina Bausch sowie als Musicaldarsteller etwa in der Rocky Horror Show einen Namen gemacht hat, hier seine deutschlandweite Karriere und wird jetzt wieder auf das Hertener Niveau eingestielt.

Größtes Highlight in Sachen Verstärkung ist aber Tobi Hoffmann alias Roxy – ein Hertener Urgestein. Oder, wie Ralf Kuta es gerne ausdrückt: „ein Hertener Nationalheld.“

Sein Urteil: „Roxy ist eine Wuchtbrumme, ein Hingucker, eine halbgroße Olivia Jones. Charmant, extrem gut aussehend und viel crashiger als die vielen Künstler, die sich in der Ecke ein paar Wimpern ankleben und meinen, sie wären jetzt eine Frau.“

Verstorbene Künstler werden auferstehen

Das höchst verführerische Ruhrgebietsgewächs holte 2015 den 1. Platz in einem Talentwettbewerb im berühmten „Pulverfass“ auf Hamburgs Reeperbahn und machte jahrelang Station in Köln und Nürnberg.

Regisseur Ralf Kuta in seiner Paraderolle als Marlene Dietrich. © Bettina Engel-Albustin / far © Bettina Engel-Albustin / far

Im Doppelpack mit Jeanny wird die 31-jährige Roxy nun in „Hurra, wir leben noch!“ die gepfefferte Moderation sowie einen großen Liveanteil am Gesang stemmen, der laut Kuta in der Vorgängershow ein wenig zu kurz gekommen sei.

In der neuen, zweistündigen Revue (plus Pause) werden nicht nur verschiedene Höhepunkte der letzten Jahre sowie verschiedene Zeitepochen gezeigt, es werden, so Kuta, auch Künstler auferstehen, die längst verstorben sind, etwa Edith Piaf, Michael Jackson, aber – anlässlich ihres zehnten Todestages – vor allem auch Amy Winehouse.

„Wir machen im Endeffekt das, was andere auch machen, aber wir setzen noch einen drauf, das Salz in der Suppe also“, sagt der Regisseur und betont, das sein Ensemble eben keine Nightclub-Show unter der Gürtellinie sei, sondern typische, hochwertige Theatertravestie. „Wir kommen als gestandene Männer auf die Bühne, und wir verlassen sie auch als solche wieder.“

Nur dieses Mal nicht mit dem finalen Klassiker „My way“, sondern mit einem Stück, das genauso viel sagt wie der neue Revue-Titel: „The show must go on“.

Bei unseren Kollegen von Vest24.TV können Sie übrigens auch ein ausführliches Interview mit Revue-Palast-Regisseur Ralf Kuta anschauen. Er erzählt, wie er einst zur Travestiekunst gekommen ist, und berichtet von seiner abwechslungsreichen Karriere.

Daten und Fakten

So kommt man an Eintrittskarten

Wer Karten für die Premiere haben möchte, sollte sich allerdings beeilen. Pandemiebedingt wird im Revuepalast nur die Hälfte des Saals, rund 120 Plätze, im Schachbrettmuster verkauft. Es gelten die allgemeinen Hygienestandards. Tickets ab 18,90 Euro und Termine ab 3. September gibt es unter Tel. 02325-588 999 sowie im Internet unter www.revuepalast-ruhr.com.

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